Mercedes-Benz GLE SUV/Coupé 2026: Upgrade für das Premium-SUV

Mit rund 3.000 neuen oder überarbeiteten Bauteilen hebt Mercedes-Benz den GLE und das GLE Coupé technisch und optisch auf ein neues Niveau. Die SUV-Baureihe, deren Wurzeln bis zur M-Klasse von 1997 zurückreichen, erhält unter anderem das neue Mercedes-Benz Operating System MB.OS, ein serienmäßiges MBUX Superscreen-Konzept, weiterentwickelte Motoren und neue Fahrwerksfunktionen. Dazu kommen ein geschärftes Design, mehr Komfort im Innenraum und zusätzliche Assistenz- und Infotainment-Funktionen.

Mehr Präsenz außen, mehr digitale Welt innen

Schon auf den ersten Blick zeigt sich der überarbeitete GLE markanter als bisher. Neue Lichtdetails an der Front sorgen für einen eigenständigeren Auftritt, zwei horizontal angeordnete Stern-Signets in den Scheinwerfern prägen die neue Blicksignatur. Der größere Kühlergrill wird auf Wunsch durch einen beleuchteten Zentralstern und eine Konturbeleuchtung zusätzlich betont. Auch am Heck steigern neue dreidimensionale Stern-Signets in den Rückleuchten den Wiedererkennungswert. Beim GLE Coupé kommen dazu nochmals stärker betonte sportliche Elemente, etwa die modifizierte Frontschürze, neue 20-Zoll-Räder im AMG-Design und die coupéhafte Linienführung, die den dynamischen Charakter noch deutlicher hervorhebt. Im Innenraum zieht mit dem serienmäßigen MBUX Superscreen eine neue Displaywelt ein. Unter einer großen Glasfläche sitzen drei jeweils 12,3 Zoll große Bildschirme, also 31,2 Zentimeter. Fahrer und Beifahrer erhalten damit eine deutlich modernere Cockpit-Architektur, beim GLE wie auch beim GLE Coupé ist das Beifahrerdisplay serienmäßig an Bord. Neue Ambient-Styles, die sich über eine eigene App auswählen lassen, schaffen unterschiedliche Stimmungen von technisch-kühl bis wohnlich-warm und sollen das typische Mercedes-Gefühl von „Welcome home“ digital übersetzen. Dazu kommen neue Zierteile, neue Materialien und zusätzliche Interieurfarben wie Beech Brown in Kombination mit Schwarz. Auch das Lenkrad greift wieder das bekannte Bedienkonzept mit Wippe und Walze auf, was das haptische Bedienerlebnis gegenüber rein kapazitiven Lösungen aufwertet.

Praktisch bleibt der GLE ebenfalls. Das Panorama-Schiebedach gehört nun serienmäßig zum Umfang und zählt mit mehr als einem Quadratmeter Durchsichtsfläche zu den größten seiner Klasse. Im SUV ist zudem weiterhin eine optionale dritte Sitzreihe erhältlich. Die zweite Sitzreihe lässt sich je nach Ausstattung elektrisch verschieben und umklappen, wodurch sich der Innenraum sehr flexibel nutzen lässt. Das Kofferraumvolumen reicht von 630 Litern hinter der Rückbank bis zu 2.055 Litern bei umgeklappter zweiter Reihe. Auch die Anhängelast bleibt mit bis zu 3,5 Tonnen auf hohem Niveau, was den GLE weiterhin für große Wohnwagen, Pferdeanhänger oder Boote interessant macht.

MB.OS, neue MBUX-Funktionen und Assistenz auf neuem Niveau

Mit dem GLE hält nun auch in dieser Baureihe das Mercedes-Benz Operating System MB.OS Einzug. Dieses System steuert und integriert praktisch alle Fahrzeugfunktionen, arbeitet mit künstlicher Intelligenz, leistungsstarken Chips und ist mit der Mercedes-Benz Intelligent Cloud verbunden. Damit werden umfassende Over-the-Air-Updates möglich, die nicht nur Infotainment und Navigation, sondern die gesamte Fahrzeugsoftware aktuell halten sollen. Der GLE wird damit zu einem der digital am stärksten vernetzten Modelle seiner Klasse.

Die neue MBUX-Generation nutzt unter anderem KI von Microsoft und bringt einen weiterentwickelten MBUX Virtual Assistant mit. Dieser kann komplexe, mehrteilige Dialoge führen und tritt auf Wunsch in unterschiedlichen Avatar-Formen auf. Neben einem Stern-Avatar gibt es weitere Darstellungen, die die Interaktion persönlicher wirken lassen sollen. Das Navigationssystem kombiniert Google-Maps-Technologie mit der Mercedes-eigenen Benutzeroberfläche und bekannten Markendiensten. Optional stehen MBUX Augmented Reality für Navigation sowie erstmals ein Head-up-Display mit Augmented-Reality-Inhalten zur Verfügung. Wichtige Hinweise, Richtungsanweisungen oder Points of Interest werden dabei scheinbar direkt in die reale Umgebung eingeblendet. Auch beim Entertainment und bei digitalen Diensten legt Mercedes-Benz deutlich nach. Über den In-Car-App-Store lassen sich zahlreiche Anwendungen nutzen, darunter Audio- und Videostreaming, Gaming, Produktivitäts-Apps und regionale Dienste. In Europa kann der Beifahrer während der Fahrt auf seinem Display dynamische Inhalte wie Disney+, YouTube oder weitere Streaming-Angebote sehen, ohne dass der Fahrer abgelenkt werden soll. Ein kamerabasiertes System überwacht dabei den Blick des Fahrers und dunkelt das Beifahrerdisplay bei Ablenkungsgefahr automatisch ab. Neu sind auch In-Car-Payment-Funktionen, etwa für digitale Extras oder E-Vignetten, sowie Videokonferenz-Apps wie „Meetings for Teams“. Damit wird der GLE laut Mercedes auch stärker zum mobilen Büro.

Bei den Assistenzsystemen arbeitet der neue GLE mit einem wassergekühlten Hochleistungsprozessor, zehn Außenkameras sowie bis zu fünf Radar- und zwölf Ultraschallsensoren. In Europa gehört MB.DRIVE Standard mit Funktionen wie DISTRONIC zur Serienausstattung. Darüber hinaus stehen je nach Markt weitergehende Pakete zur Verfügung. Der MB.DRIVE PARKING ASSIST erkennt Parklücken früher als bisher, kann auch nicht markierte Flächen identifizieren und parkt mit bis zu 5 km/h automatisch ein, laut Mercedes rund 60 Prozent schneller als zuvor. Hinzu kommen neue Funktionen wie eine Rückwärts-Rangier-Funktion oder eine Felgenschutz-Warnung. Im Offroad-Modus gibt es außerdem die „transparente Motorhaube“, bei der das Zentraldisplay einen virtuellen Blick unter das Fahrzeug zeigt und so beim Überfahren von Kuppen, Rampen oder unwegsamem Gelände hilft.

Neue Motoren, mehr Fahrkomfort und elektrifizierte Technik

Bei den Antrieben setzt Mercedes-Benz auf eine umfassend modernisierte Palette aus Benzinern, Dieseln und Plug-in-Hybrid. Alle Diesel- und Benzinmotoren verfügen über einen integrierten Starter-Generator und ein 48-Volt-System, das Funktionen wie Segeln, Boost und Rekuperation ermöglicht. Das sorgt für schnellere Starts, weichere Übergänge im Start-Stopp-Betrieb und ein insgesamt kultivierteres Ansprechverhalten. Gleichzeitig wurden zusätzliche Dämmmaßnahmen umgesetzt, um den Geräusch- und Vibrationskomfort weiter zu verbessern.

Das V8-Spitzenmodell GLE 580 4MATIC kommt nun auf 395 kW statt bisher 380 kW und entwickelt 750 statt 730 Newtonmeter Drehmoment. Der Motor reagiert spontaner, arbeitet effizienter und wurde mit Blick auf künftige Emissionsvorschriften umfassend überarbeitet. Dazu zählen unter anderem eine neue flatplane-Kurbelwelle, überarbeitete Einlass- und Auslasskanäle, eine optimierte Abgasnachbehandlung und ein neuer Turbolader. Der GLE 450 4MATIC mit Reihensechszylinder profitiert ebenfalls von technischen Überarbeitungen und bietet nun mehr Drehmoment im Teillastbereich, insgesamt steigt das Nenndrehmoment auf 560 Newtonmeter. Beim Plug-in-Hybrid GLE 450e 4MATIC wächst die Systemleistung gegenüber dem Vorgänger um 55 kW. Die rein elektrische Reichweite liegt nun bei 106 Kilometern nach WLTP, was im Alltag viele Strecken ohne Verbrenner ermöglichen dürfte. Auch die beiden Sechszylinder-Diesel GLE 350d 4MATIC und GLE 450d 4MATIC wurden überarbeitet. Sie erhalten erstmals einen elektrischen Heizkatalysator, der die Abgasreinigung schneller in den optimalen Temperaturbereich bringt. Aluminium für Motorblock und Zylinderkopf reduziert das Gewicht, während Technologien wie NANOSLIDE-Zylinderlaufbahnen und spezielle Stahlkolben die Effizienz verbessern sollen. Damit positioniert Mercedes-Benz den GLE weiterhin als Langstrecken-SUV mit hoher Zugkraft, aber zeitgemäßer Technik.

Beim Fahrwerk gibt es ebenfalls deutliche Fortschritte. Das optionale E-ACTIVE BODY CONTROL analysiert die Fahrsituation 1.000-mal pro Sekunde und kann Feder- und Dämpferkräfte an jedem Rad einzeln regeln. Dadurch werden Wank-, Nick- und Hubbewegungen reduziert, der GLE bleibt beim Bremsen, Beschleunigen und in Kurven stabiler. Neu ist außerdem eine cloudbasierte Dämpferregelung mit AIRMATIC. Sie nutzt Car-to-X-Informationen anderer Mercedes-Benz Fahrzeuge, um längere Fahrbahnschwellen wie Speed Bumps frühzeitig zu erkennen und die Dämpfung noch vor dem Überfahren anzupassen. Das soll vor allem im Fond ein besonders sanftes Fahrerlebnis ermöglichen. Ergänzt wird der Komfort durch ENERGIZING AIR CONTROL mit neuem elektrischem Filter, der die Innenraumluft laut Mercedes etwa alle 90 Sekunden erneuert, sowie durch neue Soundsysteme bis hin zum optionalen Burmester 3D-Surround-System mit Dolby Atmos und 710 Watt Leistung.

Preise nennt Mercedes-Benz in den vorliegenden Informationen noch nicht. Klar ist aber schon jetzt: Der neue GLE und das neue GLE Coupé bleiben nicht nur wichtige Modelle der Marke, sondern rücken technisch noch näher an die Luxus- und Top-End-Fahrzeuge von Mercedes-Benz heran.

Foto: Werk

Lies unser E-Paper direkt in der App: