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Kurz und Bündig: Formel 1

4. Dezember 2017
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Aktuelles

Jenson Button ist kein Renn-Pensionist mehr

Nachdem der britische Ex-McLaren-Pilot im nächsten Jahr durch das Supertalent Lando Norris ersetzt wird, startet er in der kommenden Saison in der japanischen Super GT – für seinen jetzigen Arbeitgeber Honda. Schon dieses Jahr kam er zu einem Einsatz in der dort so beliebten Rennserie: als Gaststarter fuhr er bei den 1000 Kilometern von Suzuka mit Hideki Mutoh und Daisuke Nakajima als Kollegen. Glück hatte er keines: jeweils zwei Reifenschäden und Durchfahrtsstrafen musste sein Team erleiden. Button: „In den letzten Jahren war das schon mein Traum, ich liebe diese Rennserie. Jetzt habe ich einen Vertrag mit Honda und freue mich unglaublich.“

Alfa Romeo Sauber: Fahrerpaarung steht fest

Viele hatten es befürchtet, jetzt steht es fest: Pascal Wehrlein ist seinen Platz bei Sauber los. Sein Teamkollege Ericsson behält trotz interner Schlappe sein Cockpit aufgrund seiner „besonderen Kontakte“. Ihm wird Ferrari-Überflieger Charles Leclerc zur Seite gestellt. Kurz im Rennen um einen Stammplatz bei den Italoschweizern war auch Antonio Giovinazzi. Der konnte allerdings bei seinen Einsätzen als Ersatz für den zu Saisonbeginn verletzten Wehrlein nicht vollends überzeugen – außerdem würden mit Giovinazzi als zweiten Fahrer die Sponsormillionen von Ericsson wegfallen.

Nach der Saison ist vor der Saison: Pirelli Reifentests in Abu Dhabi

Seit Dienstag, dem 28.11 werden am Yas Marina Curcuit Reifentests gefahren. Robert Kubica war erwartungsgemäß der Fahrer mit dem meisten Medieninteresse. Gestern klärte er Interessierte auf, dass er keinesfalls einhändig fährt, wohl aber Einschränkungen hat. Dafür ist seine Cockpitbegrenzung etwas weiter ausgeschnitten, damit er mehr Platz zum Umgreifen hat. Sonst gibt es keine besonderen Vorkommnisse. Lewis Hamilton lobt den neuen Hypersoft-Reifen, Fernando Alonso crasht und beide Ferrarifahrer jagen die Bestzeit.

Hülkenberg fährt Millionen für Renault ein

Der sechste Platz beim GP von Abu Dhabi bedeutet für den Deutschen nicht nur einen versöhnlichen Saisonabschluss, sondern auch ordentlich viel Geld für seinen Arbeitgeber. Dank der daraus resultierenden 8 Punkte konnte Renault nämlich Toro Rosso in der Konstrukteurs-WM überholen und somit einen ordentlichen Preisgeld-Bonus einsacken. Dabei lief das Rennen gar nicht gut für die Franzosen: Hülkenberg fuhr sich früh im Rennen eine 5-Sekunden-Strafe ein, später ging auch beim Boxenstopp nicht alles glatt. Schlimmer traf es Teamkollegen Sainz, der wegen eines falsch montierten Rads gar nicht weiterfahren konnte. Trotzdem und auch wegen der Punktelosigkeit von Red Bulls Junioren reichte das Ergebnis für die WM-Entscheidung. Das Team empfing den Deutschen jedenfalls wie einen Sieger.

Gott sein Dank, die Heckfinne wird verboten

Der Grundgedanke der Regeländerungen für die heurige Saison war, den Fans nicht nur schnellere, sondern auch schönere Autos zu bieten. Letzteres gelang nur semioptimal: Die Heckfinne und der dazugehörige T-Flügel verschandelten jedes noch so raffinierte Design. Doch damit ist jetzt Schulss – ab 2018 wird das ungeliebte Teil verboten. Hilfreich dabei war McLarens Marketing-Genie Zak Brown. Viele Teams wollten das unschöne Ding wegen der aerodynamischen Vorteile behalten – Brown lieferte aber einen Grund, der gegenhalten kann: Das liebe Geld. Brown:“Die Finne verdeckt den Heckspoiler. Der ist einer der wichtigsten Werbeflächen am Auto – gut sichtbar kann er für Sponsoren noch mehr Geld wert sein.“ Danke Zak.

Kubica schon fix? Williams sagt Nein.

Mehrere Fachmedien haben berichtet, dass Robert Kubica schon einen Vertrag über zwei Jahre beim britischen Traditionsrennstall Williams unterschrieben haben soll. Williams hingegen verneint eine Verpflichtung mit den Worten:“Entgegen weiterer Medienberichte, obwohl die Gespräche mit Kubica weitergehen, muss noch immer erst noch entschieden werden, wer Massa ersetzen wird.“ Für einen Aufschub der Entscheidung spricht auch, dass der Pole im Zuge der Testfahrten in Abu Dhabi erstmals mit einem 2017er Auto fahren wird, was viele Experten als letzte „Prüfung“ sehen.

Kulanz: Manor Racing bekommt Geld zurück

Das Ex-Team von Pascal Wehrlein ging ja bekanntermaßen insolvent. Da die Verantwortlichen allerdings bis zuletzt auf ein Wunder gehofft haben, wurde im November letzten Jahres noch die Startgebühr für 2017 bezahlt: 521.289 Dollar. Rein rechtlich hatte der Rennstall keinen Anspruch auf die Zurückzahlung des Geldes, doch durch eine – Zitat – „Geste der Kulanz zur Hilfe der Zahlung ausstehender Schulden“ bekommt Manor Racing einen Teil der Summe zurück. „Die FIA hat entschieden die Startgebühr zurückzuerstatten, abzüglich der angefallenen administrativen Kosten für den Einschreibungsprozess“, sagen die Verantwortlichen. Was also eigentlich selbstverständlich sein sollte, tut die FIA als Akt der Nächstenliebe ab.

Williams: Kopfweh trotz Halo

Williams Technikchef Paddy Lowe erklärt in einem Interview die Probleme des Halo-Kopfschutzes. Der Brite sagt, dass er den Schutz zwar auch nicht attraktiv finde, aber er trotzdem wichtig sei, denn in den letzten Jahren gab es pro Saison mindestens einen Unfall, nach dem gesagt wurde „Gott sei Dank ist der Fahrer nicht am Kopf verletzt“. Besonders der Tod von Ferrari Junior Jules Bianchi sorgte dann für eine Beschleunigung in der Kopfschutz-Entwicklung. Lowe erklärt, dass die Einpasserei des Halo-Systems sehr schwierig ist, denn kein Designer plant den Schutz wegen des höheren Schwerpunkts ein. Dazu ist es schwierig, die strengen Belastungstests zu bestehen. Die aerodynamischen Nachteile fallen nicht so stark ins Gewicht, wie am Anfang geglaubt.

Villeneuve: Kubica ist ein Sicherheitsrisiko

Robert Kubica ist ja nach wie vor eine Option für das freie Williams-Cockpit neben Lance Stroll. Der ehemalige Formel 1-Pilot Jacques Villeneuve meint allerdings, dass Kubicas Arm nach dem Rallye-Unfall von 2011 nicht mehr in der Lage ist, bestimmte Manöver durchzuführen. Der Kanadier setzt nach: „Es geht nicht darum, in sieben Sekunden aus dem Auto zu klettern sondern um abrupte Richtungswechsel, die mit nur einer gesunden Hand nicht funktionieren werden.“ Schützenhilfe bekommt er vom ehemaligen Williams Piloten Juan Pablo Montoya:“ Das alles ist doch ein Witz. Er ist sicherlich nicht zu 100 Prozent in der Lage, ein Formel 1 Auto wie es sich gehört am Limit zu bewegen.“

Toro Rosso macht es offiziell: Hartley und Gasly sind die 2018er Stammfahrer

Pierre Gasly und Brendon Hartley werden auch in Zukunft mehr Zeit miteinander verbringen. Teamchef Franz Trost meine, dass beide gezeigt haben, dass sie bereit für die Formel 1 sind. Beide haben sich schnell an das Auto gewöhnt und eine gute Performance gezeigt. Auch die Lernkurve passt. Gasly meint dazu:“ Ich bin echt glücklich, 2018 weiter für Toro Rosso zu fahren. Ich möchte allen danken, die mir geholfen haben, so weit zu kommen. In Abu Dhabi und im kompletten nächsten Jahr werde ich alles geben.“ Hartley sagt:“Es ist unglaublich, im nächsten Jahr als Formel 1-Fahrer für Toro Rosso bestätigt zu werden. Es war ja eine echte Überraschung für mich, diese Chance zu bekommen. Ich könnte nicht glücklicher sein. Ich bedanke mich bei Red Bull für diese zweite Chance und möchte noch härter arbeiten, um das nächste Jahr so stark wie möglich zu beginnen.“

Felipe Massa soll Rolle bei der FIA bekommen

Auch nach seinem (O-Ton) definitiv letzten Formel 1-Rennen wird dem brasilianischen Rennfahrer nicht langweilig. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird Massa neben seinem angekündigten Foemel E-Abenteuer soll er eine größere Rolle im brasilianischen Automobilverband spielen. Den soll er nämlich bei der FIA vertreten. Grund: Die Nachwuchsförderung im brasilianischem Motorsport ist mehr als dürftig. Erstmals seit 1970 ist momentan kein brasilianischer Formel 1 Pilot im Grid – in den Nachwuchsformeln sieht es nicht viel besser aus. Das soll Massa mit einer gewichtigen Stimme ändern.

Magnussen: nicht nur auf der Strecke ein Rowdy

Der Haas F1-Pilot ist kein Kind von Traurigkeit, das ist spätestens seit den „freundlichen“ Worten für Nico Hülkenberg bekannt. Doch auch abseits des Formel-Zirkus muss sich der Däne jetzt verantworten – und zwar vor Gericht. Seine ehemalige Managerin Dorte Riis Madsen verklagt ihn nämlich auf 20 Prozent aller jetzigen und zukünftigen Einnahmen. Grund: Auch wenn Magnussen und Madsen sich 2015 getrennt haben, wurde der Vertrag, der bis 2021 läuft, nie offiziell aufgelöst. Bei einer Niederlage muss der F1-Pilot etwa 2,7 Millionen Euro zahlen, will aber gleichzeitig auch seinen Ex-Anwalt belangen, der den Schrieb damals aufgesetzt hat. Momentan hat Magnussen anscheinend einen Negativlauf: immerhin crashte der Däne auch am Wochenende beim GP von Brasilien.

Auch ein Lauda fürchtet sich einmal

Niki Lauda sorgt sich im die Formel 1. Er fürchtet, dass die neuen Pläne von Rechteinhaber Liberty Media dem Sport schaden könnten. Damit meint der Mercedes-Aufsichtsrat die geplante Gleichstellung der Teams, die mehr für mehr Sieganwärter sorgen soll. Lauda dazu in einem Interview mit der italienischen Gazzetto dello Sport: „Du musst dumm sein, wenn du glaubst, dass du jedes Rennwochenende einen neuen Sieger brauchst, um die Rennen spannender zu machen.“ Niki Nationale meint, dass die DNA der Formel 1 genau das Gegenteil ist, denn es geht um einen Wettbewerb der Teams und eines der wichtigsten Fundamente der Königsklasse ist die ständige Entwicklung der Autos.

Rekordchance verpasst: Ocon von Grosjean gecrasht

Schade: das französische Duell hat Esteban Ocon am Rennsonntag gegen Romain Grosjean verloren – und nicht nur das, denn auch die Chance auf den Rekord der meisten GPs ohne Ausfälle ist nun dahin. Der GP von Brasilien wäre sein 28. Rennen in Folge gewesen. Noch nie ist der Force India-Pilot ausgefallen, hat bisher jedes Rennen beendet. Der absolute Rekord liegt bei 33 Rennen am Stück, aufgestellt von Nick Heidfeld.

„Ich wusste, dass dieser Tag irgendwann kommen würde, aber ich habe nicht erwartet, dass es heute sein würde. Es ist schade, denn mein letzter Ausfall im Single Seater ist jetzt drei Jahre her. Ich konnte nichts tun.“, sagt der Franzose traurig.

Interlagos: das gefährlichste Pflaster im Rennkalender

Zuerst wurde ein Fahrzeug der FIA bedroht, das allerdiings dank der Panzerung weiterfahren konnte. Danach mussten Teammitglieder von Mercedes ihre Handys, Uhren und Pässe an bewaffnete Angreifer abgeben. Ähnlich ging es dem Team von Sauber. Jetzt wurden auch Leute von Pirelli überfallen, konnten aber davonlaufen. Diese Vorfälle zeigen, dass der Sicherheitsstatus am Rennwochenende nicht ausreicht. Ross Brawn meint, dass die Betreiber die Sicherheit für die Teams verbessern müssen, denn was heuer passiert ist, ist inakzeptabel. Das waren nicht die ersten Vorkommnisse in Interlagos: Jenson Button wurde beispielsweise 2010 überfallen.

Konstrukteurs-WM: wer wird Sechster

Vorne ist fast alles entschieden: Mercedes holt den Konstrukteurs-Titel. Dahinter reihen sich Ferrari und Red Bull ein. Vierter wird Force India und Platz Fünf wird Williams einheimsen. Beim sechsten Platz wird es aber spannend, denn drei Teams kämpfen noch um ihn – und das damit verbundene Preisgeld. Toro Rosso liegt momentan bei 53 Punkten, Renault bei 48 und Haas bei 47. Das Red Bull-Juniorenteam geht trotz der meisten Punkte geschwächt in die letzten beiden Saisonrennen. Grund dafür ist das Fahrerchaos: Kvyat geht und wird von Gasly ersetzt – dann geht Sainz zu Renault und wird wiederum von Kvyat ersetzt – dann fliegt Kvyat komplett aus dem Kader und wird von Hartley ersetzt. Fakt ist, dass keiner der momentanen Toro Rosso-Piloten Punkte eingeheimst hat und Punktegarant Sainz bei Renault fährt. Die Franzosen haben jetzt genau was Toro Rosso fehlt: eine starke Fahrerpaarung. Sainz und Hülkenberg sollten in den letzten beiden Rennen punkten, sofern sich nicht der Defektteufel einschleicht. Haas hingegen ist eigentlich ein Phänomen: die Amis sind eigentlich fast immer am Schluss des Grids zu finden, pubnkten aber bei jedem zweiten Rennen. Unsere Prognose: Renault holt sich WM-Platz Sechs, Toro Rosso wird Siebenter und Haas bleibt Platz Acht.

Andretti: zweites US-Team möglich

Michael Andretti, Sohn von Rennfahrerlegende Mario Andretti und IndyCar-Teambesitzer, möchte mit in die Formel 1. Da Andretti früher selbst in der Königsklasse gefahren ist, wegen Erfolglosigkeit dann aber durch einen gewissen Mika Häkkinen ersetzt wurde, kennt er die F1 ganz gut. Da Formel 1 Eigentümer Liberty Media aus Amerika stammt und die Rennserie besonders dort stärken möchte, könnte Andretti Autosport tatsächlich in die engere Auswahl genommen werden – das Team ist ja auch in der Formel E aktiv. Neben Haas F1, die ja schon seit mittlerweile zwei Jahren dabei sind, wäre Andretti das zweite US Team im Formel 1-Zirkus.

Williams: Massa ist raus

Der vermutlich bestbezahlteste Fahrlehrer der Welt ist ab der nächsten Saison arbeitslos. Williams trennt sich vom Rutinier und Mentor von Junior Lance Stroll. Dabei ist es der zweite Rücktritt des Brasilianers, der ja eigentlich schon heuer seine Pension genießen wollte, durch die Rochade um Nico Rosbergs Rücktritt aber wieder ins Cockpit gesetzt wurde. Nur noch zwei Rennen bleiben dem Vize Weltmeister von 2008, um Abschied zu nehmen – sein Heimrennen in Rio und das Saisonfinale in Abu Dhabi. Massa selbst gab sich in den letzten Tagen erst wieder sehr selbstbewusst und betonte nicht oft genug die Professionalität seiner Arbeit. Obwohl Williams noch keinen Fahrer für das nächste Jahr bestätigt hat, gilt Youngster Stroll als gesetzt. Gute Chance für Massas Platz dürfte Robert Kubica haben, aber auch Paul di Resta und Pascal Wehrlein könnten noch ein Wörtchen mitreden. Das Fahrerkarussell dreht sich also weiter.

Porsche und Aston Martin vor F1-Einstieg

Mit den neuen Motorregelungen möchten die F1-Verantwortlichen wieder für eine buntere Herstellerauswahl sorgen. Momentan gibt es ja nur Mercedes, Ferrari, Renault und Honda. Die Neuerungen nach dem „einfacher, billiger und lauter“-Prinzip zieht jetzt aber auch Porsche und Aston Martin an. Auch Audi, Cosworth, McLaren, Ilmor, Zytek und Magneti Marelli sind im Rennen. Aston ist im nächsten Jahr zumindest als Titelsponsor für Red Bull dabei – eventuell plant man aber größeres. Aber auch Porsche wird konkreter. Der Finanzvorstand Lutz Meschke sagt, dass die Formel 1 der richtige Platz für Porsche sein könnte.

Die Motor-Regeln für 2021

So viel sei gesagt: der 1,6-Liter V6 bleibt – alles drumherum wird anders. Der Motor wird zwar wie gehabt von nur einem Turbolader befeuert, der muss aber auf die MGU-H, also die Elektrifizierung verzichten. Damit die Leistung nicht darunter leidet, wird die Benzindurchflussmenge von 100 auf 120 Kilogramm pro stunde und die Drehzahl von 15.000 auf 18.000 Umdrehungen pro Minute erhöht – was für einen deutlich besseren Sound sorgen sollte. Auch KERS, auch MGU-K, wird weiterentwickelt und bekommt eine Leistungsdraufgabe: statt 163 Zusatz-PS können die Fahrer nun 204 PS via Knopfdruck abrufen. Das dafür vergrößerte Batterieteil wird vereinheitlicht, was Geld spart. Für die nächste Saison sinkt die Anzahl der erlaubten Komponenten auf maximal drei Exemplare – 2021 wird sie auf bis zu acht Motoren steigen. Bis auf Mercedes und Ferrari dürfte alle mit dem neuen Motor-Reglement zufrieden sein. Es ist günstiger, einfacher und vor allem auch lauter als das alte.

Daniil Kvyat fliegt bei Toro Rosso raus

Trotz des eigentlich gelungenen USA-Rennens, bei dem der Russe einen Punkt erzielen konnte, kommt er bei Red Bulls Juniorenteam nicht mehr zum Einsatz. Dr. Helmut Marko dazu:“Daniil wird nicht nochmal ins Cockpit zurückkehren, langfristig trauen wir ihm den Turnaround nicht zu.“ Somit ist auch klar, dass die Saison mit Pierre Gasly und Brendon Hartley fertig gefahren wird. Der russische Torpedo ist somit für den Rest der Saison arbeitslos und vermutlich auch raus aus der Formel 1, denn Sauber scheint voll und Williams hat schnellere Kandidaten in Aussicht – Wie beispielsweise Pascal Wehrlein

Wehrlein in Not: kein Geld mehr von Mercedes

Mittlerweile gilt es als höchst unwahrscheinlich, dass Pascal Wehrlein bei Sauber bleibt – obwohl er klar schneller als sein Teamkollege Ericsson ist, hat letzterer die Teameigner hinter sich. Das zweite Sauber-Cockpit ist für einen Ferrari Junior, Giovanazzi oder Leclerc, reserviert. Darum bewirbt er sich bei Williams, wo er mit Massa, Kubica und di Resta einen ganzen Haufen blitzschneller Konkurrenten hat. Auf eine Mercedes Mitgift darf er allerdings nicht mehr hoffen – Toto Wolff sagte, dass die Chance bei Williams zwar besteht, aber er kann auch nicht mehr machen. Ab einem bestimmten Level muss ein Fahrer auch auf eigenen Beinen stehen und nicht mehr nur bezahlen. Sollte es beim britischen Traditionsrennstall nicht klappen, war’s das wohl für ein Cockpit in der nächsten Saison.

Streit um neue Motoren: Ferrari droht mit Ausstieg

Lauter und billiger sollen die neuen F1-Motoren werden – da sind sich alle einig. Um das zu erreichen werden aber verschiedene Ansätze präsentiert. Red Bull möchte das Hybridmodul weglassen und einen doppelt aufgeladenen V6 zum Einsatz bringen, Mercedes möchte die MGU-H allerdings unbedingt dabeihaben und möchte dafür auf mehr Gleichteile setzen, was den Preis senken würde. Das schmeckt Ferrari aber gar nicht – die Italiener meinen: wenn wir unser Können nicht mehr in speziellen Teilen zeigen können, ist es nicht wehrt, Rennen zu fahren. Marchionne selbst meint, wenn die Formel 1 Einheitsmotoren bekommt ist es mit dem Sport vorbei. Darum verbietet er es. Ferrari sagt, sie haben ihren Standpunkt klargemacht und wenn Liberty Media am 31. Oktober bei der Motorengruppe einen Motor mit zu vielen Einheitsteilen, wars das für die Roten. Wir sagen: es wird immer heißer gekocht als gegessen.

Pierre Gasly ist ein Pechvogel

Der Toro Rosso Pilot, der dieses Wochenende wegen des Super Formula Finales nicht im Formel 1-Auto sitzen durfte, weil er dort um den Titel mitgekämpft hat, musste eine ganz bittere Pille schlucken. Nicht nur das Brendon Hartley sein Cockpit besetzen und den ganzen Rummel beim großen Preis der USA einheimsen durfte – er musste sich auch kampflos vom Super Formula Titel verabschieden. Grund: ein Taifun wütete und machte das Rennen in Suzuka unmöglich. Es wurde aber auch nicht verschoben weswegen der Franzose und Red Bull-Junior den Titel um nur 0,5 Punkte verpasste.

Alonsos Vertragsverlängerung stand schon vor Honda-Trennung fest

Formel 1-Superstar Fernando Alonso verlängert bei McLaren. Siege, Titel und Rekorde verspricht sich der Spanier für die nächsten Saisonen. Richtig gelesen: Saisonen, denn der Vertrag dürfte längerfristig sein. Honda, oder besser gesagt die Trennung davon, war kein Entscheidungsgrund, so der zweifache Weltmeister. Mit dem Wechsel zu Renault-Motoren wachse aber auch der Druck.

Steiner jetzt doch pro Budgetgrenze

Der Haas F1-Teameigner Gene Haas fand in der Vergangenheit keine Vorteile an einer Budgetobergrenze und verglich sie sogar mit Sozialismus. Das Blatt scheint sich aber gewendet zu haben, denn in einem Interview sagte Teamchef Günter Steiner jetzt, dass eine Budgetgrenze mit einem deutlich gleichmäßigeren Spielfeld schön wäre. Proaktiv fordert er sogar von Liberty Media, dass die F1 Eigentümer die Macht und kann so etwas mit neuen Verträgen durchsetzen. Der gebürtige Südtiroler träumt von bis zu sechs siegfähigen Teams im Grid. Die bisherige Problematik der Kontrolle der komplexen Geldflüsse der Teams möchte er mit einem Steuerprüfer lösen. „Die machen ja eh nix anderes“, so Steiner.

Massa will bleiben

Kurzzeitpensionist Felipe Massa möchte unbedingt bei Williams bleiben und meint sogar, dass ohne ihn Williams an Image einbüßen wird. Gegen ihn sprechen die Zahlen: nur 2 Punkte hat Massa mehr als sein Rookie-Kollege Stroll. In den letzten vier Rennen konnte Stroll sogar doppelt so viele Punkte wie sein Fahrlehrer/Teamkollege schreiben. Zudem fährt Publikumsliebling Robert Kubica seit kurzem Tests für den Traditionsrennstall, was dem 36-jährigen Brasilianer gar nicht gefällt. Offiziell hat Williams noch keinen Fahrer für die nächste Saison bestätigt.

Toro Rosso: Neuseeländer ersetzt Pierre Gasly

Puh, bei dem Fahrerkarussell bei Toro Rosso kann einem schon schwindelig werden: Zuerst ersetzt Nachwuchsfahrer Pierre Gasly den gescholtenen Daniil Kvyat und fährt die letzten beiden GP neben Carlos Sainz, der ab Austin im Renault sitzt. Darum sollte das nächste Rennen Kvyat neben Gasly bestreiten. Letzterer fährt aber auch in der Japanischen Super Formula –  dort sogar um den Titel – und kann darum nicht nach Texas mitkommen. Dafür springt jetzt Brendon Hartley ein. Der Führende der Sportwagen-Weltmeisterschaft WEC ist der erste „Kiwi“ seit Mike Trackwell 1984, der in der Königsklasse fährt.

Ferrari Drama: Kaputtes Teil kostet 59 Euro

Nun ist es gewiss: Schuld an der Tragödie in Suzuka und dem wahrscheinlichen WM-Aus ist eine Zündkerze für nicht einmal 60 Euro. In einem Interview mit Milano Finanza sagte FCA-Boss Marchionne: „Wenn ein Teil, das keine 60 Euro kostet, beim Wert eines Formel-1-Autos von einigen Millionen, uns das Rennen kostet… Einen Gp und die WM wegen eines so dummen technischen Problems zu verlieren, wegen etwas, worüber man sonst nicht einmal nachdenkt, das tut sehr weh.“ Trotz der harschen Kritik in den letzten Wochen findet er versönliche Worte für sein Team und lobt die Arbeit der Scuderia.

Heimrennen für Verstappen?

Die Verantwortlichen der Formel 1 möchten unbedingt ein Stadtrennen in Amsterdam oder Den Haag abhalten. Der Boom um Verstappen könnte dabei genauso behilflich sein wie die Tatsache, dass der Traditionskurs Zandvoort, der von 1952 bis 1985 30 Rennen beheimatete, einfach schon veraltet ist.

Ist Roman Grosjean eine Petze?

Beim Fahrerbriefing vor dem Japan GP verpetzt der Haas F1-Pilot Lewis Hamilton bei Rennleiter Charlie Whiting mit den Worten: Dürfen wir uns in der Outlap abschnallen?

Whiting darauf: Nein.

Grosjean sagt darauf: Naja, der Lewis macht das nämlich oft.

Whiting: Ich glaube der lockert sie nur, und das ist erlaubt.

Grosjean: Es ist ja toll für die Fans, wenn ihnen dadurch zugewunken werden kann, aber vernünftig ist es nicht.

Whiting: Bei den Geschwindigkeiten, die Lewis da draufhat darf er sie schon lösen.

Grosjean: Also kann ich sie lösen.

Whiting: Nein, nur lockern.

Das geht dann noch einige Zeit hin und her, bis Whiting fragt, was Hamilton eigentlich macht.

Hamilton lachend: Ich löse den Gurt.

Alle anderen lachen auch.

Hamilton legt nach: Sebastian sollte in der Outlap aber angeschnallt bleiben. (Witz über den Unfall von Stroll und Vettel)

Vettel lacht: Ich bin jetzt verwirrt.

Grosjean: Ich wollte nichts lostreten, ich wollte nur wissen was Sache ist.

Das ganze Video kann man sich hier ansehen. Herrlich, auch einmal einen Blick hinter die Kulissen zu bekommen.

Robert Kubica: 2018 bei Williams?

Nachdem der Pole in dieser Saison schon mehrere Tests für Renault bestritten hat, dort aber wegen des Wechsels von Sainz kein Platz mehr ist, testet er jetzt für Williams. Sein neuer Manager, der amtierende Weltmeister Nico Rosberg pflegt ja bekanntlich beste Kontakte zu seinem ehemaligen Arbeitgeber. So könnte der ehemalige BMW-Pilot als Ersatz von Massa, der ja eigentlich schon 2017 die Formel 1-Bühne verlassen wollte, sein Comeback feiern. Zuerst soll er einen privaten Test in Silverstone fahren, zu Ende des Monats kommen die offiziellen Fahrten am Hungaroring.

Der Sepang Unfall von Romain Grosjean kostet rund 750.000 Dollar

Viele Menschen fragen sich, was eigentlich so eine Beschädigung an einem Formel 1-Auto kostet. Die Reparatur am Haas F1 des Franzosen Romain Grosjean kostet beispielsweise eine dreiviertel Million Dollar. Günter Steiner, Teamchef beim amerikanischen Rennstall, sagt dazu: „Wir sind aber in Gesprächen mit der FIA und den Organisatoren. Es gibt Versicherungen für solche Fälle. Mal sehen, was dabei herauskommt.“ Denn der Schaden entstand nicht durch Menschliches Versagen – der Unfall wurde von einem sich lösenden Kanaldeckel ausgelöst.

Hülkenberg ist jetzt alleiniger Rekordhalter

Seit dem großen Preis von Singapur ist Renault-Pilot Nico Hülkenberg der alleinige Rekordhalter, was die meisten GP-Starts ohne ein Podium angeht. Davor war Adrian Sutil der Rekordmann. Am Tag der Ablöse rief Hülkenberg Sutoil sogar an: „Der Rekord gehört jetzt mir ganz alleine. Macht dein Leben überhaupt noch einen Sinn?“ Sutil soll herzhaft gelacht haben. Hülkenberg meint dazu nur, dass es auch eine Leistung ist, immer noch dabei zu sein, ohne eine Leistung erbracht zu haben.

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