Jeep Cherokee 2,8 CRD Renegade

2. Juli 2003
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Tests

FAHRZEUGDATEN

Marke:Jeep
Klasse:Geländewagen/SUV
Antrieb:Allrad
Treibstoff:Diesel
Leistung:150 PS
Testverbrauch:11,9 l/100km
Modelljahr:2003
Grundpreis:45.747 Euro

Jeep Cherokee Renegade: selbstbewusster Auftritt inklusive Festbeleuchtung

Eines gleich vorweg: Der Jeep Cherokee ist nach wie vor kein hipper SUV à la Volvo XC90 oder BMW X5. Gut so, denn damit wird die Marke Jeep nicht verwässert und bleibt weiterhin ein Garant für kompromisslose Gelände-Eigenschaften. Die hintere Starrachse ist ein Fixstern am Jeep-Firmament, die Einzelradaufhängung vorne aber ein Zugeständnis an Asphalt-Einsätze – und sie wirkt sich auch speziell bei Autobahnfahrten positiv aus.
Neu im Cherokee-Sortiment: die Ausstattungsstufe Renegade. Unterbelichtet ist der Offroader damit keinesfalls, denn hier wird eine veritable Festbeleuchtung samt Nebel- und protzigen Dachscheinwerfern mitgeliefert. Weitere Optik-Zutaten sind in Wagenfarbe lackierte Kotflügelverbreiterungen mit sichtbaren (aber leider korrosionsanfälligen) Schraubenköpfen, verchromte Trittrohre, zweifärbige Frontschürze, lackierte Leichtmetallfelgen sowie Dachträger – insgesamt ergibt das eine gehörige Portion Expeditions-Look.
Neu ist auch der Commonrail-Diesel mit 2,8 Liter Hubraum, den es übrigens nur in Verbindung mit einer Fünfstufen-Automatik gibt. Drehmoment ist ausreichend vorhanden, wobei jedoch einiges an Leistung im Wandler verpufft. Das Allrad-System hört auf den Namen Selec-Trac“ und bietet die Modi Heckantrieb, automatisch zuschaltender (Part Time) und permanenter (Full Time) Allradantrieb sowie eine Getriebe-Untersetzung. Der Cherokee bleibt also trotz einiger Komfort-Zugeständnisse im Kern ganz bewusst ein robuster Bursche.

TECHNIK
4-Zylinder-Reihe, 4-Ventil-Technik, Turbo, 2776 ccm, 110 kW (150 PS) bei 3800/ min, max. Drehmoment 360 Nm bei 1800/min, Fünfgang-Automatik, Hinterradantrieb mit zuschaltb. Allrad, vorne: doppelte Dreiecksquerlenker, Stabilisator, Schraubenfedern, Teledämpfer, hinten: Starrachse, Längslenker, Stabilisator, Schraubenfedern, Teledämpfer, Scheibenbremsen v/h (v bel.), ABS, L/B/H 4496/ 1819/1897 mm, Radstand 2649 mm, 5 Sitze, Wendekreis 10,9 m, Servo, Reifendim. 235/70 R 16, Tankinh. 70 l, Reichw. (bis Tankres.) 530 km, Kofferraumvol. 821- 1954 l, Leergew. 1891 kg, zul. Ges.-Gew. 2413 kg, 0-100 km/h 12,6 sec, Spitze 174 km/h, Steuer (jährl.) EUR 574,20, Normverbr. (Stadt/außerorts/Mix) 13,7/8,4/ 10,3 l, Testverbrauch 11,9 l Diesel
Preis: EUR 45.747,-

FAHREN & FÜHLEN
Der Vierzylinder-Common-Rail-Diesel springt bei tiefen Temperaturen zäh an, läuft nach kurzer Aufwärmphase gleichmäßig bei stets unverblümtem Nagel-Sound. Genug Drehmoment vorhanden, die Automatik dämpft die Leistung etwas, schaltet aber weich, zumindest bei nicht aktivierter Gelände-Untersetzung. Fahrwerk soft abgestimmt, leicht untersteuernd ausgelegt, überraschend hoher Autobahn-Komfort. Top-Traktion im Allrad-Modus, kompetent im Gelände. Indirekte, leichtgängige und präzise Lenkung. Neuerdings packen vier Scheibenbremsen zu, und das wirkungsvoll sowie gut dosierbar. Gewöhnungsbedürftig: enge und leicht versetzte Pedalerie. Sitze mit zu kurzer Schenkelauflage und mäßigem Seitenhalt.

PLATZ & NUTZ
Großzügige Platzverhältnisse auf den vorderen Sitzen, bis auf die Kniefreiheit und die kurze Sitzfläche auch im Fond kommod. Großes Ladeabteil, gut nutzbar, Fondlehnen können einfach umgeklappt werden (Sitzfläche senkt sich automatisch, Kopfstützen bleiben dran). Griffungünstig platzierte Fensterheber-Tasten (One-Touch nur vorne und nur zum Absenken), wenig Ablagen, Lenkrad nur in der Höhe verstellbar. Plus: separat öffnende Heckscheibe, kleiner Wendekreis, trotz Reserverad gute Übersicht nach hinten.

DRAN & DRIN
Der „Renegade“ bietet um satte 3570 Euro zusätzlich zur Basis (hat schon Klima, CD-Radio, Aluräder und Tempomat) u.a. teil-elektrische Sitzverstellung, Teilleder-Polsterung, Hifi-Aufrüstung mit 10 LS und Lenkrad-FB sowie jede Menge Optik-Aufputz (getönte Fond-Scheiben, Dachgalerie mit Scheinwerfern, Kotflügelverbreiterungen). Extras: Schiebedach, Metallic. Nur mit Automatik zu haben. Dem „Limited“ vorbehalten: Klimaautomatik, beheizbare Vollledersitze. Verarbeitung OK, strapazfähiges Hartplastik-Cockpit, Materialien wirken trotz Alu-Dekor billig.

SICHER & GRÜN
Serien-Sicherheit: Fahrer- und Beifahrerairbag, Kopfairbags vorne (Seitenairbags nicht erhältlich), ABS, fünf Dreipunktgurte, fünf Kopfstützen (reichen vorne bis 1,85, hinten bis 1,80 m). Umwelt-Check: nur Grundlack auf Wasserbasis, Verbrauch bestenfalls Durchschnitt.

PREIS & WERT
Erheblich teurer als die vergleichsweise weichgespülten Kontrahenten Hyundai Santa Fe, Nissan Terrano II, Land Rover Freelander und Nissan X-Trail – man kann´s aber auch als Aufpreis für das Jeep-Image und den Abenteurer-Look sehen. Zwei Jahre Neuwagen-Garantie (samt Mobilität, gegen Aufpreis auf drei Jahre verlängerbar), sieben Jahre Antidurchrost-Versprechen. Werkstatt-Netz ist durchschnittlich dicht, Werthaltung nicht schlecht. Service & Ölwechsel alle 20.000 km.

ALLES-AUTO-TESTURTEIL :
Robuster Diesel-Offroader im Expeditions-Look.

Diesen Test finden Sie in ALLES AUTO 4/2003

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