Alles Auto Jänner/Februar 2018

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Editorial

Laut Bestandsstatistik tragen mehr als 20 Prozent aller Pkw hierzulande ein VW-Logo, in Summe eine gute Million Fahrzeuge. Volkswagen ist also, nomen est omen, die Marke fürs Volk. Und dennoch polarisieren die Wolfsburger. Diejenigen, die einen fahren, sind in der Regel zufrieden damit. Alle anderen sehen darin nicht selten ein Feindbild. Wehe also, wenn bei einem ALLES AUTO-Vergleichstest wie­der ein­mal ein VW-Mo­dell gewinnt – oder auch nur eines aus dem großen Volkswa­gen-Kon­zern. Die Reak­tionen reichen von Schulterzucken und „War ja klar“-Gemur­mel bis hin zu wilden Ver­schwö­rungs­theorien. Dabei sind uns aus journalistischer Sicht Außen­sei­ter-Sieger lieber – denn Schlagzeilen à la „Kia schlägt VW“ wie in Ausgabe 5/2017 machen sich besser in Sachen Heft-Verkauf.

Seit dem Abgas-Skandal weht der Lieblingsmarke des Landes ein richtig eisiger Wind entgegen, das Image des mächtigen Großkonzerns, der es sich richten kann, scheint damit nur gefestigt. Ob wir denn von Volkswagen bestochen sind, weil wir in der ver­gan­genen Ausgabe einen Konzept-Vergleich mit fünf Golf-Modellen gemacht haben, fragte unlängst ein Leser. Die Erklärung dafür gaben wir schon vorauseilend im betreffen­den Heft: Nur den VW-Bestseller gibt es mit Benzin-, Diesel-, Erd­gas-, Plug-In-Hybrid- und Elektro-Antrieb. Bei unserer Story ging es allein um die Fra­ge, wie weit Strom­-Fahr­zeuge heute schon sind und welcher Antrieb der wirtschaftlichste ist. Das Er­gebnis lässt sich jedenfalls auf den gesamten Automarkt ummünzen, unabhängig davon, welche Marke welche Antriebsarten im Portfolio hat.

Auch dieses Heft birgt wieder Potenzial zum Aufschrei: Der Hyun­dai i30 N fordert den Golf GTI – und VW gewinnt das Duell, natürlich! Auch dies­mal sind wir nicht von Volkswagen bestochen worden (genauso wenig wie uns Ford finanziell dazu ge­nötigt hat, beim Vergleichstest zwei Hefte davor den Fiesta vor den VW Polo zu rei­hen). Wo­ran es liegt, dass der im höchsten Maß ge­lun­gene Heraus­for­derer das Urmeter der alltags­tauglichen Kompakt-Sportler nicht biegen kann, le­sen Sie ab Seite 8. Zwei weitere VW müssen es in diesem Heft noch sein, näm­lich der kleine Bru­der des Golf GTI auf Seite 24 und auf Seite 49 die Lang-Version des beliebtesten SUV des Lan­des: der Tiguan All­space. Der Rest dieser Ausgabe ist dann generell wenig deutsch­las­tig. Und der bunte Exklusiv-Teil über­haupt geprägt von Marken, die eigentlich nie ganz oben am Treppchen stehen bei einem Ver­gleichs­test: Alpine, Alfa Romeo, Jaguar, Fiat – wie schön!

Enrico Falchetto

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