Kia: Erste 8-Gang-Automatik für Fronttriebler

6. September 2016
6.112 Views
Aktuelles

8-Gang-Getriebe sind ab der oberen Mittelklasse aufwärts schon ein gewohntes und geliebtes Bild. Vor allem die Wandler von ZF, wie sie zum Beispiel BMW und Jaguar verbauen sind einfach richtig feine Getriebe. Der Haken: Bis jetzt waren diese Automaten nur für Hinter- oder Allradgetriebene Autos verfügbar. Kia hat nun die Initiative ergriffen und selbst eine Achtgang-Automatik entwickelt, die auch mit Vorderradantrieb kombiniert werden kann.

Der Grund, warum es so lang gedauert hat, bis eine Achtgang-Automatik für Frontantriebe auf den Markt kam ist simpel: Es ist einfach deutlich schwieriger eine solche Automatik zu bauen als eine für Hecktriebler: Zum einen muss sie quer verbaut werden, zum anderen ist der Platz ein Problem – in den Kardantunnel „ausweichen“ spielt es ja eben durch die quere Bauform nicht mehr. Kia hat es trotzdem geschafft und dabei sogar ein Getriebe geschaffen, das kleiner und um 3,5 Kilogramm leichter ist als die alte Sechsstufen-Automatik, die sie ersetzen soll.

Bezüglich der technischen Details, hier der Pressetext von Kia im O-Ton:

Mit der Konzeption der Achtstufen-Automatik für Fronttriebler wurde bereits 2012 begonnen. Im Zuge des Projekts entwickelte Kia insgesamt 143 Innovationen, die als neue Patente angemeldet wurden. Gegenüber Getrieben mit weniger Gängen ermöglicht das neue achtstufige Kia-Aggregat eine gleichmäßigere Beschleunigung aus dem Stand, verbraucht weniger Kraftstoff, arbeitet leiser und vibrationsärmer und bietet bei höheren Geschwindigkeiten mehr Durchzugskraft.

 

Um den Kraftstoffverbrauch zu reduzieren, haben die Kia-Ingenieure die Ölpumpe – den größten Energieverbraucher in einem Automatikgetriebe – deutlich verkleinert und die Struktur des Ventilgehäuses vereinfacht. Die neue Kia-Automatik besitzt die kleinste Ölpumpe aller Seriengetriebe in dieser Klasse und setzt das Hydrauliköl besonders effizient ein.

 

Das Getriebe verfügt zudem über ein Ventilgehäuse mit Direktsteuerung. Eine Kupplung wird dabei nicht mehr mit Hilfe mehrerer Steuerventile, sondern direkt durch einen Magnetschalter betätigt. So konnte die Zahl der Steuerventile von 20 auf 12 reduziert werden, was zu schnelleren Gangwechseln, einer direkteren mechanischen Anbindung an den Motor und der kompakteren Bauweise beiträgt.

 

Gegenüber der bisherigen Sechsstufen-Automatik verfügt das achtstufige System über eine zusätzliche Kupplung und eine weitere Getriebestufe. Die so genannte Spreizung, das Übersetzungsverhältnis zwischen höchstem und niedrigstem Gang, wurde gegenüber der Sechsstufen-Automatik um 34 Prozent erweitert. Das Resultat: In den höchsten Gängen arbeitet das neue Getriebe sparsamer und leiser, in den niedrigsten beschleunigt es schneller und zeigt an Steigungen bessere Fahrleistungen.

Die Marktpremiere feiert das neue Getriebe im Kia Cadenza – einer Limousine, die in Österreich leider nicht auf den Markt kommen wird. Kia will es aber ab dem Jahr 2017 auch in anderen, größeren Modellen einsetzen. Außerdem soll es natürlich als Ausgangspunkt für weitere Getriebeentwicklungen dienen, die dann auch kleineren Modellen der Koreaner zu Gute kommen.

Kommentar abgeben