Erster Test: Skoda Enyaq iV

30. Juli 2021
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Aktuelles

Eigentlich wäre der Enyaq schon viel früher startbereit gewesen – den Vor­tritt bei der vollelektrischen SUV-Premiere im Konzern musste er aber zumin­dest hierzulande dem VW ID.4 überlassen. Mit dem teilt er sich die Stromer-Plattform MEB, die gebotenen Akku-Kapazitäten und auch prak­tisch das gesamte Technik-Paket. Bei den hintangestellten Zahlencodes 60 beziehungsweise 80 handelt es sich um die gerundeten Kilowattstunden der Batterien – tatsächlich sind es 58 und 77 kWh, gut für im Norm-Mittel etwa 400 oder 520 Kilometer Reichweite.

Was das Design angeht, wagt Skoda keine Experimente: Der Eyaq ist gefällig ge­stylt – so hätte etwa die nächste Generation des Kodiaq aussehen können, von dem ihn auch nur fünf Zentimeter Außenlänge trennen. Was ein bisschen schade ist, weil gerade die in den letzten Jahren laufend weiterentwickelte Design-Studie Vision E viele spannendere Ansätze hatte. 

 

Auch einige andere dort erstmals gezeigte und seitdem bei Serienmodellen einge­flossene Alleinstellungsmerkmale fehlen beim Enyaq: etwa die der böhmischen Kristallglas-Tradion ­folgenden Schliff-Elemente in Scheinwerfern oder beim Innenraum-Dekor, wie sie der ­aktuelle Octavia trägt. Die Vermutung, dass der von der teuren Elektrotechnik verursachte Sparzwang für schlichtere Umsetzung verantwortlich zeichnet, ist wohl nicht ganz unzutreffend.

Im Fahrgastraum gibt sich der erste E-SUV der Marke ansonsten keine Blößen – vor allem, wenn das Upgrade-Paket mit Leder, Klavierlack und LED-Beleuchtung zum Aufpreis von 1572 Euro gewählt wurde. Allerdings mit kleinen Abstrichen bei der Ergoniomie: Die breite, tiefsitzende Tastenleiste über der Mittelkonsole drückt gegen das Knie, was sich nur durch ziemlich weites Zurückrücken des Fahrersitzes beheben lässt – womit allerdings der Fußraum in Reihe zwei unnötig reduziert wird. Auch der Verstellwinkel der Fahrersitzfläche ist eher gering – ohne erwähntes nach hinten Rücken gelingt kein Abstützen der Oberschenkel, was vor allem auf Langstrecken unkomfortabel werden könnte.

Gelungen sind grundsätzlich Layout und Übersichtlichkeit des Cockpits, auch die Bedien-Basics sind sofort verständlich und selbsterklärend. In Sachen Se­rien-Mit­gift gibt sich Skoda generös: DAB-Radio und Navigati­ons­system sind immer an Bord, ebenso LED-Licht rundum, Alu­felgen, Tempomat und Verkehrszeichen-Erkennung.

Geknausert wird beim Elektro-Equipment: Das praktische Universal-Ladekabel kostet 684 Euro extra. Und auch beim Simply-Clever-Umfang haben die Tschechen gespart: Die abnehmbare und als Taschen­lampe verwendbare Kofferraumbeleuchtung ist nicht dabei, auch der automatisch ausfahrender Kantenschutz an den Türen fehlt.

Die getestete Variante iV 80 ist mit 204 PS gut, aber nicht überbordend motorisiert. Mit knapp 2,1 Tonnen Gegengewicht sind auch die gebotenen 310 Newtonmeter Drehmoment ausreichend beschäftigt. Das dennoch agile und sehr elastische Fahrgefühl ist der sofortigen Verfügbarkeit der Leistung ab der ersten Drehzahl zu verdanken, die eben die Elektrotechnologie auszeichnet. 

Dazu kommt die praktisch völlig geräuschlose ­Arbeitsweise, mit der die Ingenieure dank Details wie etwa speziellen Wicklungen in den E-Motoren einen Schritt weiter gedacht haben. Wegen der zusätzlich höchst hochwertigen Karosseriedämmung bleibt als einziger akustischer Begleiter das kaum wahrnehmbare Rollen der Reifen auf dem Asphalt. In flott genommenen Kurven kann es aber rasch an Intensität gewinnen – und dokumentiert damit, wie stark das beträchtliche Gewicht nach außen drückt.

 

Was das Reichweiten-Versprechen angeht, zeigt sich der Enyaq zuverlässig: Die Katalog-Grenze von 18,1 kWh erreichte er im ersten im Alltags-Betrieb durchaus – bei frühlingshaften Temperaturen wohlgemerkt.  

Zuletzt überrascht der Preis: Mit 46.470 Euro setzt Skoda mit der 204 PS Variante seines Elektro-SUVs gut 2500 Euro über der gleich starken ID.4-Version an. Ob­wohl sie ausstattungsbereinigt in etwa gleichauf liegen dürften – den üblichen kla­ren Preisvorteil eines Skoda bietet der Enyaq nicht mehr. Dafür freilich nach alter Tradition mehr Raum – und dazu sogar etwas bessere Haptik und mehr Spielraum bei den Extras. 

Daten & Fakten

Basispreis in € 40.060,–
Motortyp: Synchronmotor
Leistung PS/kW 180 (132)
Drehmoment Nm 310
Batterie in kWh 58
Getriebe Eingang-Automatik
L/B/H, Radst. in mm 4649/1879/1616, 2765
Kofferraum 586–1710
Leergewicht in kg 1965
0–100 km/h in sec 8,7
Spitze in km/h 160
WLTP-Normverbrauch in kWh/100 km 15,7–16,5
WLTP-Reichweite 395

Serienausstattung: sechs Airbags plus Zentral-Airbag v, Ausweich-­Assistent, Not­brems-Assistent mit Fußgänger- u. Radfahrer-Erkennung, Tempo­mat mit Geschwin­dig­keitsbegrenzer, Verkehrszeichen-Erkennung, Parksensoren h, LED-Schein­werfer, LED-Heckleuchten, Licht- und Regensensor, Digital-Cockpit,  Infotainmentsystem mit 13 Zoll-Touchscreen (Sprach- und Gestensteuerung, DAB, Bluetooth, Navigations-System, WLAN, 2 x USB-C), Zweizonen-Klimaautomatik, Dachreling, Ski-Durchreiche, Innen­spie­gel autom. abblendend, Außenspiegel el. klappbar und fahrerseitig autom. abblen­dend, Sitze Stoff/Kunstleder, LED-Innenbeleuchtung, Mittelarmlehne v/h, Regenschirm-Fächer in den Vordertüren, AC-Ladekabel Typ 2 etc.

Extras: Matrix-LED-Licht, Fond-Seitenairbags, Panorama-Glasschiebedach, Universal-Lade­kabel, Sportfahrwerk, Dreispeichen-Lederlenkrad plus Progres­sivlenkung (a. W. inkl. adaptive Dämpfer), Paket Familiy Basic (Sonnenschutz-Rollos h., el- Kindersicherung f. Türen u. Fenster h., 230V-Steckdose, 2 USB-C- Buchsen im Fond), Paket Family Plus (zus. Klapptische an den Vorder­sitzen h, Schlaf-Kopfstützen h), Dreizonen-Klimaaut­omatik, Sitzheizung v, heizb. Frontscheibe, Komfortpaket Basic (schlüsselloser Zugang, induktives Handy-Laden, Akustik-Scheiben, Seitenscheiben h./Hecksch. abgedunkelt etc.), Komfortpaket Plus (zus. E-Heckklappe el.), E-Fahrersitz mit Memory, E-Beifah­rersitz mit Memory, Rundum-Kameras, Headup-Display, el. Anhänger-Kupplung etc.

Basispreis in € 46.470,–
Motortyp: Synchronmotor
Leistung PS/kW 204 (150)
Drehmoment Nm 310
Batterie in kWh 77
Getriebe Eingang-Automatik
L/B/H, Radst. in mm 4649/1879/1616, 2765
Kofferraum 586–1710
Leergewicht in kg 2075
0–100 km/h in sec 8,5
Spitze in km/h 160
WLTP-Normverbrauch in kWh/100 km 16,7–18,1
WLTP-Reichweite 536

Serienausstattung: sechs Airbags plus Zentral-Airbag v, Ausweich-­Assistent, Not­brems-Assistent mit Fußgänger- u. Radfahrer-Erkennung, Tempo­mat mit Geschwin­dig­keitsbegrenzer, Verkehrszeichen-Erkennung, Parksensoren h, LED-Schein­werfer, LED-Heckleuchten, Licht- und Regensensor, Digital-Cockpit,  Infotainmentsystem mit 13 Zoll-Touchscreen (Sprach- und Gestensteuerung, DAB, Bluetooth, Navigations-System, WLAN, 2 x USB-C), Zweizonen-Klimaautomatik, Dachreling, Ski-Durchreiche, Innen­spie­gel autom. abblendend, Außenspiegel el. klappbar und fahrerseitig autom. abblen­dend, Sitze Stoff/Kunstleder, LED-Innenbeleuchtung, Mittelarmlehne v/h, Regenschirm-Fächer in den Vordertüren, AC-Ladekabel Typ 2, variabler Lade­boden, Parksensoren auch vorne, Rückfahrkamera etc.

Extras: Matrix-LED-Licht, Fond-Seitenairbags, Panorama-Glasschiebedach, Universal-Lade­kabel, Sportfahrwerk, Dreispeichen-Lederlenkrad plus Progres­sivlenkung (a. W. inkl. adaptive Dämpfer), Paket Familiy Basic (Sonnenschutz-Rollos h., el- Kindersicherung f. Türen u. Fenster h., 230V-Steckdose, 2 USB-C- Buchsen im Fond), Paket Family Plus (zus. Klapptische an den Vorder­sitzen h, Schlaf-Kopfstützen h), Dreizonen-Klimaaut­omatik, Sitzheizung v, heizb. Frontscheibe, Komfortpaket Basic (schlüsselloser Zugang, induktives Handy-Laden, Akustik-Scheiben, Seitenscheiben h./Hecksch. abgedunkelt etc.), Komfortpaket Plus (zus. E-Heckklappe el.), E-Fahrersitz mit Memory, E-Beifah­rersitz mit Memory, Rundum-Kameras, Headup-Display, el. Anhänger-Kupplung etc.

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