Smart forfour 1,3 passion

3. Juni 2014
1.547 Views
Tests

FAHRZEUGDATEN

Marke:Smart
Klasse:Kleinwagen
Antrieb:Vorderrad
Treibstoff:Benzin
Leistung:95 PS
Testverbrauch:6,3 l/100km
Modelljahr:2004
Grundpreis:17.340 Euro

Smart ist erwachsen geworden: fünftüriger & fünfsitziger forfour

Die Zeiten, in denen sich die Smart-Kunden mit zwei Türen, ebenso vielen Sitzen sowie Dreizylinder-Heckmotor und automatisiertem Getriebe zufrieden geben mussten, sind mit Einführung des forfour passé. Das jugendlich-frische Design des jüngsten Sprosses der DaimlerChrysler-Tochter kann zwar mit dem seiner kleineren Brüder durchaus mithalten, der große“ Smart begibt sich mit vier Türen, fünf Sitzen und Frontmotor aber in ein klas-siches Segment, in dem es zudem von etablierten Mitbewerbern nur so wimmelt – und muss sich somit erstmals echten Konkurrenz-Vergleichen stellen.
Schlecht sind die Karten hierfür jedenfalls nicht: Dank üppigem Radstand – der forfour teilt sich ja Plattform und Motoren mit dem Konzern-Bruder Mitsubishi Colt – gibt´s selbst für groß gewachsene Passagiere ordentlich Platz, allein der Fond-Einstieg ist aufgrund der schmalen Türen und der breiten C-Säule etwas umständlich.
In Sachen Variabilität – verschiebbare Fondbank, gegen Aufpreis vorklappbare Beifahrersitz-Lehne – sind sogar richtig praktische Anlagen vorhanden. Und beim Federungskomfort spielt´s für Smart-Verhältnisse sogar jede Menge Kuscheligkeit. In einem Punkt wird es der Viertürer aber schwer haben: Seine Tarife klopfen – mit feiner Mitgift – schon an die Kompaktklasse an. In diesem Punkt wäre ein smarterer Kontrast zu Konzern-Mutter Mercedes wünschenswert gewesen.

Versprüht dank auffälligen Materialien und poppigem Styling viel Esprit: forfour-Cockpit

Fahren & Fühlen
Der bei höheren Touren kernige, brustschwache 1,3-Liter-Vierzylinder dreht nach kurzer Anfahrschwäche munter hoch, hängt tadellos am Gas und bietet vernünftigen Durchzug. Straff abgestimmtes Fahrwerk mit Filterschwächen bei kurzen Schlägen, grundsätzlich neutrales Eigenlenkverhalten, zarte Lastwechselreaktionen nur bei forscher Gangart, 1A-Traktion. Indirekte und präzise (elektrische) Servolenkung leichtgängig, teilweise hakelige Schaltung. Bremsen: fein dosierbar, wirkungsvoll und standfest. Einfach verstellbare Sitze mit ausreichend Schenkelauflage, aber mäßigem Seitenhalt.

Platz & Nutz
Luftige Platzverhältnisse vorne, deutlich enger wird´s im Fond bei Kopf- und Ellbogenfreiheit. Ordentlicher Kofferraum, via (um 15 Zentimeter) verschiebbarer Rückbank oder geteilt umlegbaren Lehnen (zusätzlich neigungsverstellbar) erweiterbar, es bleibt aber eine störende
Stufe. Plus: genug brauchbare Ablagen, übersichtliches Cockpit, kleiner Wendekreis, Fahrersitz höhenverstellbar. Weniger fein: keine Gepäckraumabdeckung, ungünstig platzierte Fensterheber-Tasten ohne One-Touch-Funktion, schlecht öffnende und schließende Türen, komplizierte Bordcomputer-Bedienung, mäßige Karosserie-Übersicht nach vorne (breite A-Säule), Lenkrad nur höhenverstellbar.

Dran & Drin
Serie bei der besseren der beiden Ausstattungs-Versionen „passion“: Klimaanlage, FB-Zentralsperre, E-Fensterheber vorne, Alufelgen, Glas-Dach, Nebelscheinwerfer etc. Reichhaltige Extra-Liste: Lederpolsterung, Sitzheizung, Sportfahrwerk, E-Schiebedach, CD-Radio, Navigation, Alarm etc. Ordentliche Verarbeitung, teilweise billig wirkende Materialien, jugendliches
Design. Auch mit automatisiertem Sechsgang-Schaltgetriebe kombinierbar.

Sicher & Grün
Sicherheit: (adaptive) Front- und Seitenairbags vorne, ABS, Bremsassistent, ESP, vier Dreipunktgurte (Straffer und Gurtkraftbegrenzer auch hinten), vier höhenverstellbare Kopfstützen (reichen vorne bis 1,90 m, hinten nur bis 1,70 m). Gegen Aufpreis: durchgehende Kopfairbag-Vorhänge, dritte Kopfstütze samt Dreipunktgurt im Fond, Isofix. Brav abgehakter Umwelt-Check, Euro 4 tauglicher Motor, niedriger Sprit-Konsum.

Preis & Wert
Die schwächeren Konkurrenten Mazda2, Nissan Micra, Opel Corsa oder Toyota Yaris, sind ebenso günstiger wie die etwa gleich starken Lancia Ypsilon, Fiat Punto oder VW Polo. Teurer sind Audi A2 und Mercedes A-Klasse. Zwei Jahre Neuwagen-Garantie inkl. Mobilität (letztere gegen Aufpreis verlängerbar), nur sechs Jahre Antidurchrost-Versprechen. Werthaltung noch schwer einschätzbar, sehr dünnes Werkstatt-Netz, Service und Ölwechsel verschleißabhängig.

F A Z I T
Trendiger Kleinwagen mit pfiffigem Aussehen und vielen smarten Details.

[ i]TECHNIK:[ /i]
R4, 16V, 1332 ccm, 70 kW (95 PS) bei 6000/min, max. Drehmoment 125 Nm bei 4000/min, Fünfgang-Getriebe, Vorderradantrieb, vorne: Dreiecksquerlenker, Stabi-lisator, Federbeine, hinten: Verbundlenkerachse, Schraubenfedern, Teledämpfer, Scheibenbremsen v/h, ABS, L/B/H 3752/ 1684/1450 mm, Radstand 2500 mm, 5 Sitze, Wendekreis 10,5 m, Servo, Reifendimension 195/50 R 15, Tankinhalt 47 l, Reichweite (bis Tankreserve) 665 km, Kofferraumvolumen 268-910 l, Leergewicht 970 kg, zul. Gesamtgewicht 1455 kg, max. Anh.-Last 750 kg, 0-100 km/h 10,8 sec, 60-100 km/h (im 4. Gang) 11,0 sec, Spitze 180 km/h, Steuer (jährl.) EUR 303,60, Normverbrauch (Stadt/außerorts/Mix) 7,4/4,8/5,8 l, Testverbrauch 6,3 l ROZ 95

Basis-Preis: EUR 17.340,-

Diesen Test finden Sie in AllesAuto Heft 6/2004

Fotos: Len Vincent „

Kommentar abgeben