Smart forfour 1,5 cdi pulse

21. September 2014
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Tests

FAHRZEUGDATEN

Marke:Smart
Klasse:Kleinwagen
Antrieb:Vorderrad
Treibstoff:Diesel
Leistung:68 PS
Testverbrauch:5,3 l/100km
Modelljahr:2004
Grundpreis:15.380 Euro

Poppiger Kleinwagen, jetzt auch mit Diesel: Smart forfour cdi

Drei Viertel für Vier

Nachdem sich die DaimlerChrysler-Tochter Smart mit dem poppigen City-Coupé – vulgo fortwo (= für Zwei) – einen Namen gemacht hat, war es an der Zeit, ins Wespennest der nächst höheren Klasse zu stechen. Das eigenständig-farbenfrohe Design des Zweisitzers wurde beim forfour (zu deutsch: für Vier) volley übernommen, das Konzept jedoch völlig umgekrempelt: Front- statt Heckmotor, Vorder- statt Hinterradantrieb, fünf Türen statt drei.
Die Motoren-Palette des forfour, die sich bis dato auf drei Benziner von 75 bis 109 PS beschränkte, wird nun um einen in zwei Leistungsstufen (68 und 95 PS) erhältlichen 1,5-Liter-Dreizylinder-Diesel erweitert. Dieser ist eine um einen Zylinder verkürzte Variante des Zweiliter-CDI, unter anderem bekannt aus der Mercedes A-, C- und E-Klasse.
Selbst die von uns gefahrene schwächere Version des Drei-Viertel”-CDI mit nominell bescheidenen 68 PS reicht angesichts des geringen Fahrzeuggewichts von etwas mehr als einer Tonne völlig aus, um dem Plattform-Kollegen des Mitsubishi Colt Beine zu machen. Dabei rangieren Vibrations-Armut und Geräusch-Niveau trotz kerniger Dreizylinder-Natur auf Klassen-Niveau. Und die EU-IV-Abgasnorm wird ohne Partikelfilter unterschritten – weshalb die Aufpreisliste bis auf
weiteres auch filterfrei bleibt.

Spiel der Farben: erfrischend smartes Cockpit-Styling

Fahren & Fühlen
Der Commonrail-Diesel ist zwar eindeutig als Dreizylinder-Motor identifizierbar, hält sich akustisch aber trotzdem dezent im Hintergrund. Der 1500er hängt gut am Gas, legt nach einem Mini-Turboloch kräftig los und bietet – wenn auch nur über ein schmales Drehzahlband – ausreichend Vortrieb. Das straff abgestimmte, agile Fahrwerk leistet sich nur bei kurzen Schlägen Filterschwächen. Neutrales Eigenlenkverhalten, zarte Lastwechselreaktionen bei forsch gefahrenen Kurven, gute Traktion. Eher indirekte, präzise und leichtgängige Servolenkung. Knackige, kurzwegige, mitunter etwas knochige Schaltung. Die Bremsen sind tadellos dosierbar und wirkungsvoll. Komfortabel dimensionierte Sitze mit ausreichend Seitenhalt.

Platz & Nutz
Üppige Platzverhältnisse vorne, weniger luftig geht´s im Fond bei Kopf- und Ellbogenfreiheit zu, dank langem Radstand und (um 15 Zentimeter) verschiebbarer Rückbank jedoch großzügige Beinfreiheit. Der kleine Grundkofferraum kann durch die Schiebe-Fondbank und durch umlegbare Lehnen (zusätzlich neigungsverstellbar) leicht erweitert werden, es entsteht dabei jedoch eine Stufe. Genügend praktische Ablagen, übersichtliche Armaturen. Weniger fein: mäßige Karosserie-Übersicht nach vorne (breite A-Säule), Lenkrad nicht in Reichweite verstellbar, keine Gepäckraumabdeckung, mittig platzierte Fensterheber-Tasten ohne One-Touch-Funktion, komplizierte Bordcomputer-Bedienung.

Dran & Drin
Spärliche Serien-Mitgift bei der schlechteren der beiden Ausstattungs-Varianten “pulse”: FB-Zentralsperre, E-Fensterheber vorne, verschiebbare Rücksitzbank etc. Die lange Extra-Liste: Klimaanlage, Glas-Dach, Alufelgen, Sitzheizung, Leder, Sportfahrwerk, Nebelscheinwerfer, CD-Radio, Navigation etc. sowie diverse Pakete. Die reichhaltiger ausgestattete Variante “passion” kostet rund 2100 Euro Aufpreis. Solide Verarbeitung bis auf die nur widerwillig schließenden Türen, mutig erfrischendes Design innen wie außen, teils nicht ganz hochwertig wirkende Materialien. Auch mit automatisiertem Sechsgang-Schaltgetriebe kombinierbar.

Sicher & Grün
Front- und Seitenairbags vorne, ABS, Bremsassistent, ESP, vier Dreipunktgurte, vier Kopfstützen (reichen vorne bis 1,90 Meter, hinten nur bis 1,70 Meter Körpergröße). Gegen Aufpreis: durchgehende Kopfairbag-Vorhänge, Isofix, dritte Fond-Kopfstütze samt Dreipunktgurt. Umwelt-Check OK, Motor schafft die Euro-IV-Abgasnorm ohne Partikelfilter, braver Verbrauch.

Preis & Wert
Die marginal schwächeren Konkurrenten Nissan Micra oder Renault Clio sind ebenso günstiger wie die etwa gleich starken Citroën C2, Mazda2, Peugeot 206, Fiat Panda oder Lancia Ypsilon. Zwei Jahre Neuwagen-Garantie inkl. Mobilität (letztere gegen Aufpreis verlängerbar), nur sechs Jahre Antidurchrost-Versprechen. Werthaltung dank Diesel voraussichtlich gut, Service- und Ölwechsel-Intervalle verschleißabhängig, sehr dünnes Werkstatt-Netz.

F A Z I T
Poppiger Kleinwagen mit sparsamem Diesel zum nicht wirklich jugend-freundlichen Tarif.

TECHNIK:
R3, 12V, Turbo, 1493 ccm, 50 kW (68 PS) bei 4000/min, max. Drehmoment 160 Nm bei 1600/min, Fünfgang-Getriebe, Vorderradantrieb, vorne: Dreiecksquerlenker, Stabilisator, Federbeine, hinten: Verbundlenkerachse, Schraubenfedern, Teledämpfer, Scheibenbremsen v/h (v bel.), ABS, L/B/H 3752/1684/1450 mm, Radstand 2500 mm, 5 Sitze, Wendekreis 10,5 m, Servo, Reifendim. 175/65 R 14, Tankinh. 47 l, Reichw. (bis Tankres.) 790 km, Kofferraumvol. 268-910 l, Leergew. 1085 kg, zul. Gesamtgew. 1570 kg, max. Anh.-Last 750 kg, 0-100 km/h 13,9 sec, 60-100 km/h (im 4. Gang) 10,2 sec, Spitze 160 km/h, Steuer (jährl.) EUR 171,60, Normverbrauch (Stadt/außerorts/Mix) 5,9/3,8/ 4,6 l, Testverbrauch 5,3 l Diesel

Basis-Preis: EUR 15.380,-

Fotos: Len Vincent “