Das Motorsport-Update: Rückblick und Vorschau

25. April 2016
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Aktuelles

Willkommen zum neuen Motorsport-Update bei ALLES AUTO. Ab sofort liefern wir jede Woche am Montag einen Rückblick auf die Motorsport-Highlights des letzten Wochenendes, liefern Zusammenfassungen und Einblicke. Doch auch die Zukunft bleibt nicht unbehandelt. Mit klarem Fokus auf Österreich erfahrt ihr bei uns ab sofort jeden Montag, welche Events in nächster Zeit anstehen. Also … auf die Plätze, fertig, LOS:

WRC

2016 FIA World Rally Championship / Round 04 /  Rally Argentina // April 21-24, 2016 // Worldwide Copyright: Hyundai MotorsportDer vierte Saisonlauf fand in Argentinien statt. Nach drei VW-Siegen schien die Ausgangslage recht klar. Wer sollte die Weltmeistertruppe schlagen? Nach dem ersten Tag sah wieder einmal alles nach einem Erfolg der Wolfsburger aus. Lediglich Hayden Paddon im Hyundai i20 WRC konnte mithalten. Jari-Matti Latvala schien sein Mexico-Sieg Auftrieb verliehen zu haben, nachdem er bei den ersten beiden Rallyes der Saison leer ausging. Doch nach der Führung am ersten Tag, kam es, wie es wohl kommen musste: ein heftiger Abflug beendete den zweiten Rallyetag des Finnen vorzeitig. Doch damit nicht genug für Volkswagen. Sebastien Ogier, der als WM-Führender aufgrund des Reglements die ersten beiden Tage den Straßenkehrer spielen muss, verlor dadurch wertvolle Sekunden und musste Paddon vorerst ziehen lassen. Am Ende des Tages ließ er seinem Unmut über das Reglement wieder einmal freien Lauf. Irgendwie verständlich, wer will schon freiwillig aufgrund seiner Top-Leistung Nachteile wegstecken müssen?

Eine halbe Minute Rückstand galt es am Schlusstag auf den Hyundai des Neuseeländers Paddon aufzuholen, für Ogier kein Ding der Unmöglichkeit, doch, wie er selbst zugab, auch Paddon fuhr eine nahezu perfekte Rallye. Es sollte also nicht nur auf den Speed, sondern auch auf die Nerven ankommen. Schwierige Bedingungen mit Nebel warteten auf die Piloten und Ogier konnte auf den ersten beiden Sonderprüfungen den Rückstand auf 2,6 Sekunden reduzieren. Die abschließende Powerstage musste also die Entscheidung herbeiführen. Ogier oder Paddon, Volkswagen oder Hyundai. Aber es sollte Kiwi-Time werden. Paddon knallte die Bestzeit hin, nahm Ogier noch einmal 11,7 Sekunden ab und holte sich damit nicht nur seinen ersten WM-Erfolg, sondern auch noch die drei Zusatzpunkte der Powerstage. Insgesamt 14,3 Sekunden dahinter erreichte der Weltmeister das Ziel. Im Kampf um Platz drei setzte sich VW-Pilot Andreas Mikkelsen gegen den i20 von Dani Sordo durch. Henning Solberg, der mit der Österreicherin Ilka Minor in einem Ford Fiesta WRC am Start war, kam nach einigen Troubles auf Rang 9 ins Ziel.

WTCC

 

AUTO - WTCC HUNGARY 2016Die Tourenwagen-WM war am Hungaroring zu Gast. Die Massen kamen, sie wollten ihre Hero sehen – Norbert Michelisz, der ja heuer im Werksteam von Honda unterwegs ist. Doch es sollte nicht sein Wochenende werden. Bereits in der Einführungsrunde des ersten Rennens ging der Honda in Rauch auf. Dass er im Hauptrennen wieder starten konnte, war da wohl nur ein kleiner Trost. An der Spitze war alles wie immer – und doch anders. Im ersten Rennen standen zwei Citroen-Piloten ganz oben, jedoch nicht die Werksbesatzung, sondern die beiden C-Elysee von Sebastien Loeb Racing. Mehdi Bennani gewann vor Tom Chilton. Dazu gesellen durfte sich Nicky Catsburg im Lada.

Das Hauptrennen brachte dann wieder das gewohnte Bild. Jose-Maria Lopez holte den Sieg vor Yvan Muller. Einzig Rob Huff im Honda konnte die beiden ernsthaft gefährden, musste aber nach einer Durchfahrtsstrafe mit Rang 6 Vorlieb nehmen. Das Podium komplettierte sein Teamkollege Tiago Monteiro. Die beiden Polestar-Volvo von Thed Björk und Fredrik Ekblom konnten jeweils mit vierten Plätzen in den beiden Rennen den Aufwärtstrend der Schweden fortsetzen.

Rallycross-ÖM Melk

Supercar Action Ju%08rgen Weiss vor Max Pucher und Rene DerflerDer Veranstalter Leru Team 2 Motorsportclub und die Fans durften sich dabei über 90 Starter in den verschiedenen Kategorien freuen. Im Show-Programm standen sich der dreifache Rallycross-Europameister Franz Wurz (69 Jahre) und Formel-1-Pilot sowie Le-Mans-Sieger Alexander Wurz (42) gegenüber. Ein ungleiches Duell, Vater Franz im Lancia Stratos, der wiederaufgebaut wurde und Ende Juni von Alex Wurz beim Goodwood Festival of Speed bewegt werden wird. Alex Wurz war in Melk zwar auch mit Heckantrieb unterwegs, allerdings mit 100 PS weniger unter der Haube. Im Toyota GT86 CS R3, dem neuen Rallyeboliden der Japaner war er zwar unterlegen, nahm es aber mit Humor: „Ich habe kein Problem mit dieser Niederlage, hoffe nur (Anm. Achtung Ironie) dass ich jetzt bei Toyota nicht gefeuert werde. Auf den Stratos, den ich ja gekauft habe, freue ich mich schon sehr.“

Sportlich sah es in Melk wie folgt aus:

Bei den Supercars setzte sich in einem spannenden Finale der Hausherr Jürgen Weiß (Ford Focus) vor Vorjahrssieger Max Pucher (Ford Fiesta) und dem Ex-Staatsmeister Alois Höller (Ford Focus) durch. Weiß ist nicht nur Sieger, sondern auch Mitglied des Leru Teams 2 Motorsportclubs: „Ich habe hier inklusive heute schon vier Mal gewonnen. Offensichtlich liegt mir der Wachauring besonders. Es ist immer wieder ein besonderes Erlebnis, vor den eigenen Fans zu siegen. Erfreulich war natürlich, dass trotz des widrigen Wetters wieder sehr viele Zuschauer gekommen sind und die Veranstaltung ohne gröbere Zwischenfälle und im vorgegebenen Zeitplan über die Bühne gegangen ist.“

In der Super-1600-Klasse siegte der Österreicher Mario Petrakovits (VW Polo) vor dem Tschechen Vaclav Veverka (Peugeot 208) und Werner Panhauser (Citroen C2), ebenfalls aus Österreich.

Bei den Super Touring Cars +2000 ccm gab es einen ungarischen Erfolg. Attila Toth (BMW E36) gewann vor den Österreichern Karl Schadenhofer (VW Golf) und Patrick Breiteneder (BMW M3).

In der Wertung der Super Touring Cars bis 2000 ccm gewann der Tscheche Roman Castoral (Opel Astra). Auf den Plätzen zwei und drei landeten die Österreicher Reinhard Schellenbacher (Opel Corsa) und Alexander Racher (Renault Megane).

Im Feld der National-1600-Klasse ÖM ging der Sieg an Manfred Aflenzer (VW Polo) vor Philipp Leonhartsberger (VW Polo) und Reinhard Böck (Mitsubishi Colt).

Die Vorschau

Das kommende Wochenende bringt neben der Formel 1, die in Sotchi ihre Runden drehen wird, auch in Österreich wieder Action. Nach dem Motto „Da is was los, da müss ma hin“ gibt es jetzt noch zwei Veranstaltungstipps:

Zum einen gibt es Rallyesport vom Feinsten im Raum Pinggau und Hartberg. Bei der Opel-Wechsellandrallye geht es Freitag und Samstag zur Sache. Serienstaatsmeister Raimund Baumschlager (Skoda Fabia R5) wird auch diesmal wieder von den WRC-Piloten Hermann Neubauer und Gerwald Grössing gejagt. Neubauer und Baumschlager haben jeweils einen Saisonsieg zu verzeichnen, Fehler können sich beide nicht leisten, lauert doch Gerwald Grössing ebenfalls schon auf seine Chance, nachdem er sich nach und nach besser an sein Ford Fiesta WRC gewöhnt hat. Auch bei den 2WD-Fahrzeugen wird es heiß hergehen. Daniel Wollinger will im Renault Clio seine Meisterschaftsführung behalten, doch die Brüder Simon und Julian Wagner wollen mit ihren Citroen DS3 R3 in jedem Fall ein Wort um den Sieg mitreden. Dazu kommen noch die Opel-Fahrer Michael Böhm, Andreas Kainer und Luca Waldherr. Böhm, der 2WD-Staatsmeister des Vorjahres, muss nach seinem Ausfall im Lavanttal Punkte gutmachen, während Kainer und Waldherr bei ihrer Heimrallye topmotiviert am Start stehen werden. Die Nennliste und alle weiteren Infos findet ihr unter http://www.wechsellandrallye.at

Ein zweiter großer Motorsportevent am kommenden Wochenende findet ebenfalls in der Steiermark statt. Die Truck Race Trophy auf dem Red Bull Ring bietet nicht nur Spannung bei den vier Rennen der Truck Europameisterschaft, sondern bietet auch ein tolles Rahmenprogramm für Groß und Klein. Der Suzuki Cup Europe, die Formel Vau und Lotus Cup Eastern Europe werden im Rahmen dieses Truck-Festes in Spielberg zu Gast sein.

Und damit es niemand glaubt, dass da langweilige Lkw im Kreis fahren, hier noch ein paar Zahlen: Rund 5,5 Tonnen Eisen und Stahl, 1200 PS, mehr als 5000 NM Drehmoment, in knapp über 5 Sekunden zur abgeriegelten Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h, das sind die Kurzdaten für einen Race Truck. Wahrlich imposant und gigantisch, oder nicht? Hinschaun und genießen.

Infos unter: https://www.projekt-spielberg.com/truckracetrophy/

Fotos: Hyundai Motorsport, Walter Vogler (Rallycross), fiawtcc.com

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