Der Sommer kommt: Die 10 besten Cabrios für unter 10.000 Euro

3. Juni 2016
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Damit es wirklich jeder weiß, sei gesagt, dass der Sommer nun auch aus meteorologischer Sicht endgültig angefangen hat. Cool, danke! Und es stimmt wirklich: da oben, hinter den Regenwolken und oberhalb des kalten Windes, weit weg von hagelkörnerbedeckten Straßen und vermurten Hängen scheint sie wirklich – die Sonne, der Wärmespender schlechthin und die Grundvoraussetzung für schönes Wetter. Und richtig – zum schönen Wetter passt ein Cabrio einfach perfekt dazu. Verdeck runter, Sonnenbrille auf, und schon ist stets ein wenig Urlaubsfeeling mit dabei.

Und genau das ist der Punkt: Vielleicht ist es ja schlauer, das Urlaubsgeld und die gesparte Kohle am Konto nicht für einen Badeurlaub an irgendeinem Traumstrand auszugeben, sondern für ein geiles Cabrio? Schon, oder? Eben, und daher gibt es nun die ultimative Kaufberatung: Was man mit 10.000 Euro anstellen kann, wenn man kein Dach über dem Kopf haben möchte. Natürlich könnte man nun zu den üblichen Verdächtigen greifen, aber hey: Das kann ja jeder! Und außerdem gibt es so viele coole Kisten, die vor allem eines bieten: Fahrspaß. Oder eine gute Heizung. Da wir ja nicht blöd sind, suchten wir in der Kategorie bis knapp 11.000 Euro. Ein wenig verhandeln kann schließlich ein jeder, oder?

 

Toyota MR2Toyota

Midship Runabout fort wo, also ein Mittelklasserumglühgerät für zwei, so oder so ähnlich lautet die Bedeutung eines der spaßigsten Toyotas der Neuzeit. Sicher, Hardliner meinen bis heute, dass die ersten zwei Generationen besser waren, weil eckiger und brutaler abgestimmt und blablabla. Aber die dritte und letzte Auflage von 2003 behielt die wichtigsten Insignien bei: Mittelmotor-Anordnung, eine knappe Stoffhaube und ein agiles, aber nicht unbequemes Fahrwerk. Eine echte Gaudi zu fahren, aber bei weitem nicht mehr so harakiri-mäßig abgestimmt wie seine Vorgänger. Klar zieht man mit den 140 PS keine Schlagsahne mehr vom Eis, aber zum rumblödeln in der Stadt reicht die Power heute noch. Also: 2005er-Modelle liegen derzeit voll im Budget.

 

BMWBMW E30 Cabrio

Ein Evergreen, ein Klassiker, ein ewiger Liebling der Massen. Diezweite 3er-Generation war einfach rundum gelungen, ihr schnörkelloses Design gefällt bis heute. Und das gilt natürlich auch für das Cabrio. Ein wichtiges Auto für BMW, denn die große Vielfalt des Typs E30 machte einen großen Teil seines Erfolgs aus. Und heute kann man sich damit schon wieder sehen lassen. Das dunkle Tal der Heizer und Verschlimmbesserer hat der fesche Münchner schon lange durchschritten, die lichten Höhen des Youngtimertums scheinen nun ebenso auf seine glatte Linienführung wie die sonnigen Gemüter zahlreicher Fans und, räupser, herzloser Investoren, jedoch: Das Preisniveau ist überraschend human geblieben, für zehn Flieger hat man sogar eine kleine Auswahl. 320i mit 129 PS von 1989 sind zu finden, ebenso wie etwas ältere 325i.

 

Volvo C70 Cabrio Volvo

Elegant und gediegen durch die Landschaft rollen, entspannt auf den breiten Ledersesseln knozen und gepflegt dem Quintett unter der vorderen Haube lauschen – so kann Volvofahren auch aussehen. Der C70 von 2001 war wirklich nicht sportlich – und verdammt wollen wir sein, das war die beste Entscheidung von Volvo überhaupt. Außer es war schon so heiß, dass man an den Ledersesseln anklebte, aber ansonsten war die Fahrt im offenen C70 immer einen Tick entspannender als mit anderen teuren Cabrios. Es lag wohl an diesem skandinavischen Gen der Gelassenheit, sich selber nicht so wichtig nehmen zu müssen. Hier ging es nicht ums Angeben. Sondern um den Genuss des Fahrens unter freiem Himmel. Und da gehört natürlich der passende Soundtrack dazu, wofür fünf Zylinder zuständig waren und ihren Job bis zum Schluss mehr als nur gut erledigten. Man könnte also auch sagen: Zum Glück war der C70 nicht wirklich schnell, weil so dauerte die Fahrt noch ein Stückchen länger.

 

Smart Roadster Brabus Coupe

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Jetzt wird es knackig! Hier geht es nämlich nicht um Größe, Stärke, Geschwindigkeit. Sondern um das, was Fahrspaß, die pure, unverfälschte Form der Freude am Fahren, ausmacht. Nämlich das Vermitteln von der direkten Verbundenheit mit der Straße. Und ausgerechnet der erste Smart, dieser quadratische Stadtdodelbär, bildete die Basis für einen der gelungensten Sportwagen des letzten Jahrzehnts. Kein Gewicht, ein quirliger Dreizylinder-Turbo in Mittelmotor-Anordnung, dazu zwei Schalensitze und extraknackige Abmessungen, das passte auf einmal alles hervorragend zusammen. Der Roadster ließ sich herrlich leicht und fröhlich bewegen, und als Brabus von 2004 hatte er mit 101 PS sogar so viel Leistung, um auch halbwegs mit den anderen mitfahren zu können. Aber Jungejunge, das Gefühl, schnell zu sein, vermittelte er um Welten besser als praktisch die gesamte andere Meute. Wer also stets legal aber gefühlt am Limit unterwegs sein möchte – bitte kaufen, so viel Gaudi pro PS gibt es nie wieder.

 

Saab 9-3 Cabrio Saab

Nein, das ist eine Lüge, dass das letzte Saab Cabrio mit geschlossenem Verdeck am meisten Spaß machte. Sein Geheimnis war lediglich, dass es im Wintermodus den Eindruck vermittelte, so etwas wie eine Art Safe zu sein. Unglaublich robust und solide, wie ein Fels, dem Schnee und Kälte völlig schnurz sind. Diese konstruierte Geborgenheit hatte zwar den Nachteil, dass man relativ weit unten saß, sprich: die Gürtellinie war sehr hoch, richtig im Freien saß man also nicht. Aber andererseits gab es so geile Features wie den Night-Mode, wo man auf Knopfdruck die gesamte Instrumentenbeleuchtung mit Ausnahme des Tachometers ausschalten konnte, und so wie in einem Stealth-Bomber durch die dunkle Nacht zoomte. Das ging auch recht problemlos, denn 2004er-Modelle mit 175 PS aus einem Zweiliter-Turbomotor sind voll im Budget. Es bedarf allerdings noch eines Wortes der Warnung: Diese Kiste ist wirklich langlebig. Es kann also sein, dass sie einen problemlos überlebt.

 

Porsche Porsche Boxster

Puh, wirklich der? Dieser Möchtegern-Elfer? Der mit den Spiegeleier-Scheinwerfern? Die Reibe hat ja nur 204 PS, das ist ja nicht mal schnell oder irgendwie brauchbar stark. Das mag alles stimmen, aber trotzdem: Der Boxster ist trotz seiner etwas patscherten Anfänge durch und durch ein echter Porsche. Er lenkt wie einer, klingt wie einer. Und aufgrund der Mittelmotor-Anordnung liegt er sogar besser als die Carreras. Ja und wegen der Leistung: 204 PS kann man sich leisten, ohne bei der nächsten Vorschreibung in Tränen auszubrechen. So, und was genau ist an diesem Porsche jetzt genau so schlecht? Ganz abgesehen davon: Ohne Boxster würde es Porsche heute nicht mehr geben. Der kleine Offene markiert also einen wichtigen Wendepunkt in der Firmengeschichte, stellt zudem die Rückkehr zur Mittelmotorbauweise dar, und alles zusammen spricht wohl sehr dafür, dass vor allem die Autos des ersten Bauiahres (es geht immer um die frühen Versionen) sicher einmal einiges wert sein werden.

 

Mercedes 500 SL Mercedes

Ja warum denn eigentlich nicht? Klassische Mercedes sind zwar auch diese typischen Kandidaten, die langsam ins Unbezahlbare klettern. Und um einmal ganz ehrlich zu sein: Ob sie das, was sie derzeit kosten, wirklich wert sind, möchten wir hier lieber nicht beantworten müssen. Aber warum soll man sich denn damit rumärgern, wenn man für viel viel weniger Geld ein viel viel besseres Auto bekommen kann? Der R129 von 1989 war eine Revolution: Die futuristische Formgebung. Der automatisch ausfahrende Überrollbügel. Da haben die Buben von damals alle runde Augen bekommen, und die alte Vorgängerschleuder von Jennifer Heart und Bobby Ewing war auf einmal ganz ganz altmodisch. Und genau diese Buben von damals schätzen den R129 heute als leistbaren Roadster. 500 SL mit 326 PS von 1991 gibt es für die vereinbarte Kohle. Der große Stern im Grill ist übrigens Serie.

 

Audi TT 1,8t

Audi

Bedanken wir uns beim Golf IV. Ohne diesem Massenmodell hätte es den TT nämlich nie gegeben. Weil für Audi ein stückzahlenmäßig so unwichtiges Modell sich nie und nimmer gerechnet hätte. Weil der TT nämlich verhältnismäßig klein und preiswert war. Aber so war das damals halt, und weil alle ja Marken unter dem großen Konzernschirm gut geschützt am Strand der Weltmärkte liegen, konnte man sich so Experimente wie den offenen Zweisitzer locker leisten. Die Form war immer schon eigenständig und unverwechselbar, der Name ein Wink an die glorreiche Vergangenheit. Und die Technik ein Best-of des Konzerns: Bremsen vom S3, die Motoren vom Golf GTI und auch vom S3, alles gab es irgendwo anders schon. Aber in Kombination mit der leichten und flachen Karosserie ergab der Teilemix ein erstaunlich knackig zu fahrendes Automobilchen. Erstaunlich auch, dass es heute kaum mehr originale Exemplare gibt. Die spezielle Form dürfte den Spieltrieb manch selbsternannter Tuner wohl etwas zu stark angestachelt haben. Dennoch gibt es schwache Versionen mit 180 PS von 2000 noch für die anberaumte Kohle. Wie gesagt: noch.

 

 Mazda MX-5 1,8i Hardtop

MazdaMan kann ihn einfach nicht auslassen bei so einer Geschichte. Den Urmeter der Roadstergaudi der Neuzeit. Aber wir zeigen einen der interessantesten Vertreter seiner Gattung. Vielleicht nicht den beliebtesten, aber definitiv den praktischsten. Das Roadstercoupé, also die Variante mit klappbarem Metalldach. Und so schlau bin ich auch, dass ein so schweres Verdeck das Gewicht nach oben, und die Idee des reinen Fahrens nach unten treibt. Aber machen wir uns nichts vor: Wir leben in einer bequemen Zeit mit Drive-Ins, Bluetooth-Headsets und einer Fernbedienung für wirklich alles. Und so geil das Konzept des puristischen Fahrens auch klingt – in letzter Konsequenz wollen wir Gummibärchen dann doch lieber nicht vom Sofa aufstehen und einen Finger unnötig stark krümmen. Also lassen wir das Auto die Arbeit machen. Und abgesehen davon: der MX-5 ließ sich trotzdem noch lustig fahren. Und weil unsere Sommer ja doch oft verregnet sind, kann man gegen ein ordentliches Verdeck nichts einwenden, nicht?

 

Daihatsu Copen Daihatsu

Ja, ich weiß. Erstens: Daihatsu. Zweitens: 87 PS. Und drittens. Frontantrieb. Aber die Geschichte über dieses Auto zeigt wieder einmal, dass man den Tag nie vor dem Abendessen loben soll. Ein guter Koch zaubert aus den komischsten Zutaten noch ein geniales Gericht, und genau das war beim Copen der Fall: Der Wagen war wirklich winzig. Zwei Personen passten mit ach und weh hinein. Der Motor war wirklich nicht stark, aber drehte wie der Teufel und schrie dabei wie ein Babytiger, der seinen stolzen Vater beeindrucken möchte. Und irgendwie brachte einen der Copen einfach zum lachen, weil er durch den Verkehr wuselte wie eine Turbomaus, die drei Tage lang nichts zu essen hatte. Wenig Masse ist nun einmal die goldene Zutat für hohe Agilität, und die Gaudi, einen Copen zu bewegen, hörte nicht mit dem Einparken auf: Man übersah den Daihatsu in Parklücken regelmäßig – siegessichere Parkplatzsucher erschraken regelmäßig, als der Parkplatz auf einmal doch nicht frei war. Und zu allem Überfluss hatte der kleine Japaner auch noch ein Metallfaltdach, so wie die Großen und Teuren. Kein Wunder also, dass 2007er-Modelle noch immer 10.000 Euro kosten. Sie sind aber auch jeden Cent wert.

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