Tesla: Musk muss Posten als Verwaltungsratschef räumen

1. Oktober 2018
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Aktuelles

Im August gingen auf der Börse die Wellen hoch. Musk lief via Twitter durchklingen, dass er überlege Tesla zu einem Aktienpreis von 420 Dollar je Aktie von der Börse zu nehmen. Der Kurs der Aktie, die zuvor schon durch frisches Geld aus Saudi-Arabien im Steigen begriffen war, schoss innerhalb kürzester Zeit auf 379 Dollar pro Stück – eine Steigerung von über zehn Prozent. Wenig später schon sackte der Kurs aber wieder ab – es kamen Zweifel an dem Deal auf. Aktuell steht die Tesla-Aktie bei 265 Dollar.

All das erweckt die Aufmerksamkeit der US-Börsenaufsicht „SEC“. Die fanden heraus dass Musk zwar über einen solchen Deal tatsächlich Verhandlungen geführt hatte, dieser aber ebenso wenig wie die 420 Dollar beschlossene Sache waren. Der Tweet, der dies aber spätestens durch den Beisatz „Finanzierung gesichert“, annehmen ließ, sei demnach eine bewusste Täuschung bzw ein Betrug unter Leichtsinn von Musk gewesen – eine Klage war die Folge.

Anfänglich gab sich der Entrepreneur noch kämpferisch, jetzt legte er sich aber wohl doch lieber nicht mit der SEC an. Man fand zu einer Einigung, bei der beide Parteien Kompromisse eingingen. Musk und Tesla müssen jeweils 20 Millionen Dollar Strafe zahlen, die direkt an die Investoren gehen. Zudem muss Musk für mindestens drei Jahre den dem Vorsitz übergeordneten Verwaltungsrat von Tesla verlassen – die SEC wollte ihn ursprünglich auf Lebenszeit aus jedweder solchen Position verbannen. Seine Position als Vorstandschef bleibt ihm erhalten. Dafür wird nun statt ihm ein unabhängiger Vorsitzender gesucht. Zudem werden zwei, nicht von Großaktionären gestellte Mitglieder in den Rat einziehen und die SEC möchte Musks Kommunikation in Zukunft deutlich strenger beobachten.

Für Musk bedeutet das eine recht große Umstellung. Bisher stand der Verwaltungsrat geschlossen hinter ihm – er hatte defacto die volle Entscheidungsgewalt im Unternehmen und konnte tun und walten wie er wollte. Damit scheint es nun vorbei. „Vorbei“ ist die Sache damit aber noch nicht. Die SEC ist zwar erst einmal erledigt, gleichzeitig führt das US-Justizministerium Medienberichten zufolge allerdings eigene Untersuchungen zu dem Fall durch, die in eine Strafermittlung gegen Musk münden könnten.

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