Im großen Vergleichstest der stromenden City-SUV hier im Heft ab Seite 8 konnte der Fiat 600e vor allem in Sachen Sportlichkeit punkten. Die hauseigene Tuning-Filiale Abarth setzt dennoch eines drauf und steigert zum ersten die Leistung von 156 auf satte 240 bzw. bei dem von uns getesteten Topmodell „Scorpionissima“ sogar auf 280 PS. Da der Antrieb nach wie vor über die Vorderräder erfolgt, kommt ein Torsen-Sperrdifferenzial zum Einsatz, das für erstaunlich gute Traktion sorgt. Dazu gibt es feine Sport-Möbel aus dem Hause Sabelt samt deutlich tieferer Sitzposition und einen Sound-Generator, der (auf Wunsch) über Außenlautsprecher Verbrenner-Geräusche macht – authentischer und weniger peinlich als im kleinen Bruder Abarth 500e.
Doch neben dem spürbaren Mehrpreis gibt es noch weitere Abstriche gegenüber der zivilen Bau-Basis zu machen. Das 35 Millimeter tiefer gelegte Fahrwerk ist deutlich straffer abgestimmt, dazu gibt es ob der Sabelt-Sitze etwas weniger Beinfreiheit im Fond – und unverständlicherweise flog beim Abarth-Ableger die Wärmepumpe raus. Findige Familienvorstände bringen aber auch ein Plus-Argument der sportlichen Abstimmung: Die Ladekante liegt nun zwei Zentimeter tiefer.
Foto: Robert May
Motor & Getriebe
Kräftiger Vortrieb in allen Lebenslagen, auf Knopfdruck untermalt von sportlichem Verbrenner-Sound über (Außen-)Lautsprecher. Für die Rekuperation stehen nur zwei Stufen zur Verfügung.
Fahrwerk & Traktion
Ziemlich straff abgestimmt, dafür agil in flotten Kurven, dabei erst spätes Untersteuern – aber spürbare Lastwechselanfälligkeit. Kräftige, gut dosierbare Bremse. Die Lenkung könnte man sich einen Tick direkter vorstellen. Traktion dank Sperrdifferenzial überraschend gut.
Bedienung & Multimedia
Sportliche Sitzposition auf eher engem Sabelt-Satteln. Gut ablesbare, aber nicht wandelbare Digital-Instrumente. Schmaler Touchscreen, über den leider die Sitzheizung gesteuert wird – Bedienung des recht flotten Multimediasystems ansonsten OK. Dazu ein paar echte Schalter und Drehregler (für Audio-Lautstärke etwa). Ergonomisch schlecht: Fahrtrichtungswechsel über Drucktasten an der Mittelkonsole: Fein: schlüsselloser Zugang ohne Tasten-Drücken, sensorgesteuerte E-Heckklappe, genug Ablagen, Vorklimatisierung via App, USB-C-Slots auch hinten.
Innen- & Kofferraum
Vorne genug Platz, im Fond bieten Mitbewerber mehr. Gepäckabteil bestenfalls im Klassenschnitt, dank doppeltem Boden keine Stufe nach Umlegen der 2:1-Fondlehne, Fläche dann fast eben.
Dran & Drin
Der stärkere der beiden Abarth-600er bietet für 4000 Euro Aufpreis unter anderem noch Sabelt-Sitze mit Leder/Alcantara-Bezug, abgedunkelte Fondscheiben, Navi, elektrisch klappbare Spiegel, induktives Handyladen, Rundumkamera, E-Fahrersitze Sitzheizung E-Heckklappe und schlüssellosen Zugang. Verarbeitung sauber und solide, für die Preisklasse aber zu viel Hartplastik.
Schutz & Sicherheit
Keine Airbag-Highlights, der „Scorpionissima“ hat dem Basismodell „Turismo“ Fernlicht-Assistent, Toterwinkel-Warner und automatische Spurführung voraus. Die Assistenzsysteme funktionieren ganz gut und lassen sich relativ leicht deaktivieren.
Reichweite & Laden
Praxis-Reichweite spürbar schlechter als von Werk versprochen, auch ob fehlender Wärmepumpe. Bei 3,6 kW ist ein leerer Akku in etwas mehr als 16 Stunden wieder voll, 100 kW Gleichstrom-Laden ist für die Klasse OK.
Preis & Kosten
Kein Preis-Hit, immerhin etwas günstiger als der baugleiche Alfa Junior, der weniger sportliche Smart #1 ist spürbar billiger zu haben. Stromverbrauch zu hoch. Kurze Service-Intervalle, immerhin genug heimische Marken-Werkstätten. Nur zwei Jahre Garantie, gegen Aufpreis fünf.
R4, 16V, Turbo, 1498 ccm, 150 PS (110 kW) bei 5000/min, max. Drehmoment 250 Nm bei 1500–5000/min,E-Motor 116 PS (85 kW) bzw. 150 Nm, Systemleistung 204 PS (150 kW) bzw. 350 Nm, Akku 19,7 kWh,Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe, Vorderradantrieb, Scheibenbremsen v/h (v bel.), L/B/H 4289/1789/1478 mm, Radstand 2630 mm, 5 Sitze, Wendekreis 11,1 m, Reifendimension 225/45 R 17 (Testwagen-Bereifung 225/40 R 18), Tankinhalt 40 l, Reichweite 645 (plus elektr. 99) km, Kofferraumvolumen 273–1129 l,Leergewicht (EU) 1652 kg, zul. Gesamtgewicht 2080 kg, max. Anh.-Last 1700 kg, 0–100 km/h 7,2 sec, Spitze220 (el. 140) km/h, Steuer (jährl.) € 475, Werkstätten in Österreich 251, Service alle 30.000 km (alle 2 Jahre), WLTP-Normverbrauch kombiniert 0,3–0,6 l, Testverbrauch 0,1–6,2 l ROZ 95, CO2 (Norm/Test) 7/2,3–143 g/km
sechs Airbags, Notbrems-Assistent, Spurhalte-Assistent, Verkehrszeichenerkennung, Adaptiv-Tempomat mit Stau-Assistent, Toterwinkel-Assistent, adaptive Spurführung, Fernlicht-Automatik, Aufmerksamkeits-Assistent, Licht- und Regensensor, Klimaautomatik, vier E-Fensterheber, digitale Instrumente 7 Zoll, 10,25-Zoll Touchscreen-Multimediasystem mit 6 LS, Navigationssystem, Apple CarPlay & Android Auto, induktives Handyladen, Innenspiegel autom. abblendend, Außenspiegel el. klappbar, Einparkhilfe v/h, Rückfahrkamera, Sabelt-Sportsitze mit Leder/Alcantara-Polsterung, E-Fahrersitz, Sitzheizung v, 20 Zoll-Aluräder, heizbare Windschutzscheibe, sensorgesteuerte E-Heckklappe, schlüsselloser Zugang, Mode 3-Ladekabel, abgedunkelte Fondscheiben, Torsen-Sperrdifferenzial etc.
Ladekabel für Haushaltssteckdose € 200,–




