Neue Audi S-Modelle mit Dieselmotoren

21. April 2019
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Aktuelles

Audi hat zugegebenermaßen eine Diesel-Tradition. Diese beginnt mit den frühen Anfängen der Ölbrenner in Automobilen (Audi 100) der späten 80er-Jahre, geht über die Rennerfolge mit Dieselantrieben im Langstreckensport inklusive unzähliger Le-Mans-Siege und endet bisher bei Diesel-Monstern wie dem Audi Q7 V12 TDI (500 PS, 1000 Nm, 2008 bis 2012). In der jüngeren Vergangenheit setzte man bereits bei den sportlichen SUV´s auf Selbstzünder, der erste Diesel-S war der Audi Q5, mit dem vorerst bis zur WLTP-Umstellung erhältlichen Audi SQ7 setzten die Ingolstädter erstmals einen S-TDI mit einem elektrisch angetriebener Verdichter ein, mittlerweile auch beim SQ5.

Jetzt folgen dem Beispiel der Kraxler auch Limousinen und Kombis. Doch dass Autos, die beispielsweise im Falle des S6 bisher mit einem Vierliter-Achtzylinder mit über 400 PS daher kamen, jetzt auf V6-Diesel umgestellt werden und dadurch bis zu mehr als 100 PS verlieren, mag aber sicherlich den ein oder anderen Fan der Marke verwundern. Audi zielt damit eindeutig auf die Langstrecke ab, bei der ein Selbstzündiger mit viel Drehmoment und niedrigem Verbrauch nach wie vor unumstrittene Vorteile hat. Gekoppelt werden die neuen TDI-Sechsender mit einem 48-V-Hauptbordnetz (das ermöglicht das bereits vom neuen A6 bekannte „segeln“), auch die S-Modelle werden so zu „Mild-Hybrids“. Außerdem wird der Abgasturbolader wie schon kurz angesprochen durch eine neue E-Maschine unterstützt: Der elektrisch angetriebene Verdichter ist einem konventionellen Turboladern optisch sehr ähnlich und ist hinter dem Ladeluftkühler direkt am Motor montiert. Zum Großteil der Zeit wird dieser im Alltagsbetrieb umgangen, erst bei Bedarf wird die Bypassklappe geschlossen und die Ansaugluft kommt direkt zum Verdichter. Das Ergebnis soll ein spontanes Ansprechverhalten und guter Durchzug sein. Es liegen laut Hersteller 700 Nm Drehmoment konstant zwischen 2500 und 3100 Umdrehungen an, die maximale Leistung beträgt 349 PS. Übertragen wird die Kraft mittels einer Achtgang-Automatik.

Eine verbesserte Fahrdynamik soll eine optionale Allradlenkung bringen. Diese sorgt bei hohen Geschwindigkeiten für verbesserte Fahrstabilität und bei weniger Tempo für höhere Agilität. Außerdem ist ein sportlich abgestimmtes Sperrdifferenzial erhältlich, der Allradantrieb quattro ist natürlich serienmäßig. Auf der optischen Seite kommen die neuen S-Modelle mit den üblichen sportlichen Veredlungen daher (Chrom, silberne Außenspiegelverkleidung, vier Abgasendrohre etc.) die Veränderungen gegenüber den jeweiligen Vorgängern beziehen sich also hauptsächlich auf den Antrieb. Der S7 startet ab 95.800 Euro, die S6 Limousine ab 85.000 Euro und der S6 Avant ab 88.620. Infos zum A5 gibt es noch keine, auch nicht, ob die Veränderungen auch für das Cabrio oder den S4 kommen.

Besonders spannend an der ganzen Sache ist aber folgender Umstand: Der Rest der Welt bekommt den S6 und den S7 weiterhin als Benziner geliefert, und zwar mit dem aus dem RS4 und RS5 bekannten 450 PS starken 2.9 TFSI, der zwar etwas weniger Drehmoment, aber ganze 100 PS mehr als die Diesel-Lösung liefert. Ein Statement?

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