Rennsport-Frauenserie feierte 2021 ein Comeback

16. November 2021
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Aktuelles

Männer und Frauen: Das ewige Streitthema erhitzt mit gewohnter Regelmäßigkeit die Gemüter. Besonders die Debatte um die Gleichberechtigung von Frauen in Berufen, die bisher eindeutig in Männerhand lagen, führt zu Diskussionen. Wie Deutschlandfunk berichtet, steht die Frauenquote in Deutschland schon wieder auf der Kippe aufgrund von fragwürdigen Methoden, mit denen die Regierung ihr Ziel erreichen möchte.

Während die einen noch diskutieren und sich jeden Kommentar anhören, setzen andere ihre Ideen zielstrebig um. Der Formel-Sport hat mit der Entwicklung der W Series eine Plattform geschaffen, in der sich Rennpilotinnen etablieren können und Rennsportlerinnen gefördert werden. Denn: Wie Betway Sportwetten aufzeigt, fuhren in der Formel 1 bisher lediglich fünf Frauen mit – von insgesamt 779 Teilnehmern. Das ergibt 774 Männer und fünf Frauen. Dass in diesem Verhältnis ein Ungleichgewicht zu finden ist, muss kaum erwähnt werden. Im Jahr 1958 fuhr die Italienerin Maria Teresa de Filippis beim Großen Preis von Belgien als erste Frau auf der Rennstrecke. Die bisher letzte Dame am Steuer war 1992 Giovanna Amatis. Da sie sich für keinen GP qualifizieren konnte, bleibt Lella Lombardi die letzte Frau, die an einem Rennen teilgenommen hat. Das war 1976! Ein Jahr davor gelang es ihr als bisher einziger Frau, in die Punkteränge zu fahren. Für den sechsten Platz in Barcelona gab es allerdings nur einen halben Punkt, weil das Rennen nach einem schweren Unfall von Rolf Stommelen abgebrochen werden musste.

Foto: betway.com

W Series soll für Veränderung sorgen

Mit der zweiten Saison der W Series möchten die Verantwortlichen dort ansetzen, wo sie 2019 aufhörten. Ihre Mission ist es, den Rennsport (gefahren wird in Formel 3-Wagen) für eine neue Zielgruppe zu öffnen und den Sport für Frauen interessanter zu gestalten. Bisher fehlt eine weibliche Identifikationsfigur für Frauen auf der Rennstrecke. Für eine Umverteilung der Fans und den Aufbau einer gemischten Fanbase eine ungünstige Ausgangslage.

Die Frage, ob ein gemischtes Rennen nicht sinnvoller gewesen wäre, steht zweifellos bei der Community zur Debatte. Auch manche Rennfahrerinnen sehen die Sache kritisch, weil sie deren Meinung nach weniger eine Förderung, sondern eher eine Trennung vom männlich dominierten Motorsport darstelle.

Doch um gemischten Rennsport dauerhaft attraktiv zu machen, wäre es notwendig, dass auch Frauen an der Spitze mitfahren – aufgrund der fehlenden Damen im Rennsport ist dies derzeit nicht möglich. Somit soll die W Series vorrangig eine Plattform sein, die für mehr weiblichen Nachwuchs in der Szene sorgt.

18 Pilotinnen gaben Gas

In der Saison 2021 fuhren 18 Pilotinnen in zehn Rennen (jeweils im Vorfeld der Formel 1) um den Sieg und bewiesen, dass auch die Damen für PS-starke Leistungen sorgen können. Die 23-jährige Jamie Chadwick (GB, Aufmacher-Bild), Titelverteidigerin von 2019, war erneut nicht zu schlagen, auf den weiteren Meisterschaftsplätzen folgten Alice Powell (GB), Emma Kimiläinen (FIN) und Nerea Marti (ESP). Von 18 Frauen waren in diesem Jahr sechs Pilotinnen zum ersten Mal dabei, gefahren wurde auf dem Red Bull Ring (2x), in Silverstone, am Hungaroring, in Spa, Zandvoort und Austin (2x).

Beitrags-Foto: Jake Archibald / Wikipedia

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