Vier Gründe, warum der Hennessey F5 vermutlich keine 480 km/h fährt

22. November 2017
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Aktuelles

Bis vor kurzem war die 400 km/h-Schallmauer noch so gut wie undurchdringbar. Der Bugatti Veyron war, zumindest was ein 0815-Autoquartett angeht, das einzige Fahrzeug, der die magische Höchstgeschwindigkeit erreichen konnte. Doch mittlerweile drängen immer mehr Hersteller in diese Sphären vor. Zuletzt konnte Koenigsegg eindrucksvoll unter Beweis stellen, dass sie richtig schnelle Geschosse bauen können. Nach der Präsentation des Hennessey Venom F5, der die 400 km/h-Marke um 80 km/h übertreffen will, wird immer häufiger die Frage gestellt, wohin die Reise noch gehen kann – denn 480 km/h ist sechsmal so schnell, wie man auf unserer Wiener Stadtautobahn fahren darf. Warum man diese Ankündigung durchaus skeptisch betrachten sollte, lest ihr hier.

400-kmh-reifen

 

Zum Einsatz kommen Reifen des Typs Michelin Pilot Sport Cup 2 mit einer speziell für die Hochgeschwindigkeits-Orgien des Bugatti Chiron entwickelten Gummimischung. Laut Hersteller haben die Reifen eine Zulassung bis 420 km/h. Im Koenigsegg-Rekordvideo sehen wir zwar kurzzeitig 450 km/h auf demselben Reifen, was aber nicht bedeutet, dass die Gummis auch 480 km/h mitmachen. Man muss dabei die exponentiell ansteigenden Kräfte bedenken, die bei solchen Belastungen entstehen. Alternativen gibt es nicht, da dies wirklich die einzigen Pneus sind, die für solch wahnsinnige Geschwindigkeiten entwickelt wurden.

John Hennessey, Firmengründer meint dazu: „Hennessey wird auch diese Michelins verändern, außer ein anderer Reifenhersteller will uns einen maßgeschneiderten Reifen machen. Wir glauben aber auch, dass der Reifen jetzt schon gut für unser Vorhaben ist, wenn man bedenkt, dass unser Venom F5 viel leichter als so ein Bugatti Chiron ist. Für Bugatti sind die Reifen ein limitierender Faktor, für uns aber nicht. Da wir den Reifen nicht überladen, kommen sie selbst bei unseren Geschwindigkeiten nicht an die Belastungsgrenze.“

Diese Aussage ist eigentlich mehr als kühn. Der Grundgedanke der Amerikaner wäre dann jener:“Wir können mit den Reifen 480 km/h schnell fahren, obwohl Bugatti – die mit dem VAG-Konzern einiges an Ingenieurskunst und Hirnschmalz in der Hinterhand haben – sich nicht vorstellen kann, es mit dem eigenen Auto zu tun.“

Michelin sagt zur Hennesseys Behauptung:“ Das Gewicht des Autos hat nichts damit zu tun. Sobald ein Fahrzeug Spoiler hat, die einen Anpressdruck verursachen ist das Eigengewicht sowieso hinfällig. Der Problemfaktor bei solchen Geschwindigkeiten ist die Temperatur. Wenn die steigt, wächst nämlich die Reifengröße. Wenn wir zur Teilnahme aufgefordert werden, arbeiten wir eng mit dem Autohersteller zusammen, um die Integrität des Reifens bei hohem Tempo zu gewährleisten. Es ist aber so, dass mit solchen Autos, also Chiron und Koenigsegg, es immer auf Michelin herausläuft, um solche extremen Dinge zu ermöglichen.“

Bild: Michelin/Hennessey

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