Dieselfahrverbot: Alle Augen auf die Piefken

18. Juli 2017
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Aktuelles

München, Hamburg, Stuttgart. Alles Namen von Städten, die ihre Schadstoffgrenzwerte einhalten sollten. Die Betonung liegt hierbei auf sollten. Da wäre es doch einfach, in den als Pendlerhochburgen und somit Dieselaffinen Regionen kurzerhand ein Dieselfahrverbot einzurichten. Der Selbstzünder gilt zwar nicht erst seit dem Abgasskandal bei Volkswagen als Luftverschmutzer, die Rolle als solcher hat sich aber seither gefestigt.

Am morgigen Tag, also dem Mittwoch, 19. Juli, startet die Verhandlung der Klage der Deutschen Umwelthilfe gegen das Land Baden-Württemberg, also das Bundesland, in dem Stuttgart liegt. Inhalt dieser Klage ist die Nichteinhaltung der Schadstoffgrenzwerte während dauerhafter Überschreitung der Stickoxid-Grenzwerte. Die Deutsche Umwelthilfe möchte den Diesel aus dem Stadtgebiet verbannen und strebt ein Dieselfahrverbot an. Das Land tritt aber für eine Umrüstung der Autos, die deren Meinung nach den selben Effekt wie die Fahrverbote erzielen kann.

Die Situation verspricht Brisanz. Doch nicht nur deswegen schauen auch die Österreicher nach Deutschland. Graz, eine der feinstaubbelastetsten Städte in unserem Land, lehnte vor einigen Jahren ein Dieselfahrverbot ab. Wien, dessen Stickoxid-Werte durchaus bedrohlich sind, sucht nach alternativen Verbesserungsmöglichkeiten abseits des Verbotsschemas. Ein Verbot wäre in Österreich allerdings auch nicht so einfach möglich. Wir gelten als „Dieselland“. Mehr als die Hälfte aller zugelassenen PKW sind Selbstzünder, auch die Hälfte aller Neuwagen tanken Diesel. Auch die lokale Wertschöpfung, wie das BMW-Motorenwerk in Steyr, rückt ein Dieselverbot mehr in Richtung Utopie.

Was morgen allerdings in Stuttgart passiert, könnte die Verkehrslage in stark belasteten Städten nachhaltig verändern.

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