Die aktuellen Motorenlieferanten der Formel 1

12. Juli 2022
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Aktuelles

Die Formel 1 ist die unbestrittene Königsklasse des Motorsports. Hier treffen die besten Fahrer, Ingenieure und Manager auf die größten Budgets. Dabei ist die Motorsport-Serie nicht nur Innovationstreiber neuester Entwicklungen, sondern auch eine der besten Werbeveranstaltungen der Welt. Wir erläutern, welche Motorenhersteller derzeit in der Formel 1 aktiv sind oder künftig sein werden.

Honda ist noch lange nicht weg

Im vergangenen Jahr hat der japanische Motorenhersteller angekündigt, sich nach der Saison 2021 aus der Formel 1 zurückzuziehen. Lediglich für das Jahr 2022 wollten die Japaner Red Bull Racing noch mit eigenen Motoren unterstützen, danach sollte die neu gegründete „Red Bull Powertrains“ übernehmen. Nun sieht die Sache wieder anders aus, wie Dr. Helmut Marko den Kolleg:innen von der Autorevue verriet: Die Motoren werden noch bis Ende 2025 komplett in Japan entwickelt und gefertigt, erst mit dem neuen Reglement 2026 muss Red Bull motortechnisch auf eigenen Beinen stehen lernen. Oder auch nicht. Eventuell könnte dann nämlich Porsche für die nötige Bullenpower sorgen – siehe weiter unten. Bereits in der 1960er Jahren war Honda erstmals mit einem Werksteam in der F1 vertreten. In den 1980er und 90er Jahren bis 2010 trat man in erster Linie als Motorenlieferant und zwischenzeitlich auch als Werksteam in Erscheinung. 2015 feierten die Japaner dann abermals ihr Comeback, zunächst bei Toro Rosso und dann auch bei Red Bull Racing.

Mercedes will an alte Erfolge anknüpfen

In den vergangenen Jahren waren die Silberpfeile aus dem Mercedes-Team das Nonplusultra in der Formel 1. Erstmals seit mehreren Jahren stand am Ende der vergangenen Saison allerdings kein Silberpfeil ganz oben. Trotzdem ist es Lewis Hamilton in den letzten zehn Jahren gelungen, dank seines starken Mercedes-Boliden, mit sieben Weltmeisterschaften zu Michael Schumacher aufzuschließen. Ob er in der aktuellen Saison seinen achten Titel und damit den alleinigen Rekord übernehmen kann, scheint derzeit allerdings eher unwahrscheinlich. Stattdessen gehören bei Buchmachern wie Betway eher Ferrari oder Red Bull zu den aussichtsreichsten Kandidaten auf den WM-Titel. Trotzdem darf man gespannt sein, wie sich Mercedes in Zukunft in der Formel 1 schlagen wird. Neben dem „Bouncing“ (das Fahrzeug „bockt“ auf unruhigem Asphalt) scheint aktuell die im Vergleich zu den aktuellen Top-Performern Honda und Ferrari geringere Motorleistung die größte Baustelle zu sein.

Ferrari ist zurück in der Spitzengruppe

Ferrari ist der zweifelsfrei prestigeträchtigste Rennstall in der Formel 1. Seit den Anfangstagen der Rennserie ist der italienische Traditionshersteller in der Königsklasse vertreten. Dabei ist das Team auch der erfolgreichste Rennstall in der Geschichte der Formel 1. Nach Jahren der Mittelmäßigkeit ist die Scuderia in dieser Saison zurück an der Spitze. Leider zeigte man im Lauf der Saison schon einige taktische Schnitzer, die vor allem zulasten des Top-Piloten Charles Leclerc gingen. Sollte man sich endlich dazu entschließen, alle Jetons auf den Monegassen zu setzen, könnte man sich durchaus noch Hoffnungen auf den ersten WM-Titel seit 2007 machen. Für den Rennstall wäre es der 16. Fahrer-Titel in der Formel 1.

Renault macht weiter

Auch der französische Motorenhersteller Renault kann auf eine lange Geschichte in der Formel 1 zurückblicken. Allerdings war auch die Zukunft von Renault lange ungeklärt. Zusammen mit der hauseigenen Sportmarke Alpine soll nun aber an einer aussichtsreichen Zukunft in der Königsklasse gebaut werden. Mit Fernando Alonso kann der Rennstall auf jeden Fall auf eine Menge Talent, Erfahrung und ungebrochenen Ehrgeiz setzen – auch wenn das Team in diesem Jahr voraussichtlich nichts mit der WM-Entscheidung zu tun haben wird.

Audi und/oder Porsche kommen?

Der VW-Konzern fährt bei seinen Straßenautos derzeit eine klare Elektro-Strategie, in die Formel 1 will man dennoch zurückkehren. Dort gibt es zwar keine reine Elektromobilität, in jedem Fall aber Hybrid-Aggregate. 2026 soll ein neues Motorenreglement kommen, bei der die Elektro-Komponente für rund die Hälfte der Systemleistung sorgen soll. Die Strategie könnte so aussehen: Porsche wird Motorenlieferant für Red Bull, Audi übernimmt eines der bestehenden kleineren F1-Teams. Derzeit zögern die großen Teams Detailentscheidungen zum neuen Reglement allerdings hinaus, um die Entwicklungszeit für die beiden künftigen (wohl sehr starken) Konkurrenten so kurz wie nur möglich zu machen.

Foto: Getty Images/Red Bull Content Pool

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