Test Dacia Bigster Journey Hybrid 155

Fahrzeugdaten:

Automarke:
Dacia
Klasse:
Geländewagen/SUV
Antrieb:
Vorderrad
Leistung:
155PS
Treibstoff:
Benzin
Treibstoff:
5,8l/100km
Modelljahr:
2025
Grundpreis:
29990€
Ganz knapp nur ist der Bigster der längste Dacia, er überraget hier den Hochbau-Kombi Jogger nur um zwei Zentimeter, auch fehlt ihm die Option einer dritten Sitzreihe. Den­noch ist der neue Rumänen-SUV ganz klar das Flaggschiff der Renault-Filiale aus dem Osten, denn in Sachen Ausstattungs-Features setzt er für die Marke neue Maßstäbe: Elektrische Heck­klappe, Adaptiv-Tempomat, teilelektrisch verstellbaren Fahrersitz oder Panorama-Schie­bedach gab es schließlich noch nie von Dacia. Dennoch: Von Luxus ist der Bigster weit entfernt, die Materialien im Cockpit sind sämt­lich Hartplastik-Teile (wenn auch gefällig angerichtet), Laderaum-Rollo und Fußmatten wirken gar billig – letztere lassen sich aber übers Zubehör-Programm um 70 Euro auf Premium-Teppiche upgraden. Eine klare Kaufempfehlung. Der äußere Auftritt ist alles andere als ärmlich, der Bigster wirkt wie die Stretch-Va­riante des optisch ebenfalls gelungenen Duster. Auf den Vordersitzen ist das Platz­angebot identisch zum kleinen Bruder, im Fond bietet der Neue freilich deutlich mehr Beinfrei­heit, wenn auch etwas weniger Schenkelauflage. Der größte Unter­schiede im Ver­gleich zum 23 Zentmeter kürzeren Bruder zeigt sich im Laderaum: Bei der Hybrid-Version lautet das Plus auf 116 Liter. Der klassische Benzin/Elektro-Zwitter ist beim Bigster auf jeden Fall die beliebteste Variante, auch wenn es bei ihr keine Allrad-Option gibt. Doch die Traktion reicht den meisten Usern locker aus – und der Verbrauch bleibt im Rahmen. Dazu bietet der Hybrid die einzige Möglichkeit sich aus der überschaubaren Palette ein Modell mit nur zwei Pedalen zu krallen. Gutes Stichwort: Die von Renault bekannte Multimode-Automatik reagiert bisweilen etwas zögerlich und schaltet auch nicht immer ganz durchschaubar, doch in Summe funktioniert das Zusammenspiel der beiden Motoren meist harmonisch, die Fahrleistun­gen sind zufriedenstellend. Dazu hinterlassen die Bremsen einen tadellosen Eindruck, sowohl was die Dosierbarkeit als auch die Wirkung betrifft. Das größte Atout des Bigster ist freilich seine Unaufgeregtheit – und dass er einen in der Regel in Ruhe lässt. Zu viele Assistenzsysteme sind nicht an Bord, mit einem Zwei­fach-Druck auf eine echte Taste links vom Lenkrad lässt sich die individuelle Konfi­gura­tion der elektronischen Helferlein abrufen – und wenn man die zuvor richtig „program­miert“ hat, sind dann die nervigen Warntöne auf stumm geschaltet. Relativ leise (und komfortabel) gibt sich der Bigster auch unterwegs, allerdings gibt es ab etwa 100 km/h Windgeräusche im Bereich der A-Säulen. Es gilt also auch bei diesem Dacia: Perfekt ist er nicht, doch die Abstriche, die man gegenüber der weitaus teureren Kon­kurrenz machen muss, sind absolut erträglich. Und man kommt einmal mehr drauf, mit wenig Auto man das Auslangen findet – und wie befreiend das sein kann. Foto: Robert May Motor & Getriebe Unter Last etwas brummiger, aber vibrationsarmer Saugbenziner mit recht viel Dreh­moment. Gutes, bisweilen etwas unspontanes und ruckeliges Zusammenspiel mit dem potenten E-Motor, insgesamt befriedigende Fahrleistungen. Höhere Rekupera­tionsstufe über Automatik-Wählhebel einstellbar. Windgeräusche im Bereich der Frontscheibe ab 100 km/h. Fahrwerk & Traktion Gute Fahrwerksabstimmung, straff, aber nicht unkomfortabel, erträgliche Seitenneigung in flotten Kurven – dabei recht spätes Untersteuern und keine Lastwechsel-Tücken. Überraschend gute Traktion, kräftige Bremsen. Die im richtigen Maß Servo-unterstützte Lenkung könnte etwas mehr Fahrbahn-Kontakt vermitteln. Bedienung & Multimedia Ordentliche Sitzposition auf gut gepolsterten Möbeln.…

5.7

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Fazit

Familientauglicher SUV, stellenweise billig gemacht, dafür preisgünstig und sparsam.

Motor & Getriebe
Fahrwerk & Traktion
Bedienung & Multimedia
Innen- & Kofferraum
Dran & Drin
Schutz & Sicherheit
User Rating : No Ratings Yet !
6

Ganz knapp nur ist der Bigster der längste Dacia, er überraget hier den Hochbau-Kombi Jogger nur um zwei Zentimeter, auch fehlt ihm die Option einer dritten Sitzreihe. Den­noch ist der neue Rumänen-SUV ganz klar das Flaggschiff der Renault-Filiale aus dem Osten, denn in Sachen Ausstattungs-Features setzt er für die Marke neue Maßstäbe: Elektrische Heck­klappe, Adaptiv-Tempomat, teilelektrisch verstellbaren Fahrersitz oder Panorama-Schie­bedach gab es schließlich noch nie von Dacia.

Dennoch: Von Luxus ist der Bigster weit entfernt, die Materialien im Cockpit sind sämt­lich Hartplastik-Teile (wenn auch gefällig angerichtet), Laderaum-Rollo und Fußmatten wirken gar billig – letztere lassen sich aber übers Zubehör-Programm um 70 Euro auf Premium-Teppiche upgraden. Eine klare Kaufempfehlung.

Der äußere Auftritt ist alles andere als ärmlich, der Bigster wirkt wie die Stretch-Va­riante des optisch ebenfalls gelungenen Duster. Auf den Vordersitzen ist das Platz­angebot identisch zum kleinen Bruder, im Fond bietet der Neue freilich deutlich mehr Beinfrei­heit, wenn auch etwas weniger Schenkelauflage. Der größte Unter­schiede im Ver­gleich zum 23 Zentmeter kürzeren Bruder zeigt sich im Laderaum: Bei der Hybrid-Version lautet das Plus auf 116 Liter.

Der klassische Benzin/Elektro-Zwitter ist beim Bigster auf jeden Fall die beliebteste Variante, auch wenn es bei ihr keine Allrad-Option gibt. Doch die Traktion reicht den meisten Usern locker aus – und der Verbrauch bleibt im Rahmen. Dazu bietet der Hybrid die einzige Möglichkeit sich aus der überschaubaren Palette ein Modell mit nur zwei Pedalen zu krallen.

Gutes Stichwort: Die von Renault bekannte Multimode-Automatik reagiert bisweilen etwas zögerlich und schaltet auch nicht immer ganz durchschaubar, doch in Summe funktioniert das Zusammenspiel der beiden Motoren meist harmonisch, die Fahrleistun­gen sind zufriedenstellend. Dazu hinterlassen die Bremsen einen tadellosen Eindruck, sowohl was die Dosierbarkeit als auch die Wirkung betrifft.

Das größte Atout des Bigster ist freilich seine Unaufgeregtheit – und dass er einen in der Regel in Ruhe lässt. Zu viele Assistenzsysteme sind nicht an Bord, mit einem Zwei­fach-Druck auf eine echte Taste links vom Lenkrad lässt sich die individuelle Konfi­gura­tion der elektronischen Helferlein abrufen – und wenn man die zuvor richtig „program­miert“ hat, sind dann die nervigen Warntöne auf stumm geschaltet.

Relativ leise (und komfortabel) gibt sich der Bigster auch unterwegs, allerdings gibt es ab etwa 100 km/h Windgeräusche im Bereich der A-Säulen. Es gilt also auch bei diesem Dacia: Perfekt ist er nicht, doch die Abstriche, die man gegenüber der weitaus teureren Kon­kurrenz machen muss, sind absolut erträglich. Und man kommt einmal mehr drauf, mit wenig Auto man das Auslangen findet – und wie befreiend das sein kann. 

Foto: Robert May

Motor & Getriebe

Unter Last etwas brummiger, aber vibrationsarmer Saugbenziner mit recht viel Dreh­moment. Gutes, bisweilen etwas unspontanes und ruckeliges Zusammenspiel mit dem potenten E-Motor, insgesamt befriedigende Fahrleistungen. Höhere Rekupera­tionsstufe über Automatik-Wählhebel einstellbar. Windgeräusche im Bereich der Frontscheibe ab 100 km/h.

Fahrwerk & Traktion

Gute Fahrwerksabstimmung, straff, aber nicht unkomfortabel, erträgliche Seitenneigung in flotten Kurven – dabei recht spätes Untersteuern und keine Lastwechsel-Tücken. Überraschend gute Traktion, kräftige Bremsen. Die im richtigen Maß Servo-unterstützte Lenkung könnte etwas mehr Fahrbahn-Kontakt vermitteln.   

Bedienung & Multimedia

Ordentliche Sitzposition auf gut gepolsterten Möbeln. Simple Digitalinstrumente, kaum wandelbar. Multimediasystem langsam (vor allem das Navi), aber einfache und gut strukturierte Menüführung. Startknopf etwas versteckt hinterm Lenkrad. Plus: Kühlfach in der Mittelkonsole, USB-C-Anschlüsse auch im Fond, schlüsselloser Zugang ohne Tasten-Drücken, E-Heckklappe Serie. Genug Ablagen, Radio-Bediensatellit an der Lenksäule nach etwas Gewöhnung praktisch.

 

Innen- & Kofferraum

Genug Platz vorne wie hinten, die Schenkelauflage könnte aber üppiger sein, vor allem im Fond. Die Hybrid-Technik raubt dem Kofferraum satte 121 Liter, er reicht aber für Familien aus. Großes Fach unterm doppelten Boden, ist dieser auf der oberen Position, entsteht keine Stufe nach Umlegen der 2:1:2 geteilten Fondlehne – der Boden bleibt fast eben. Beim Hybrid-Modell 500 Kilo weniger Anhängelast. Minus: hohe Ladekante.  

Dran & Drin

Um attraktive 2000 Euro Aufpreis hat der getestete „Journey“ der Basis-Version „Ex­pres­­sion“ unter anderen größere Digital-Instrumente, Navi, abgedunkelte Fondschei­ben, Adaptiv-Tempomat, schlüssellosen Zugang, induktives Handyladen, E-Heckklap­pe, teilelektrischen Fahrersitz, 18-Zöller und Fernlicht-Automatik voraus. Viel Hartplastik innen, immerhin gut verarbeitet. Eine Handvoll Extras sowie etwas Zubehör ums güns­tige Geld. Weiß ist die einzige aufpreisfreie Farbe.  

Schutz & Sicherheit

Herkömmliches Airbag-Menü, auch bei den Assistenzsysteme gibt es keine Ausreißer – den Toterwinkel-Warner bekommt man mit dem empfehlenswerten City-Paket, einen Spurführungs-Assistenten gar nicht. Nervige Warntöne mit einer (echten) Taste deaktivierbar

Preis & Kosten

Mit Abstand günstigster SUV dieser Größe, die (stärkeren) Kia Sportage, Ford Kuga und Honda ZR-V kosten gut 15 Tausender mehr. Mit ähnlicher Antriebstechnik kommt der Coupé-hafte Konzern-Bruder Renault Arkana rund 2000 Euro teurer. Ums ver­gleich­bare Geld wie den Bigster gäbe es deutlich kleineren Hyundai Kona. Drei Jahre Neuwagen-Garantie, aber nur sechs gegen Durchrosten. Dich­tes Werk­statt-Netz, lange Service-Intervalle. Praxis-Verbrauch durchaus attrak­tiv.

R4, 16V, 1793 ccm, 109 PS (80 kW) bei 5300/min, max. Drehmoment 172 Nm bei 3000/minE-Motor 48 PS(35 kW) bzw. 205 Nm, Systemleistung 156 PS (115 kW), Akku 1,4 kWh, Multimode-Automatik, Vorderradantrieb, Scheibenbremsen v/h (v bel.), L/B/H 4570/1813/1712 mm, Radstand 2702 mm, 5 Sitze, Wendekreis 11,0 m, Reifendimension 215/60 R 18 (Testwagen-Bereifung 205/55 R 19), Tankinhalt 50 l, Reich­weite 860 km, Kofferraumvolumen 546–1851 l, Leergewicht (EU) 1487 kg, zul. Ge­samtgewicht 1940 kg, max. Anh.-Last 1000 kg, 0–100 km/h 9,7 sec, Spitze 174 km/h, Steuer (jährl.) € 976,32, Werkstätten in Österreich162, Service alle 30.000 km (mind. alle 2 Jahre),WLTP-Normverbrauch kombiniert 4,6 l, Testverbrauch 5,8 l ROZ 95, CO2 (Norm/Test) 105/133 g/km

Front- und Seitenairbags v, durchgehende Kopfairbag-Vorhänge, Notbremsassistent inkl. Fußgänger- und Radfahrer-Erkennung, Spurhalte-Assistent inkl. Spurhalte-Warner, Müdigkeitswarner, Verkehrszeichen-Erkennung, LED-Tagfahr- und Abblendlicht, Nebelscheinwerfer, Licht-, Regen- und Fernlichtsensor, Rückfahr­kamera, akustische Einparkhilfe h, Adaptiv-Tempomat, Digital-Cockpit 10 Zoll, Info­tainmentsystem mit 10 Zoll-Touchscreen, Navigationssystem, DAB+, 6 Lautsprecher, Android Auto & Apple CarPlay (beides kabellos), induktives Handy-Laden, je 2 USB-C v/h, Zweizonen-Klimaautomatik, Außenspiegel heizbar sowie el. verstell- und klappbar, schlüsselloser Zugang, E-Parkbremse, Lenkrad höhen- und reichweitenverstellbar, Fahrersitz teilelektr. verstellbar, vier E-Fensterheber, abgedunkelte Fondscheiben, E-Heckklappe Dachreling, 18 Zoll-Leichtmetallräder etc.

Winter-Paket (Vordersitze und Lenkrad heizbar) € 244,– (inkl. heizb. Wind­schutz­­scheibe € 488,–), E-Panorama-Glasschiebedach € 915,–, Aluräder 19 Zoll € 366,–, City-Paket (Einparksensoren vorne und seitlich, Rundum-Kamera, Toter Winkel-Warner) € 427,–, Metallic- oder Perl-Lack € 732,–

Zubehör: Schmutzfänger € 32,– (exkl. Montage), Kofferraum-Matte € 115,–, beleuch­tete Einstiegs­leisten € 180,–, seitliche Trittstufen € 558,– (exkl. Montage), Anhänge­kupplung € 488,– (abnehmbar € 611),– etc.

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