RM Sotheby’s erzielt Auktions-Rekord: 81 Millionen Euro in Paris

Bei der jährlichen Auktion von RM Sotheby’s in Paris wurden insgesamt 81 Millionen Euro umgesetzt. Damit handelt es sich um die erfolgreichste europäische Auktion in der Geschichte des Hauses. Die Veranstaltung fand wie gewohnt während der Retromobile-Woche in den Salles du Carrousel des Louvre-Palastes statt und zählt zu den wichtigsten Terminen im internationalen Markt für Sammlerfahrzeuge. Besonders gefragt waren in diesem Jahr sowohl klassische Ferrari-Modelle aus den 1950er- und 1960er-Jahren als auch moderne Supersportwagen aus Maranello. Mehrere Fahrzeuge erzielten Preise im siebenstelligen Bereich.

Wichtig: Die genannten Verkaufspreise verstehen sich ohne zusätzliche Kosten. Käufer müssen bei Auktionen in der Regel Steuern sowie Gebühren für den Auktionator (Buyer’s Premium) zusätzlich zum Zuschlagspreis bezahlen.

Ferrari 250 GT California Spider erzielt über 14 Millionen Euro

Den höchsten Preis der Auktion erzielte ein 1960 Ferrari 250 GT SWB California Spider. Das Fahrzeug wurde für 14.067.500 Euro versteigert. Das Exemplar mit der Fahrgestellnummer 915GT ist der dritte von insgesamt 56 gebauten Short-Wheelbase-Modellenund gehört zu nur 39 Fahrzeugen mit abgedeckten Scheinwerfern. Der Wagen wurde ursprünglich nach Paris ausgeliefert und befand sich rund 30 Jahre lang im Besitz eines einzigen Eigentümers. Insgesamt sind nur fünf Besitzer seit der Auslieferung dokumentiert. Der Ferrari 250 GT California Spider gilt heute als eines der begehrtesten offenen Ferrari-Modelle überhaupt.

Moderne Ferrari-Supersportwagen erzielen Millionenpreise

Neben klassischen Modellen sorgten auch Ferrari-Supersportwagen aus den letzten Jahrzehnten für hohe Zuschläge.

Ein Ferrari Enzo aus dem Jahr 2004 wurde für 8.105.000 Euro verkauft. Von diesem Modell entstanden insgesamt 498 Fahrzeuge. Das versteigerte Exemplar befand sich sein ganzes Leben lang im Besitz eines einzigen Eigentümers und hatte lediglich 286 Kilometer Laufleistung.

Ein weiterer Höhepunkt war ein Ferrari F50 von 1997, der 7.598.750 Euro erzielte. Das Fahrzeug ist Nummer 223 von insgesamt 349 produzierten Exemplaren und hatte lediglich 1.680 Kilometer auf dem Tacho. Zum Fahrzeug gehörten zudem seltene Zubehörteile wie ein Hardtop, ein Kofferset, Werkzeug sowie spezielle Ferrari F50 Fahrerschuhe von Tod’s. Auch der legendäre Ferrari 288 GTO von 1985 erzielte mit 5.855.000 Euro einen bemerkenswerten Preis. Das Fahrzeug zählt zu rund 272 produzierten Exemplaren und wurde während seiner gesamten Lebensdauer von nur einem Besitzer gehalten. Angetrieben wird der 288 GTO von einem 2,8-Liter V8-Biturbo mit 400 PS.

Bugatti Bolide erstmals bei Auktion

Ein besonderes Highlight war zudem der Bugatti Bolide aus dem Jahr 2024, der für 3.998.750 Euro versteigert wurde. Es handelt sich um das erste Exemplar dieses Track-only-Hypercars, das jemals bei einer Auktion angeboten wurde. Der Bolide ist auf 40 Fahrzeuge limitiert und nutzt eine besonders leistungsstarke Version des bekannten 8,0-Liter W16-Motors mit vier Turboladern, der 1.600 PS leistet. Das angebotene Fahrzeug hatte lediglich 112 Kilometer Laufleistung.

Weitere Top-Lose der Auktion

Zu den weiteren hochpreisigen Fahrzeugen der Auktion gehörten:

  • 1971 Lamborghini Miura SV – 3.717.500 Euro

  • 2009 Mercedes-Benz SLR McLaren Stirling Moss – 3.070.625 Euro

  • 2017 Ferrari 488 GTE – 2.873.750 Euro

  • 2003 Ferrari 550 GTC – 1.973.750 Euro

  • 1962 Mercedes-Benz 300 SL Roadster – 1.355.000 Euro

Historischer Ferrari verkauft sich nach der Auktion

Kurz nach dem Ende der Auktion wurde außerdem ein besonders bedeutendes Fahrzeug verkauft: ein 1956 Ferrari 250 GT LWB Berlinetta „Tour de France“, der 12 Millionen Euro erzielte.

Das Fahrzeug gewann 1956 die Tour de France Automobile, eines der anspruchsvollsten Rennen seiner Zeit. Dieser Erfolg gab dem Modell später auch seinen Namen. Das Fahrzeug gilt als historisch besonders bedeutend, da es jedes Rennen gewann, an dem es damals teilnahm.

Zudem wurde der Wagen in seiner aktiven Zeit unter anderem vom bekannten Rennfahrer Marquis Alfonso de Portagogefahren.

Starker Start ins Sammlerauto-Jahr 2026

Die Auktion zeigt, dass sowohl klassische Fahrzeuge aus der sogenannten „goldenen Ära“ des Automobils als auch moderne Supersportwagen weiterhin stark gefragt sind. Besonders Ferrari-Modelle dominieren weiterhin den internationalen Sammlermarkt.

Mit einem Gesamtumsatz von 81 Millionen Euro setzt RM Sotheby’s damit einen neuen Rekord für seine europäischen Auktionen und unterstreicht die weiterhin hohe Nachfrage nach seltenen Sammlerfahrzeugen.

Foto: Ferrari

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