Neue schon gefahren: Peugeot 308 GTi

27. November 2015
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Aktuelles

Nicht zuletzt der Mazda MX-5 brachte uns letztens wieder eine alte Weisheit näher: Ein Auto muss nicht zwangsläufig bretthart sein, um hohe Querbeschleunigungen zu erreichen. Auch die Ingenieure von Peugeot Sport, die den 308 GTi maßgeblich mitentwickelt haben, scheinen das gewusst zu haben. Denn obwohl der Franzose ein echter Kurvenräuber ist, kann man mit ihm getrost auch mal flotter einen Kanaldeckel überfahren, ohne gleich seinen Chiropraktiker anrufen zu müssen. Das dürfte von mir aus ruhig Schule machen. Überhaupt gebührt dem 308 GTi eine Menge Anerkennung für das „Gesamtpaket“, das er abliefert. Sowohl auf den Bergstraßen um Porto als auch auf der Rennstrecke von Braga beeindruckte seine Kombination aus geringem Gewicht, tollem Fahrwerks-Setup, brachialer Bremsanlage, Torsen-Sperrdifferenzial und 235er-Pneus mit massig Grip und einer ungemein stabilen Kurvenlage. Selbst bei Vollgas in engeren Kehren trübt wenig bis kein Untersteuern das Vergnügen und trotzdem die hintere Spur schmäler ist als die vordere (aus Aerodynamikgründen, sagte mir einer der Ingenieure) lässt sich auch das Heck nur mit Mutwille zu angedeuteten Überholmanövern der Vorderachse verleiten.

Auch der Motor überzeugt: Aus zarten 1,6 Litern wringt er satte 270 PS und verschafft dem französischen GTI so mit 4,46 kg/PS das beste Leistungsgewicht der Klasse (beim zweilitrigen Golf GTI sind es „magere“ 6,0 kg/PS, der Megane RS 275 kommt immerhin auf maximal 5,1 kg/PS). Akustisch gibt sich der kräftige Gallier dabei zurückhaltend – Understatement wird bei Peugeot Sport wohl groß geschrieben. Lässt man die Zwei-Farben-Lackierung „Coupe Franche“ im Prospekt, offenbart sich der GTI äußerlich nur anhand einer marginal böseren Schürze und zweier Auspuffrohre. Auch im Innenraum verkniffen sich die Franzosen Übertreibungen. Die Sitze sind schick und bieten eine Menge Seitenhalt, sind dabei aber auch nach längeren Fahrten noch gemütlich. Am 308-typischen, kleinen Lenkrad dürften sich aber auch hier die Geister scheiden.

Die Frage, wie sich der GTi auf heimischen Straßen anstellt, werden wir kurz vor Weihnachten, in unserer Jänner-Ausgabe beantworten können. Ein Testwagen ist uns bereits zugesagt. Ich halte euch auf dem Laufenden. Bis dahin, vertreibt euch die Zeit doch mal mit dem neuen Video zum Peugeot 308 R Hybrid, der wohl tatsächlich in den Handel zu kommen scheint … mit 500 (!!!) PS.

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