Müller: „VW muss sich wandeln!“

10. Mai 2017
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Aktuelles

Es nimmt zwar keiner im VW-Konzern mehr so deutlich in den Mund, fest steht aber, dass der Dieselskandal tiefe Spuren hinterlassen hat. Damit sind jetzt allerdings nicht unbedingt finanzielle Belastungen und zunehmende Klagen – übrigens auch aus Europa und Österreich mit dem Ziel ähnliche Entschädigungen zu erhalten wie es in den USA gehandhabt wurde – gemeint. Viel eher brach dadurch eine Welle große Veränderungen im Konzern aus.

Einige davon konkretisierte VW-Vorstandschef Matthias Müller in seiner Rede bei der aktuellen Hauptversammlung in Hannover. Er meinte dabei, dass VW als Konzern sich wandeln müsse.

„Nicht, weil bislang alles schlecht war. Sondern, weil sich unsere Industrie in den kommenden zehn Jahren tiefgreifender verändern wird als in den vergangenen 100“ so Müller.

Er fordert dabei ganz konkret mehr Schnelligkeit und Mut, Unternehmertum und Pragmatismus. Das erklärte Steckenpferd in dieser Hinsicht: Synergien finden und nutzen. Teure Parallelentwicklungen kann man sich schlicht nicht mehr leisten. Zudem tragen erste Projekte in diese Richtung bereits Früchte. Durch die Zusammenarbeit von Porsche und Audi etwa, die gemeinsam einzelne Module bis hin zu kompletten Fahrzeugarchitekturen entwickeln, würden sich bereits Einsparungen im dreistelligen Millionenbereich ergeben.

 

Müller gab dabei aber zu, dass solche Gemeinschaftsprojekte „vorsichtig gesagt schwierig“ waren. Sie nun dennoch zu forcieren sei für ihn allerdings ein Stück gelebter Kulturwandel. So sollen diese Kooperationen nun in der Luxury Car Group (Bentley, Porsche, Audi) intensiviert, aber auch neue im Bereich der Materiallogistik und der Forschung an der Brennstoffzellentechnik angegangen werden. Auch extern will man sich nach neuen Partnern umschauen:

„Zum ‚neuen‘ Volkswagen gehört, dass wir uns als Unternehmen öffnen. In den vergangenen Monaten haben wir eine Fülle von vielversprechenden Kooperationen auf den Weg gebracht.“ sagte Müller und nannte dabei als Beispiele den beabsichtigen Einstieg ins Economy-Segment mit Tata, das geplante Gemeinschaftsunternehmen mit JAC in China zur Entwicklung preiswerter Elektroautos und die vielfältigen Kooperationen im Bereich Mobilitätsdienste.

Gleichzeitig, bei allem Drängen Richtung alternativer Antriebe und neuer Konzepte, räumte er aber auch ein, dass Verbrennungsmotoren – allen voran der Diesel – auf absahbare Zeit unverzichtbar bleiben werden.

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