Großer Test: Peugeot 308 HYBRID 225 e-EAT8 GT PACK

12. Juli 2022
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Tests

FAHRZEUGDATEN

Marke:Peugeot
Klasse:Kompaktwagen
Antrieb:Vorderrad
Treibstoff:Hybrid
Leistung:225 PS
Testverbrauch:4,6–6,9 l/100km
Modelljahr:2022
Grundpreis:49.840 Euro

Keine Frage, die aktuellen Peugeot-Modelle erzeugen einen gewissen Wow-Effekt. Das liegt vor allem am unkonventionellen, aber gefälligen Design. Die positive Stimmung wird in den Innenraum mitgenommen. Mittler­-wei­le hat man sich an die Cockpit-Gestaltung der Fran­zosen ­gewöhnt – neu beim 308 sind einerseits die überraschend hochwertigen Materialien (Stichwort Mittelkonsole aus Me­­tall) und andererseits die deutlich verbesserte Qualität des Multimedia-Bildschirms.

Der Touchscreen misst in allen Modellen 10 Zoll, hat stets Apple CarPlay sowie Android Auto drauf und zeigt sich zudem hochauflösend. Das gilt auch für die Übertragung der Kamerabilder – die Mehrzahl ist hier bewusst gewählt, denn unser voll ausgestatteter Testwagen im „GT Pack“-Trim trumpft mit Rundum-Bestückung auf. Dazu kommen noch Massage-Sitze, Lenkradheizung und Premium-Sound. Die Geräuschdämmung fällt sehr gut aus, in Sachen Fahrkomfort rangiert man dort, wo vor kurzem noch die Mittelklasse zuhause war.

Und was kostet der Spaß? Viel! Der Preis unseres 308 liegt über dem eines Audi A3, und das noch ohne zu­sätzlich georderte Extras wie Schiebedach und Alarmanlage. Das ist eine Ansage, die Peugeot nicht zufällig macht. Der Hersteller will an das Luxus-Image früherer Tage anknüpfen – und spielt das nun auch über den Preis. Glücklicherweise passt das Produkt dazu, der 308 muss sich in der Golfklasse vor niemandem verstecken.

Einen echten Kritikpunkt gibt es aber schon: Vor lauter Investi­tionen in Design, Wertanmutung und Multimedia scheint man die Antriebe etwas vernachlässigt zu haben: Beim getesteten Plug-In-Hybrid liegen 225 PS an, richtig Fahrspaß kommt aber nicht auf. Die kleinere Ansteck-Version mit 180 PS sprintet nur eine Zehntel  langsamer auf 100 km/h – was unsere Top-Variante de facto überflüssig macht.

Dazu kommt noch die magere E-Reichweite, von den im Prospekt ange­gebenen 59 Kilo­metern konnten wir im (winterlichen) Test nur etwas mehr als die Hälfte erreichen. Immerhin ist der 308 mit seiner hohen Werksangabe förderungswürdig.

Alternativ zum Plug-In-Hybrid stünden übrigens auch Dreizylinder-Benziner und Vierzy­linder-Diesel zur Wahl, die den dynamischen Schickimicki ein bisschen bodenständiger machen – und deutlich günstiger.

Motor & Getriebe – Das Zusammenspiel zwischen etwas brummigen Vierzylinder-Turbo-Benziner und Elektromotor klappt nicht immer harmonisch, ­richtig Emotion kommt trotz 225 PS nicht auf. Die ansonsten tadellose Achtgang-Automatik hält die Gänge nach dem Kaltstart auffällig lang. In der Rekuperations-Fahrstufe „B“ mit spürbarer ­Verzögerung, Ein-Pedal-Fahren ist aber nicht möglich. Manueller Gangwechsel ausschließlich über Schaltwippen hinter dem Lenkrad.

Fahrwerk & Traktion – Gekonnt abgestimmtes Fahrwerk: im Alltag ­angenehm-komfortabel, bei schärferer Gangart mit genügend Reserven. Hohes ­Grip-Level, kein Unter- oder Übersteuern – demnach auch sicheres ­Fahrverhalten. Lenkung: direkt, dank kleinem Volant agil, zudem leichtgängig. Tadellose Bremsen, selten Probleme in Sachen Traktion.

Bedienung & Multimedia – Ergonomisch einwandfrei – sobald man eine passende Sitzposition gefunden hat. Bequeme Möbel mit ausreichend Seitenhalt. Das neue Multimediasystem ist recht verspielt, aber durchaus logisch aufgebaut. Große, programmierbare Digital-Tasten. Neben ­Touch-Optionen und Sprachsteuerung gibt es auch einen echten Drehregler für die Lautstärke sowie eine Tasten-Klaviatur für die wichtigsten ­Fahrzeug- Funktionen. Plus: induktive Ladeschale und kabellose Smartphone-Anbindung. Ausreichend, gut nutzbare Ablagen. Ordentliche Rundumsicht, handlich beim Manövrieren.

Innen- & Kofferraum – Platzangebot vorne und hinten keinesfalls beengt, dennoch unter dem Klassenschnitt. Im Gegenzug großer Kofferraum mit ­hoher maximaler Innentiefe – obwohl beim Hybrid um 50 Liter kleiner als bei den Verbrenner-Brüdern. Kombi-Aufpreis für rund 200 Zusatz-Liter: 1440 Euro. Die Fondlehnen sind im Verhältnis 2:1 teilbar, nach dem Umlegen bleibt eine kleine Stufe im Ladeboden. Plus: ­extra Ski-Durchreiche.    

Dran & Drin – In der höchsten Ausstattungslinie „GT Pack“ ist bis auf Schiebedach und Lederpolsterung alles dabei, was das Herz begehrt. 225 Hybrid-PS gibt es erst ab dem „GT“, den 180er bereits im Basis-Trim „­Active Pack“ (heißt: Aluräder 17 Zoll, Klimaanlage, Einparkhilfe hinten). Krass: Zwischen der Einstiegsversion und dem Testwagen liegen mehr als 20.000 Euro. Hochwertige Materialien, saubere Verarbeitung.

Schutz & Sicherheit – Alles im Klassenschnitt, sowohl was das Airbag-Aufgebot betrifft, als auch die Assistenzsysteme (je nach Ausstattung muss bei ­letzte­ren aufgezahlt werden). Ab „GT“ ist Matrix-LED-Licht Serie.

Reichweite & Laden – Die Werksangabe in Sachen E-Reichweite von 59 Kilometern konnte unter winterlichen Testbedingungen bei weitem nicht erreicht werden. Lobenswert: dank (optionalem) 7,4 kW-Wandler in unter zwei Stunden vollgeladen, mit 3,7 kW dauert es etwas unter vier ­Stunden. 

Preis & Kosten – Gesalzener Preis: Als stärkerer Plug-In-Hybrid teurer als Audi A3 und VW Golf GTE. Für das verpflichtende Jahresservice kann auf viele Werkstätten zurückgegriffen werden. Durchschnittlich: zwei Jahre Garantie. Als Plug-In-Hybrid wohl mit guter Werthaltung.   

Sportlich-komfortable Fahrer-Umgebung: Das Farb-Motto ist bei allen Ausstattungslinien dunkel, hellere Töne spielt es nur bei kleineren Kontrast-Elementen.

[vc_row][vc_column][vc_column_text] Keine Frage, die aktuellen Peugeot-Modelle erzeugen einen gewissen Wow-Effekt. Das liegt vor allem am unkonventionellen, aber gefälligen Design. Die positive Stimmung wird in den Innenraum mitgenommen. Mittler­-wei­le hat man sich an die Cockpit-Gestaltung der Fran­zosen ­gewöhnt – neu beim 308 sind einerseits die überraschend hochwertigen Materialien (Stichwort Mittelkonsole aus Me­­tall) und andererseits die deutlich verbesserte Qualität des Multimedia-Bildschirms. Der Touchscreen misst in allen Modellen 10 Zoll, hat stets Apple CarPlay sowie Android Auto drauf und zeigt sich zudem hochauflösend. Das gilt auch für die Übertragung der Kamerabilder – die Mehrzahl ist hier bewusst gewählt, denn unser voll ausgestatteter Testwagen im „GT Pack“-Trim trumpft mit Rundum-Bestückung auf. Dazu kommen noch Massage-Sitze, Lenkradheizung und Premium-Sound. Die Geräuschdämmung fällt sehr gut aus, in Sachen Fahrkomfort rangiert man dort, wo vor kurzem noch die Mittelklasse zuhause war. Und was kostet der Spaß? Viel! Der Preis unseres 308 liegt über dem eines Audi A3, und das noch ohne zu­sätzlich georderte Extras wie Schiebedach und Alarmanlage. Das ist eine Ansage, die Peugeot nicht zufällig macht. Der Hersteller will an das Luxus-Image früherer Tage anknüpfen – und spielt das nun auch über den Preis. Glücklicherweise passt das Produkt dazu, der 308 muss sich in der Golfklasse vor niemandem verstecken. Einen echten Kritikpunkt gibt es aber schon: Vor lauter Investi­tionen in Design, Wertanmutung und Multimedia scheint man die Antriebe etwas vernachlässigt zu haben: Beim getesteten Plug-In-Hybrid liegen 225 PS an, richtig Fahrspaß kommt aber nicht auf. Die kleinere Ansteck-Version mit 180 PS sprintet nur eine Zehntel  langsamer auf 100 km/h – was unsere Top-Variante de facto überflüssig macht. Dazu kommt noch die magere E-Reichweite, von den im Prospekt ange­gebenen 59 Kilo­metern konnten wir im (winterlichen) Test nur etwas mehr als die Hälfte erreichen. Immerhin ist der 308 mit seiner hohen Werksangabe förderungswürdig. Alternativ zum Plug-In-Hybrid stünden übrigens auch Dreizylinder-Benziner und Vierzy­linder-Diesel zur Wahl, die den dynamischen Schickimicki ein bisschen bodenständiger machen – und deutlich günstiger. [/vc_column_text][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column width="1/2" css=".vc_custom_1446571503268{padding-top: 5px !important;}"][vc_column_text el_class="testkategorien"]Motor & Getriebe - Das Zusammenspiel zwischen etwas brummigen Vierzylinder-Turbo-Benziner und Elektromotor klappt nicht immer harmonisch, ­richtig Emotion kommt trotz 225 PS nicht auf. Die ansonsten tadellose Achtgang-Automatik hält die Gänge nach dem Kaltstart auffällig lang. In der Rekuperations-Fahrstufe „B“ mit spürbarer ­Verzögerung, Ein-Pedal-Fahren ist aber nicht möglich. Manueller Gangwechsel ausschließlich über Schaltwippen hinter dem Lenkrad. Fahrwerk & Traktion - Gekonnt abgestimmtes Fahrwerk: im Alltag ­angenehm-komfortabel, bei schärferer Gangart mit genügend Reserven. Hohes ­Grip-Level, kein Unter- oder Übersteuern – demnach auch sicheres ­Fahrverhalten. Lenkung: direkt, dank kleinem Volant agil, zudem leichtgängig. Tadellose Bremsen, selten Probleme in Sachen Traktion. Bedienung & Multimedia - Ergonomisch einwandfrei – sobald man eine passende Sitzposition gefunden hat. Bequeme Möbel mit ausreichend Seitenhalt. Das neue Multimediasystem ist recht verspielt, aber durchaus logisch aufgebaut. Große, programmierbare Digital-Tasten. Neben ­Touch-Optionen und Sprachsteuerung gibt es auch einen echten Drehregler für die Lautstärke sowie eine Tasten-Klaviatur für die wichtigsten ­Fahrzeug- Funktionen. Plus: induktive Ladeschale und kabellose Smartphone-Anbindung. Ausreichend, gut nutzbare Ablagen. Ordentliche Rundumsicht, handlich beim Manövrieren. Innen- & Kofferraum - Platzangebot vorne und hinten keinesfalls beengt, dennoch unter dem Klassenschnitt. Im Gegenzug großer Kofferraum mit ­hoher…

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FAZIT

Grün geschminkter, teurer Kompakter mit Premium-Flair.

Motor & Getriebe
Fahrwerk & Traktion
Bedienung & Multimedia
Innen- & Kofferraum
Dran & Drin
Schutz & Sicherheit
Reichweite & Laden
Preis & Kosten
User-Wertung : Keine Bewertungen bisher!
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R4, 16V, Turbo, 1598 ccm, 180 PS (132 kW) bei 6000/min, max. Drehmoment 250 Nm bei 1750/min, E-Motor 110 PS (81 kW) bzw. 320 Nm, Systemleistung 225 PS (165 kW) bzw. 360 Nm, Akku 12,4 kWh, Achtgang-Automatik, Vorderradantrieb, Scheibenbremsen v/h (v bel.), L/B/H 4367/1852/1441 mm, Radstand 2675 mm, 5 Sitze, Wendekreis 10,5 m, Reifendimension 225/40 R 18, Tankinhalt 40 l, Reichweite 580 km (plus elektr. 34), Kofferraumvolumen 361–1271 l, Leergewicht (EU) 1708 kg, zul. Gesamtgewicht 2120 kg, max. Anh.-Last 1500 kg, 0–100 km/h 7,5 sec, Spitze 235 (el. 135) km/h, Steuer (jährl.) € 639,36, Werkstätten in Österreich 152, Service alle 30.000 km (mind. 1x/Jahr), WLTP-Normverbrauch kombiniert 1,2 l, Testverbrauch 4,6–6,9 l ROZ 95, CO2 (Norm/Test) 27/105–159 g/km

Front-, vordere Seiten- und durchgehende Kopfairbags, Müdigkeitswarner, Notbremsassistent, adaptiver Tempomat mit Stop & Go-Funktion, Spurhalte- und Spurführungs-Assistent, Toterwinkel-Assistent, Querverkehrswarner, Verkehrszeichenerkennung, Matrix-LED-Scheinwerfer inkl. Kurvenlicht und autom. Fernlicht, Außenspiegel elektr. klappbar, autom. abblend. Spiegel, Zweizonen-Klimaautomatik, Standheizung, Audiosystem mit Focal-HiFi-Sound (690 Watt, 10 LS) und USB/AUX-Anschluss, 10 Zoll-Touchscreen, induktives Handyladen, Android Auto & Apple CarPlay, DAB-Tuner, Navigation, E-Fahrersitz inkl. Massage-Funktion, Sitzheizung v, Multifunktions-Lederlenkrad, Einparkhilfe v+h, Einpark-Automatik inkl. Rundum-Kameras, Licht- und Regensensor, Aluräder 18 Zoll, Leder/Alcantara-Polsterung, E-Parkbremse, schlüsselloser Zugang, abgedunkelte Fondscheiben etc.

Metallic-/Perleffekt-Lack € 600,–/ 876,–, Nappalederpolsterung ab € 1400,–,  heizbare Windschutzscheibe € 200,–, ­E-Schiebedach € 990,–, Anhängekupplung € 600,–, 7,4 kW-Lademöglichkeit € 432,– etc.  

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