Bedeutung der Kilometerbegrenzung bei Autokredit oder Leasing

20. Dezember 2021
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Aktuelles

Für ihr neues Traumfahrzeug kommen viele Autofahrer nicht um den Abschluss einer Finanzierung (Kredit oder Leasing) herum. Auf der Suche nach der idealen Finanzierungsform fällt häufig der Begriff der Kilometerbegrenzung. Nicht selten sind angehende Kreditnehmer verunsichert, ob Sie bei Abschluss eines solchen Kredits nur eine bestimmte Anzahl an Kilometern mit Ihrem neuen Auto zurücklegen dürfen. Wir zeigen auf, wann diese Regelung überhaupt gilt und welche Folgen sie genau hat.

Begrenzung im klassischen Kreditwesen eher unüblich

Wenn Sie durch unsere Testberichte Ihr neues Auto gefunden haben oder beim Händler vor Ort ein echtes Schnäppchen wartet, heißt es zugreifen. Wird hierfür ein Kreditabschluss nötig, ist ein Vergleich verschiedener Kreditanbieter anzuraten. Zwar arbeitet praktisch jeder Autohändler mit einem Kreditpartner zusammen, ein unabhängiger Überblick über den Kreditmarkt in Österreich oder ganz Europa kann aber durchaus weitere Ersparnis bringen.

Bei manchen Kreditangeboten fällt der Begriff der Kilometerbegrenzung. Dieser ist jedoch kaum beim klassischen Ratenkredit zu finden, den viele Autofahrer beim Fahrzeugkauf abschließen. Diesen zahlen Sie wie einen gewöhnlichen Konsumentenkredit zurück. Mit Zahlung Ihrer letzten Kreditrate geht das Fahrzeug in Ihr Eigentum über. Wie viel Sie bislang mit dem Auto gefahren sind oder noch möchten, spielt daei keine Rolle.

Leasing als Ausnahme

Anders sieht es aus, wenn Sie das Fahrzeug leasen. Bei diesem nebenfalls beliebten Modell bleibt das Eigentumsrecht beim Autohändler. So nutzen Sie beim Leasing das Fahrzeug über einen vereinbarten Zeitraum gegen monatliche Zahlung der Leasingrate. Hiernach geben Sie das Fahrzeug zurück, ein Eigentumsrecht haben Sie zu keinem Zeitpunkt erworben. Es sei denn, Sie kaufen das Fahrzeug anschließend zum vorher vereinbarten Restwert.

Damit man diesen Restwert überhaupt einigermaßen genau beziffern kann, wird üblicherweise eine Kilometerbegrenzung in den Vertrag eingearbeitet. Vereinbart man eine hohe Jahreskilometerleistung, ist das Fahrzeug am Ende der Leasingdauer weniger wert und umgekehrt. Der Wertverlust wirkt sich wiederum direkt auf die Höhe der monatlichen Raten aus – je geringer die vereinbarte Fahrleistung in Kilometern pro Jahr (= der Wertverlust), desto günstiger ist die Finanzierung.

Stellt sich zum Leasing-Ende heraus, dass man die vereinbarte Kilometerzahl deutlich überschritten hat, wirkt sich das nur dann direkt aus, wenn man das Auto zurückgibt. Dann passen der vereinbarte und der tatsächliche Restwert nämlich nicht mehr zusammen und das Leasingunternehmen wird eine Nachzahlung fordern. Oder es verzichtet „großzügig“ auf diese Nachzahlung, wenn man im Gegenzug gleich wieder ein Fahrzeug der Marke least und dann eventuell auch noch einen geringeren Rabatt auf den Kaufpreis akzeptiert. Kauft man das Fahrzeug hingegen zum Leasing-Ende, wirkt sich die Kilometerbegrenzung nicht direkt aus. Indirekt aber sehr wohl, weil man nun ein Auto zu einem höheren Preis kauft, als es tatsächlich noch wert ist.

Hat man umgekehrt die vereinbarte Kilometerzahl deutlich unterschritten, wirkt sich das wiederum nicht direkt aus, wenn man das Fahrzeug zurückgibt. Im Gegenteil: Dann freut sich der Händler, weil er nun ein Auto erhält, das mehr wert ist als der vereinbarte Restwert. Eine Aufzahlung des Händlers gibt es nämlich nicht. Man hat somit zu hohe Monatsraten geleistet und es ist in so einem Fall dringend empfehlenswert, das Auto zum Leasing-Ende anzukaufen, weil man es anschließend spielend um einen höheren Preis als den vereinbarten Restwert verkaufen kann. Umso mehr in Zeiten wie diesen, wo Gebrauchtwagen (teure) Mangelware sind.

Wie sollte mit der Kilometerbegrenzung umgegangen werden?

Ob Autokauf, Leasing oder andere Arten der Finanzen, in jedem Segment gibt es gute und schlechte Angebote. Ein unabhängiger Vergleich im Bereich Autokredit über FINANZCHECK.de oder ähnlich renommierte Plattformen hilft, sich einen grundlegenden Überblick über das Thema Finanzierung zu verschaffen. Neben der reinen Kredit- oder Leasingrate sind Faktoren wie Begleitkosten, Sondertilgungen und ähnliche Klauseln zu beachten.

Da viele Autokäufer Laien im Finanzwesen sind, werden solche Regelungen schnell überblättert. Dabei machen es Online-Plattformen sehr einfach, sich zu allen Feinheiten des Kreditwesens zu informieren. Direkt beim rechnerischen Vergleich online lassen sich zu allen Faktoren für die Berechnungen umfassende Informationen finden, die über den einfachen Vergleich der Kredite oder Leasingangebote hinausgehen.

Art der Finanzierung in Ruhe überdenken

Die Kilometerbegrenzung alleine sollte die Entscheidung für das Fahrzeugleasing nicht allein beeinflussen. Wichtiger ist, sich im Vorfeld ein realistisches Bild von der eigenen Fahrleistung über den Leasingzeitraum hinweg zu verschaffen. Ist man am Ende deutlich mehr Kilometer als vereinbart gefahren, droht eine Nachzahlung. Ist man wiederum deutlich weniger Kilometer gefahren, könnte man Geld verschenken.

Die gewöhnliche Kreditfinanzierung kommt ohne Kilometerbegrenzung aus. Hier gilt jedoch: Wer viel mit dem Auto unterwegs ist, wird höheren Verschleiß des Fahrzeugs provozieren und nach wenigen Jahren als Eigentümer schon wieder ein neues Auto suchen müssen. Die Entscheidung für einen Kreditkauf gegenüber einem Leasing mit einer angemessen hohen Kilometerbegrenzung sollte deshalb gewissenhaft überdacht werden.

Foto: Robert May

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