Probesitzen in Paris: Porsche Panamera

4. Oktober 2016
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Aktuelles

Die „Main Stage“ gehörte bei Porsche in Paris ja eigentlich dem neuen Porsche Panamera Hybrid – also DEM Panamera, dem sie eine vom 918 adaptierte Hybrid-Einheit eingepflanzt haben, durch die der 462 PS starke Zuffenhausener auf einen  Durchschnittsverbrauch von 2,5l/100km im neuen Zyklus kommt. Zudem schafft der Plug-In-Porsche nach voller Strom-Betankung bis zu 50 Kilometer rein elektrisch. Und das bis zu einer Geschwindigkeit von 140 km/h. Lässt man den V6-Biturbo mitarbeiten, schafft der Hybrid aus dem Stand in 4,6 Sekunden den Spurt auf 100.

dsc_0488Nicht viel weniger langsam, aber sicher deutlich öfter auf den Kaufverträgen zu finden ist hingegen der Diesel, den wir aus just diesem Grund auch in Paris als Objekt unserer Begierde auserkoren haben um darin Platz zu nehmen. Bzw. haben wir zu aller erst einmal einen Blick unter die Haube geworfen – wollten einen Blick auf den neuen 4,0 Liter V8 mit 422 PS und bis zu 850 NM Drehmoment werfen. Weit kamen wir allerdings nicht: Zu viel Plastik. Egal – ab in den Innenraum. Und da gab’s deutlich mehr zu schauen.

Der Viersitzer erinnert spätestens in seiner zweiten Inkarnation fast mehr an ein Raumschiff als an ein Auto. Und das in beiden Sitzreihen. Das liegt vor allem an den vielen, mittlerweile nur noch durch kapazitive Flächen ausgeführten „Knöpfen“ mit Hochglanzoberflächen. Das „Problem“ dieser vermeintlich eleganten Lösung wird nirgends klarer als auf einer Messe: Fingerabdrücke. Auf den Pressebildern sieht das alles ja sehr schön aus, aber sobald man ein paar mal herumgedrückt hat, wird der Wunsch laut sich eine Putzfrau fürs Auto zu leisten (siehe unten). Und „herumdrücken“ muss man viel. Immerhin kann man zum Beispiel in der zweiten Sitzreihe nicht einmal mehr die Lüftungsdüsen einstellen ohne die Touch-Tasten zu bemühen. Diese werden nämlich über eigene Motoren justiert – mit der Hand macht man hier nix mehr. Auch eine Art den Startpreis von 136.200 Euro zu rechtfertigen …

Sei’s drum. Was der Panamera jedenfalls deutlich besser macht als sein Vorgänger ist die Optik: Vorbei die Zeiten des Pottwahl-Daseins. Der neue Viersitzer ist auch in Natura ein ziemlich ansehnliches Auto geworden. Doch zurück in den Innenraum und in den Fahrersitz: Sitzposition, Ergonomie, Materialqualität alles tadellos. Typisch Porsche eben. Da gehört es dann quasi auch fast dazu, dass man nicht unbedingt ein sonderlich „luftiges“ Gefühl im Innenraum hat. Man wirkt eher stets „gut festgehalten“. Auch der Kofferraum lädt nicht unbedingt zum großen Ski-Urlaub mit der Familie ein … aber dafür kann man dann ja vermeintlich den Cayenne kaufen, oder so.

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