Erster Test: Ford Explorer

2. November 2020
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Aktuelles

Der Ford Explorer gilt als einer der Begründer des SUV-Segments. Bei dem mittlerweile über fünf Meter langen Riesen handelt es sich neben dem Mustang und dem Edge um eines der drei Export-Produkte für die Alte Welt von Ford Ame­rika. Um den Explorer in der heutigen Geschäfts­umgebung (Stichwort: CO2-Bilanz) op­timal am europäischen Markt zu positionieren, hat sich der Hersteller dazu entschlossen, ausschließlich auf einen Hybrid-Antrieb zu setzen: Ein 102 PS starker E-Motor unterstützt dabei einen Dreiliter-Sechs­zylinder mit 363 PS tatkräftig, gemeinsam bringen sie es auf satte 825 Newtonmeter Drehmoment.

 

Auch beim restlichen ­Auto gibt es auffällig wenig Konfigurations-Möglichkeiten: Die beiden Ausstattungslinien „ST-Line“ (sportlich) und „Platinum“ (edel) unterscheiden sich nur in der Optik, Extras gibt es keine – was in dem Fall keine Tragik ist, denn Ford hat sich ohnehin für den Ansatz „einmal alles“ entschieden.

Neben dem bärenstarken Antrieb trumpft der Explorer mit folgenden Attributen auf: Volles Assistenzpaket inklusive aktiver Spurführung, Rundumkameras, LED-Scheinwerfer, digitale Instrumente (12,3 Zoll), Navi, Smartphone-Integration, Bang & Olufsen Sound, kühlbare Massage-Möbel für Fahrer und Beifahrer, drei vollwertige Sitzreihen für sieben Personen, Anhängerkupplung, 20-Zöller – die Liste ginge noch ewig ­weiter. Einziges Manko: Für den Explorer gibt’s aktuell kein Head­up-Display.

Auf der Straße fühlt sich der SUV-Riese richtig amerikanisch an, und das ist hier durchaus positiv gemeint: Komfor­tabel und zielgenau pflügt der Explorer durch den Verkehr. Passend dazu schiebt das Motoren-Duo bei Bedarf auch richtig derb an, bei zurückhaltendem Gasfuß ist man aber auch mit leerem Akku deutlich ­unter zehn Litern unterwegs.

 

Die angegebene Strom-Werksreichweite von (recht bescheidenen) 42 Kilometern ist übrigens durchaus im Bereich des Machbaren, aufgeladen wird je nach Anschluss zwischen vier und sechs Stunden. Die Zehngang-Automatik hat stets den rich­tigen Gang parat. Im ersten Test fiel antriebsseitig nur die recht schwierige Dosierbarkeit beim Rangieren auf. 

Vor allem angesichts der ­Power und Ausstattung geht der happige Preis in Ordnung – die Hybrid-Konkurrenz à la ­Volvo XC90 oder Range ­Rover Sport ist mit ähnlicher Ausstattung um Welten teurer und wird verbrennerseitig nur von einem Vierzylinder angetrieben. 

Daten & Fakten

Basispreis in € 80.400,–
Zyl./Ventile pro Zyl. 6/4
Hubraum in ccm 2956
Systemleistung PS/kW 457/336
Systemdrehmoment Nm 825
Getriebe 10-Gang-Automatik
L/B/H, Radst. in mm 5049/2004/1778, 3025
Kofferraum/Tank in l 330–2274 / 68
Leergewicht in kg 2466
0–100 km/h in sec 6,0
Spitze in km/h 230 (el. 127)
WLTP-Normverbrauch in l (kombiniert) 3,1
CO2-Ausstoß in g/km 71