BMW-Personenschutztraining: Für alles gewappnet

25. März 2024
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Aktuelles

Ein Blick in die täglichen Nachrichten reicht – die Welt scheint immer unsicherer zu werden. Da überrascht es nicht, dass nicht nur die Nachfrage nach gepanzerten Fahrzeugen, sondern auch speziell geschulten Personenschützern immer größer wird. BMW bietet beides auf Wunsch im Paket an.

BMW ist stolz auf seinen neuen BMW 7er, der nach einer schmerzlichen Produktlücke beim Vorgänger endlich auch wieder als Panzermodell verfügbar ist. Doch damit nicht genug: der schwer gepanzerte BMW Siebener, mit dem Wirtschaftsgrößten, Politiker und gefährdete Persönlichkeiten bestens geschützt von Termin zu Termin gondeln, ist nicht nur mit einem 530 PS starken V8-Turbomotor nebst Allradantrieb zu bekommen, sondern erstmals auch als vollelektrische Variante des BMW i7 xDrive 60 Protection. Darüber können sich besonders jene Politiker freuen, die auch in Sachen grüner Außenwirkung eine gute Figur machen wollen. Kurz vor dem Termin von der schwer gepanzerten Limousine in Elektro- oder Hybridmodell – das gehört nunmehr der Vergangenheit an. Es wird gleich zum Termin lokal emissionsfrei und bestens gesichert angereist. Sicherheit für die Schutzperson, Entspannung für die Bodyguards und die Fotos stimmen auch.

 

Mehr als vier Tonnen

Doch so ein schwer gepanzertes Fahrzeug will auch artgerecht bewegt werden, denn bei einem Modell wie dem BMW i7 / 760i Protection der Schutzklasse VR9/10 oder dem BMW X5 Protection der Schutzklasse VR6 ist kaum etwas so wie es scheint, denn gerade der gepanzerte Siebener hat mit der ungepanzerten Luxuslimousine abgesehen von der Optik nicht viel gemein. Zentimeterdicke Scheiben, schusssichere Reifen und Türen, die pro Stück rund 200 Kilogramm wiegen, sorgen dafür, dass bei Beschuss mit Präzisionsgewehren, Bomben und Granaten keine Gefahr für die Personen im Innern ausgeht. Der Siebener wiegt in der Schwerpanzerung rund 4,5 Tonnen und muss im Fall der Fälle in einer entsprechenden Gefahrensituation artgerecht bewegt werden können. Lenkung, Bremsen und Fahrverhalten sind völlig anders als bei einem Serienmodell.

Mehrfach im Jahr bietet BMW daher mehrstufige Personenschutztrainings für die Fahrer solcher Sicherheitslimousinen an. Geht es um die Teilnehmer selbst, ist der Autohersteller weit weniger auskunftsfreudig als bei seinen neuen Produkten. Immerhin ist bekannt, dass eine Vielzahl von internationalen Spezialeinheiten bei diesen Trainings den professionellen Umgang mit Schutzperson und Fahrzeug professionalisieren. Die anderen Kursteilnehmer sind zumeist Fahrer von hoch gestellten Politikern, Wirtschaftsgrößen oder Botschaftern – kurz gesagt Chauffeure von allen, die einer entsprechenden Gefährdungslage ausgesetzt sind. Und auch wenn sich der Terror von RAF, ETA oder Roten Brigaden aus großen Teilen Europas zurückgezogen hat, sieht es in vielen Teilen der Welt ganz anders aus. Und auch hierzulande ist die Gefährdungslage für zahlreiche Persönlichkeiten präsenter denn je.

Immer größere Nachfrage

Kein Wunder, dass sich nicht nur die gepanzerten Fahrzeuge, sondern auch ihre Personenschützer einer immer größeren Nachfrage erfreuen. Die Trainings selbst finden auf ausrangierten Flughäfen oder bisweilen auch auf ehemaligen Kasernengeländen statt. „Wir bieten diese Trainings nicht nur in Deutschland, sondern auch direkt beim Kunden im Ausland an“, erklärt Dieter Schöner als einer der verantwortlichen Übungsleiter. Dieter Schöner war mehrere Jahrzehnte in verschiedenen Aufgaben bei der Polizei – er weiß, was es braucht, um ein guter Personenschützer zu sein, bildet diese seit fast 25 Jahren professionell aus. Das mehrtätige Programm ist intensiv, anstrengend und Fehler werden sofort ausgemerzt, denn es geht im realen Alltag um Leben und Tod. Ausweichen bei 110 km/h oder im Profi-Modus auch bei Tempo 130 in die enge Pylonengasse. Um das Ganze zu einer Herausforderung zu machen, werden ohne Ankündigung bei den einzelnen Übungen Blendgranaten gezündet, Feuerbälle ausgelöst oder die Fahrzeuge mit Farbpistolen beschossen, um die Fahrer zu stressen.

Noch anspruchsvoller bei Nacht

Noch anspruchsvoller sind viele der Übungen bei Nacht. Heranpirschen in lichtloser Schleichfahrt, Ausweichen bei hohen Geschwindigkeiten oder das Durchbrechen von Barrieren – alles steht auf dem Programm. Was ist zu tun, wenn der einzig freie Ausweg aus der Gefahrenlage deutlich schmaler ist, als das Fahrzeug breit ist? Voll aufs Gas und einfach durchbrechen – gut, dass die Teilnehmer vorher in ein paar ältere Panzerfahrzeuge umgestiegen sein, denn um den neuen BMW i7 Protection wäre es doch schade gewesen. Doch in ein paar Jahren droht im Personenschutztraining wohl das gleiche Schicksal als Barriere oder gepanzerter Rammbock. Es gilt nicht zuletzt die Hemmschwellen der Kursteilnehmer verschwinden zu lassen. Jede Handlung muss bestenfalls in Sekundenbruchteilen automatisiert ablaufen. Daher wird wiederholt – immer wieder und immer wieder.

 

Dabei wechseln die Teilnehmer zwischen den Übungen immer wieder auch die Fahrzeuge, um flexibel zu bleiben und sich umstellen zu können. Mit dem gepanzerten BMW X5 Protection, in der Schutzklasse VR6 insbesondere als Begleitfahrzeug und von Spezialeinheiten als Einsatzmobil genutzt, geht es heute Morgen sogar ins unwegsame Gelände. Der weiche Sand setzt der über 800 Kilogramm schweren Panzerung im Fahrbetrieb ebenso wie die Verschränkung oder die Schräglage zu. „Immer auf dem Gas bleiben – so langsam wie möglich, so schnell wie nötig“, spricht Reinhard Endreß, einer der Ausbilder ins Funkgerät. Er war ebenfalls lange Jahre im Polizeidienst und zeigt den Kursteilnehmern erneut das Ausweichen aus hoher Geschwindigkeit – immer wieder und wieder. „Am einfachsten ist die Arbeit mit den Spezialeinheiten“, sagt der Bayer, „die wissen genau, worum es geht, hören aufmerksam zu und kennen ihre Grenzen. Hier profitieren wir als Übungsleiter von unserem Stallgeruch und diese Teilnehmer nehmen die Inhalte anders auf.“