Porsche: Mehr Power als kostenpflichtiger Download angedacht

3. April 2018
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Aktuelles

Bei Porsche stehen aktuelle alle Weichen auf Elektrifizierung und Digitalisierung. Das machte spätestens die Jahres-Pressekonferenz im März klar. Dort präsentierten Oliver Blume, Vorstandsvorsitzender der Porsche AG und Lutz Meschke, stellvertretender Vorstandsvorsitzender und Vorstand für Finanzen und IT, nicht nur die Rekordergebnisse für 2017, sondern auch ihre Pläne für die Zukunft. Dabei besonders spannend: Porsche intensiviert maßgeblich seine Anstrengungen im Bereich der digitalen Dienste.

Dabei meinte Finanz-Chef Meschke, dass er davon ausgeht, dass die Einnahmen für Porsche aus diesen Bereichen bereits in absehbarer Zeit zweistellige Prozentsätze des Gesamtumsatzes von Porsche ausmachen könnten – auch wenn er zugibt, dass wir uns da deutlich näher bei „10“ als bei „90“ Prozent bewegen werden. Konkrete Produkt-Vorstellungen gab es hierzu keine, aber interessante Ausblicke.

Besonders der Plan „Functions on Demand“ einzuführen machte uns hellhörig: In künftigen Porsche-Modellen wird oder könnte es also Funktionen geben, die bei der Produktion bereits eingebaut sind, aber erst verwendet werden können, wenn sie nachträglich – oder eben bei Bedarf – und gegen Gebühr freigeschalten werden. Dabei stellten Meschke und Blume als Beispiel in Aussicht, dass sich Porsche-Fahrer für ihren Ausflug auf eine Rennstrecke und somit für eine begrenzte Zeit ein paar zusätzliche Pferdestärken herunterladen könnten.

Auch Blockchain soll in den Autos aus Zuffenhausen Einzug halten. Dadurch soll – mit deutlich höherer Sicherheit als bisher – der Ver- und Entriegeln des Autos per App ebenso möglich sein wie dritten per Smartphone einen zeitlich befristeten Zugang zum eigenen Porsche zu ermöglichen. Auch die Ladeabrechnungen würden dadurch schneller, transparenter und sicherer.

Denkt man den Ansatz weiter, würde die Implementierung solcher Freischalt-Mechanismen gerade in Hinblick auf Car-Sharing-Konzepte viele neue Möglichkeiten bieten. Hersteller wie in diesem Fall Porsche könnten ausschließlich Autos in Top-Ausstattung produzieren (was die Komplexität der Fertigung deutlich reduzieren würde), allerdings würden die vollen Funktionsumfänge eben nur jenen Fahrern zur Verfügung stellen, die auch den Top-Tarif ausgewählt haben. „Economy-Fahrer“ hingegen müssten dann eben auf ein paar PS, das Navigationsgerät und die Sitzheizung verzichten.

Doch auch bei einem gekauften Privat-PKW hätte das freilich Vorteile für den Halter. Ein theoretisch bis zu 700 PS (frei erdachte Zahl) starkes Auto wäre im Alltag mit bloß 250 PS (ebenfalls frei erfundener Wert) unterwegs und würde dementsprechend auch deutlich weniger Steuern mit sich bringen. Dennoch könnte man beim Wochenend-Ausflug auf den Drag-Strip oder die Rennstrecke mittels weniger Tapser aufs Smartphone problemlos mit Super-Sportlern mithalten.

Schöne, neue Welt … zumindest irgendwann mal … vielleicht … für manche … wir werden sehen.

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