Großer Test Mercedes E 300 de T-Modell All-Terrain

26. April 2024
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Tests

FAHRZEUGDATEN

Marke:Mercedes Benz
Klasse:Kombi
Antrieb:Allrad
Treibstoff:Hybrid
Leistung:313 PS
Testverbrauch:1,4–6,3 l/100km
Modelljahr:2024
Grundpreis:81.660 Euro

Test Mercedes E 300 All-Terrain: Die Idee des Offroad-Kombi brachte Audi bereits 1999 auf die Straße beziehungsweise ins Ge­lände – der „allroad“ wurde rasch zum Prestigeobjekt für alle, die am Wochenende gerne den ­Business-Anzug gegen Holzhacker-Hemd und Fleece-Weste tauschen. 

Diese Nische bespielt seit dem Jahr 2016 auch Mercedes, und zwar mit demselben Rezept: Die Stuttgarter ermächtigten die Kombi-Version der E-Klasse zum Bezwinger von Stock und Stein, getauft wurde sie seinerzeit auf den Namen All-Terrain.

Zweite Generation

Nun ist die zweite Generation des Hochbau-Laders verfügbar. Da sie auf dem neuen T-Modell aufbaut, kommen All-Terrain-Fahrer in den Genuss von bis zu 1830 Litern maximalem Kofferraumvolumen sowie modernster Multimedia-Ausstattung – der sogenannte Superscreen für 1788 Euro bringt nicht nur einen extra Beifahrer-Bildschirm mit 12,3 Zoll Diagonale (etwa zum Filmschauen während der Fahrt), sondern auch eine integrierte Selfie-Kamera. 

Als All-Terrain-Zugabe gibt es dazu wie auch bei der Vorgänger-Version serienmäßig Luftfederung sowie eine hemdsärmelige Beplankung und größere Räder – im Fall der getesteten Motorisierung für 8477 Euro Aufpreis.

Kommen wir zu den Antrieben: Naturgemäß ist der Gelände-E nur mit Allrad lieferbar, die hinterradgetriebenen Kombi-Einstiegsmotorisierungen 200 und 220 d sind für ihn nicht zu haben – bleiben jeweils ein potenter Sechszylinder-Benziner und -Diesel, ein vierzylindriger Selbstzünder mit 197 PS sowie ebendieser in Kombination mit einer 129 PS starken E-Maschine: Der 300 de, den wir hier zum Test ausgefasst haben, bietet eine Gesamtleistung von 313 PS und eine nominelle elektrische Reichweite von fast 100 Kilometern. Diese haben wir im Test zwar deutlich verfehlt, die eingefahrenen 72 Kilometer lassen sich dennoch sehen – der Wert ist konkurrenzlos im Segment.

Gesalzener Preis

Stichwort konkurrenzlos: Vom Basispreis von knapp über 80.000 Euro ausgehend, steigert sich der Tarif für den voll ausgestatteten Testwagen auf 112.710 Euro – und das für einen Vierzylinder-Hybrid mit null Prozent NoVA. Nüchtern betrachtet ist an dem Antriebsstrang nichts auszusetzen – dem Preis entsprechendes Luxus-Feeling kommt bei einem Zweiliter-Diesel allerdings kaum auf. In einem Auto mit diesem Preisschild und Mercedes-Stern auf der Haube würde man eher sechs Zylinder erwarten.

Auch abseits des Motors verstrickt sich der All-Terrain etwas in Widersprüche. Kombis werden für ihren hohen Praxis-Wert gekauft, oft auch von Familien. Die Türgriffe der neuen E-Klassen entpuppen sich im Alltag als umständlich: Meint das Auto, man würde gerade die Pforten nicht öffnen wollen, fahren die Griffe ein. Will man einsteigen, muss man einen Mechanismus in Gang setzen – wer Kinder hat oder kennt, weiß, dass solch eine Spielerei in Chaos enden kann. 

Ebenso zu hinterfragen ist die Räder-Wahl beim Testwagen: Mercedes bietet für den All-Terrain Felgen von AMG an, die in unserem Fall auch montiert waren. Einen regulären Kombi offroadfähig zu machen, um dann wieder Sport-Gummis aufzuziehen, scheint unsinnig – im Gelände wäre man wohl mit etwas Bauchweh unterwegs.

Die genaue Bewertung des Test Mercedes E 300 All-Terrain lesen Sie unten. Dieser Test erschien übrigens mit vielen weiteren in der Ausgabe März 2024 von Alles Auto, hier online zu bestellen.

Foto: Robert May

Motor & Getriebe

Der Zweiliter-Diesel arbeitet kultiviert, ist aber unter Last akustisch mit klassischem Nageln wahrnehmbar. Reibungsloses Zusammenspiel mit dem starken E-Motor, gemeinsam sorgen sie für ordentlich Vortrieb. Manuelle Gangwahl über Schaltwippen am Lenkrad, eine Fahrstufe für erhöhte Rekuperation gibt es nicht.  

Fahrwerk & Traktion

Dank Luftfeder-Fahrwerk mit hohem Abrollkomfort, kurze Schläge sind nur aufgrund der großen 20-Zöller im Innenraum wahrnehmbar. Im sportlichen Setting dynamisches Kurvenfahrverhalten (trotz enormen Lehrgewichts). Feinfühlige Lenkung. Sehr sichere Abstimmung, wachsame Regelsysteme. Kräftige Bremsen. Top-Traktion, auch im E-Modus werden alle vier Räder angetrieben. 

Bedienung & Multimedia

Top-Sitze, tadellose Ergonomie. Hochauflösende, vielfach konfigurierbare Digital-Instrumente, die über fummelige Softtouch-Tasten am Lenkrad justiert werden. Das hochmoderne Multimediasystem bietet einen enormen Funktionsumfang. Bedienung über Lenkrad, Touchscreen und hochentwickelte, fast immer treffsichere Sprachsteuerung. Minus: umständliche Türgriffe, Tank könnte größer sein, fehleranfällige Verkehrszeichen-Erkennung.

Innen- & Kofferraum

Vorne wie hinten großzügige Platzverhältnisse. Gut nutzbarer Kofferraum, im Vergleich zu den reinen Verbrennern 155 Liter weniger Volumen und hohe Ladekante. Nach Umlegen der 2:1:2-Fondlehnen fällt die Ladefläche leicht ab, zudem kein Kellerfach. 

Dran & Drin

Mercedes geizt nicht bei der Serienausstattung: Klimaautomatik, elektrisch verstell- und heizbare Vordersitze, Navi, Rückfahrkamera, schlüsselloser Zugang und Metallic-Lack sind Serie, beim All-Terrain auch Luftfederung und 19 Zoll-Aluräder. Die meisten der zahlreichen Extras sind preislich im Rahmen. Die Materialien auf Oberklassen-Niveau, ebenso die Verarbeitung. 

Schutz & Sicherheit

Tolle Luftpolster-Ausstattung mit zentralem Airbag sowie optionalen Sidebags im Fond. Dazu breites Angebot an Assistenzsystemen. 

Reichweite & Laden

Solide 72 Kilometer rein elektrische Fahrt wurden im Test erreicht werden (Werksangabe allerdings 97 km). Wer für 600 Euro Gleichstromladen dazubestellt, lädt in 20 Minuten von 10 auf 80 Prozent, bei serienmäßigen 11 kW dauert es zwei Stunden.

Preis & Kosten

Der Mix aus Offroad-Kombi und Diesel-Hybrid ist ohne Konkurrenz. Verschleißabhängige Service-Intervalle, recht dichtes Werkstatt-Netz. Vier Jahre Garantie, auf sieben Jahre und 200.000 erweiterbar. Werthaltung in der Oberklasse tendenziell bescheiden.

E-Cockpit: Modernste Fahrer-Um­gebung samt umständlicher Softtouch-Tasten am Lenkrad und unter dem zentralen Bildschirm

[vc_row][vc_column][vc_column_text css=""]Test Mercedes E 300 All-Terrain: Die Idee des Offroad-Kombi brachte Audi bereits 1999 auf die Straße beziehungsweise ins Ge­lände – der „allroad“ wurde rasch zum Prestigeobjekt für alle, die am Wochenende gerne den ­Business-Anzug gegen Holzhacker-Hemd und Fleece-Weste tauschen.  Diese Nische bespielt seit dem Jahr 2016 auch Mercedes, und zwar mit demselben Rezept: Die Stuttgarter ermächtigten die Kombi-Version der E-Klasse zum Bezwinger von Stock und Stein, getauft wurde sie seinerzeit auf den Namen All-Terrain. Zweite Generation Nun ist die zweite Generation des Hochbau-Laders verfügbar. Da sie auf dem neuen T-Modell aufbaut, kommen All-Terrain-Fahrer in den Genuss von bis zu 1830 Litern maximalem Kofferraumvolumen sowie modernster Multimedia-Ausstattung – der sogenannte Superscreen für 1788 Euro bringt nicht nur einen extra Beifahrer-Bildschirm mit 12,3 Zoll Diagonale (etwa zum Filmschauen während der Fahrt), sondern auch eine integrierte Selfie-Kamera.  Als All-Terrain-Zugabe gibt es dazu wie auch bei der Vorgänger-Version serienmäßig Luftfederung sowie eine hemdsärmelige Beplankung und größere Räder – im Fall der getesteten Motorisierung für 8477 Euro Aufpreis. Kommen wir zu den Antrieben: Naturgemäß ist der Gelände-E nur mit Allrad lieferbar, die hinterradgetriebenen Kombi-Einstiegsmotorisierungen 200 und 220 d sind für ihn nicht zu haben – bleiben jeweils ein potenter Sechszylinder-Benziner und -Diesel, ein vierzylindriger Selbstzünder mit 197 PS sowie ebendieser in Kombination mit einer 129 PS starken E-Maschine: Der 300 de, den wir hier zum Test ausgefasst haben, bietet eine Gesamtleistung von 313 PS und eine nominelle elektrische Reichweite von fast 100 Kilometern. Diese haben wir im Test zwar deutlich verfehlt, die eingefahrenen 72 Kilometer lassen sich dennoch sehen – der Wert ist konkurrenzlos im Segment. Gesalzener Preis Stichwort konkurrenzlos: Vom Basispreis von knapp über 80.000 Euro ausgehend, steigert sich der Tarif für den voll ausgestatteten Testwagen auf 112.710 Euro – und das für einen Vierzylinder-Hybrid mit null Prozent NoVA. Nüchtern betrachtet ist an dem Antriebsstrang nichts auszusetzen – dem Preis entsprechendes Luxus-Feeling kommt bei einem Zweiliter-Diesel allerdings kaum auf. In einem Auto mit diesem Preisschild und Mercedes-Stern auf der Haube würde man eher sechs Zylinder erwarten. Auch abseits des Motors verstrickt sich der All-Terrain etwas in Widersprüche. Kombis werden für ihren hohen Praxis-Wert gekauft, oft auch von Familien. Die Türgriffe der neuen E-Klassen entpuppen sich im Alltag als umständlich: Meint das Auto, man würde gerade die Pforten nicht öffnen wollen, fahren die Griffe ein. Will man einsteigen, muss man einen Mechanismus in Gang setzen – wer Kinder hat oder kennt, weiß, dass solch eine Spielerei in Chaos enden kann.  Ebenso zu hinterfragen ist die Räder-Wahl beim Testwagen: Mercedes bietet für den All-Terrain Felgen von AMG an, die in unserem Fall auch montiert waren. Einen regulären Kombi offroadfähig zu machen, um dann wieder Sport-Gummis aufzuziehen, scheint unsinnig – im Gelände wäre man wohl mit etwas Bauchweh unterwegs. Die genaue Bewertung des Test Mercedes E 300 All-Terrain lesen Sie unten. Dieser Test erschien übrigens mit vielen weiteren in der Ausgabe März 2024 von Alles Auto, hier online zu bestellen. Foto: Robert May [/vc_column_text][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column width="1/2" css=".vc_custom_1446571503268{padding-top: 5px !important;}"][vc_column_text css="" el_class="testkategorien"] Motor & Getriebe Der Zweiliter-Diesel arbeitet kultiviert, ist aber unter Last…

7.5

FAZIT

Ein Premium-Kombi für Outdoor-Fans mit einzigartigem Diesel-Hybrid. Preislich gesalzen, technisch top.

Motor & Getriebe
Fahrwerk & Traktion
Bedienung & Multimedia
Innen- & Kofferraum
Dran & Drin
Schutz & Sicherheit
Reichweite & Laden
Preis & Kosten
User-Wertung : Keine Bewertungen bisher!
8

R4, 16V, Turbo, 1993 ccm, 197 PS (145 kW) bei 3600/min, max. Drehmoment 440 Nm bei 1800/min, E-Motor 129 PS (95 kW) bzw. 440 Nm, Systemleistung 313 PS (230 kW) bzw. 700 Nm, Akku 25,4 kWh, Neungang-Automatik, Allradantrieb, Scheibenbremsen v/h (bel.)

L/B/H 4949/1880/1497 mm, Radstand 2961 mm, 5 Sitze, Wendekreis 11,6 m, Reifendimension v 255/45 R 19, h 285/ 40 R19  (Testwagen-Bereifung 255/40 R 20, h 285/35 R20), Tankinhalt 50 l (AdBlue: 23,5 l), Reichweite 795 (plus elektr. 72) km, Kofferraumvolumen 460–1675 l

Leergewicht (EU) 2390 kg, zul. Gesamtgewicht 2970 kg, max. Anh.-Last 2100 kg, 0–100 km/h 6,9 sec, Spitze 213 (el. 140) km/h, Steuer (jährl.) € 786,96, Werkstätten in Österreich 94, Service verschleißabhängig (mind. 1x/Jahr), WLTP-Normverbrauch kombiniert 0,7 l, Testverbrauch 1,4–6,3 l Diesel, CO2 (Norm/Test) 18/37–166 g/km

sieben Airbags inkl. Zentral-Airbag, Notbrems-, Toterwinkel und Spurhalte-Assistent, Adaptiv-Tempomat, LED-Scheinwerfer inkl. Fernlicht-Sensor, Innenspiegel aut. abblendend, Außenspiegel el. klappbar, Digital-Instrumente, Multimediasystem mit 11,9 Zoll-Touchscreen, Navigationssysten inklusive Echtzeit-Verkehrsinfos, DAB-Tuner, induktives Handyladen, Android Auto & Apple CarPlay, Zweizonen-Klimaautomatik, Kunstlederpolsterung, Vordersitze heiz- und teilelektrisch verstellbar, Rückfahrkamera, Einparkhilfe vorne und hinten, schlüsselloser Zugang, E-Heckklappe, Luftfederung, 19 Zoll-Aluräder, Dekorleisten Holz Esche, Metallic-Lackierung etc.

Seitenairbags h € 432,–, Fahrassistenz-Paket Plus (Spurführungs- und Stau-Assistent, Verkehrszeichen-Erkennung etc.) € 2562,–, Avantgarde Advanced Plus („transparente“ Motorhaube, Memory-Funktion für Vordersitze, Einpark-Automatik, Rundumkameras, Augmented Reality für Navigation, Matrix-LED-Licht etc.) € 3636,–, Headup-Display € 1260,–, Rundumkameras inkl. Einpark-Automatik € 552,–, Sensorsteuerung für E-Heckklappe € 1044,–, Burmester-Sound € 1386,–, Echtleder-Polsterung ab € 2100,–, Sitzklimatisierung v € 924,–, Sitzheizung h € 432,–, Lenkradheizung € 432,–, Panorama-Schiebedach € 2124,–, Anhängevorrichtung € 1170,–, AMG-Aluräder 20 Zoll
€ 1680,–, Gleichstrom-Ladesystem € 600,– etc.