Quester, Stuck und Muckis Oberweite

5. Juni 2020
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Es war in den 1970er-Jahren auf der Rennstrecke von Riverside in Kalifornien, Dieter Quester (im Bild li.) und Hans-Joachim Stuck (im Bild re.) fuhren im selben BMW-Werksteam. Stuck hielt die Trainingsbestzeit, Quester kämpfte dagegen an. Als der Wiener immer näher ans Limit ging, fürchtete der Deutsche um seinen Prestige-Erfolg.

Stuck hatte das Training schon beendet und schaute sich, auf einer Düne stehend, mit seiner Freundin die ehrgeizige Aufholjagd seines Teamkollegen an. Die eindrucksvolle Oberweite der Stuck-Freundin war Quester natürlich längst aufgefallen, jedes Mal, wenn er an den beiden vorbeifuhr, warf er einen kurzen Blick auf die Mucki, wie die junge Dame hieß.

In der letzten Trainingsrunde mobilisierte Quester noch einmal alle Kräfte, um an die Bestzeit heranzukommen. Stuck ahnte angesichts seines nur knappen Vorsprungs bereits Schlimmes, als ihm der geniale Einfall kommt: Er zieht, als Quester heranbraust, Mucki das T-Shirt mit gekonntem Griff über den Kopf. Quester vergisst angesichts der beeindruckenden Szenerie aufs Bremsen und setzt den BMW in die Dünen. Sand im Motor, Triebwerk kaputt. Stuck blieb Trainingsschnellster.

Der damalige BMW-Rennleiter Jochen Neerpasch, ein bierernster Westfale, verstand freilich weniger Spaß als Quester und Stuck und verdonnerte die beiden Rennfahrer dazu, alle Spesen für Flug und Hotel selbst zu bezahlen.

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Foto: Ennstal-Classic/Peter Meierhofer

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