Erster Test: Cupra Formentor

19. Januar 2021
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Aktuelles

„Ein Seat und ganz besonders ein Cupra ist schon lange nicht mehr nur ein billigerer VW – das sollte spätestens mit dem Formentor allen klar sein!“ Wayne Griffiths, der Chef der beiden spanischen Marken, spricht Klartext. Dementsprechend gibt man sich in Martorell in der katalanischen Provinz Barcelona besonders viel Mühe, nicht nach Volks­wagen zu riechen – im streng organisierten Konzern sicher keine leichte Aufgabe.

Handelt es sich nun beim Formentor um ein echtes Aushängeschild oder nur um eine ambitionierte Marketing-Übung? Nähert man sich der Sache aus rein technischer Sicht, ist natür­lich klar, dass es sich um weitgehend bekannte Ware handelt: Angeboten wird der Crossover mit den für das VW-Imperium typischen Motorisierungen, insgesamt werden es sieben an der Zahl sein.

 

Der Einstieg gelingt (jedoch erst ab Ende 2021) mit einem frontgetriebenen 150 PS-Benziner oder -Diesel – wahlweise mit Sechsgang-Schaltung bzw. optionaler Siebengang-Doppelkupplung. Zuvor gibt es ab dem ersten Quartal 2021 einen 190 PS starken Selbstzünder, der nur in Kombination mit DSG und Allrad angeboten wird. 

Außerdem in der Pipeline: ein Plug-In-Hybrid mit 204 oder 245 PS Systemleistung, immer mit DSG, aber nie mit Allrad. Weiter geht’s mit einem reinen Benziner, 245 Pferde stark, frontgetrieben und mit nur zwei Pedalen. Die Krönung ist (vorerst) ein 310 PS starker Zweiliter-Vierzylinder-Benziner mit DSG und vier angetriebenen Rädern – der einzige Formentor, der bereits jetzt verfügbar ist. 

 

Klingt soweit alles nach business as usual – hätte Cupras Technik-Chef nicht ange­deutet, dass in Sachen Motoren ­etwas folgen könnte, was einen Zylinder und rund 100 PS mehr aufweist und seine Wurzeln in Ingolstadt hat.

So also das Bild, gesehen durch die Technik-Brille des Konzerns. Der optische Auftritt und die damit vermittelte Emotion stellt freilich die wohl gewagteste Ausgeburt der MQB- evo-Plattform dar  – viele kleine Änderungen gegenüber dem Leon verleihen dem Formentor einen eigenständigen Auftritt, der irgendwo zwischen coupéhaftem City-SUV, Power-Kompakten und Offroad-Renner angesiedelt ist.

 

Im Interieur drängt sich in der höheren Ausstattungslinie VZ (steht für veloz, also „schnell“) das neue Lenkrad auf, das auch in anderen Cupra-Modellen verfügbar sein wird, die serienmäßigen Sportsitze sowie das gegenüber dem Leon um zwei Zoll gewachsene Multimedia-Display.

Stichwort Fahrverhalten: Klar fühlt sich alles recht vertraut an, doch vertraut heißt in dem Fall nicht schlecht. Und den Cupra-Ingenieuren ist es ähnlich wie beim Ateca gelungen, ein unglaublich harmonisches Fahrzeug mit einer gelungenen Balance zwischen Alltag und Sport auf die Räder zu stellen.

Daten & Fakten

Basispreis in € 50.990,–
Zyl./Ventile pro Zyl. 4/4
Hubraum in ccm 1984
PS/kW bei U/min 310/228 bei 5450–6600
Nm bei U/min 400 bei 2000–5450
Getriebe 7-Gang-Doppelk.
L/B/H, Radst. in mm 4450/1839/1511, 2680
Kofferraum/Tank in l 420–1475 / 55
Leergewicht in kg 1644
0–100 km/h in sec 4,9
Spitze in km/h 250
WLTP-Normverbrauch in l (kombiniert) 8,5–9,0
CO2-Ausstoß in g/km 129–204

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