Neu und doch vertraut: Die neue Mercedes G-Klasse

17. Januar 2018
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Aktuelles

Gestern war es im fernen Detroit soweit: Mercedes Benz enthüllte (mit Unterstützung von Arnold Schwarzenegger) die neue G-Klasse – Kollege Falchetto war live vor Ort. Dabei mag man auf den ersten Blick versucht sein zu denken, es hätte sich nicht viel geändert. Doch weit gefehlt: Der Wagen ist von Grund auf neu. Dennoch: „Der neue ‚G‘ bleibt ein ‚G‘, nur besser“ meinte Ola Källenius, im Vorstand der Daimler AG verantwortlich für Konzernforschung und Mercedes-Benz Cars Entwicklung und findet damit eine gute Zusammenfassung dafür, dass man bei einer Ikone wie dem G eben einfach nicht zu progressiv sein darf – zumindest beim Design (siehe Golf). So sprechen die Designer wohl von „straffer gezogenen Flächen“, stärker in die Karosserie integrierte Radläufe sowie Stoßfänger und weisen auch gerne auf die geänderten Außenmaße hin (53 Millimeter länger und 121 Millimeter breiter), doch am Ende blieb der G eben ein G.

Innen durfte man sich da schon mehr austoben. Klassische, hemdsärmlige Offroad-Elemente treffen auf von der Marke bereits aus anderen Modellen bekanntes High-Tech wie die (optionalen) 12,3 Zoll großen Doppelbildschirme. Zudem warten alle aktuellen Assistentsysteme des Konzerns. Auch in Sachen Platz konnte der neue G anständig zulegen: hinten stehen 15 Zentimeter mehr Beinraum zur Verfügung, während Ellbogen und Schulterbreite in beiden Reihen ebenfalls zwischen drei und sieben Zentimeter zugelegt haben.

 

Besonders stolz ist man aber bei Mercedes – nach wie vor – auf die Fahreigenschaften und Offroad-Fähigkeiten der neuen G-Klasse. Wir dürfen zitieren:

Die neue G-Klasse ist im Gelände noch leistungsfähiger und auf der Straße deutlich agiler, dynamischer und komfortabler als ihr Vorgänger. Der G bleibt also ein echter G – unter anderem dank seines serienmäßigen Leiterrahmens, der drei 100-prozentigen Differenzialsperren und der Geländeuntersetzung LOW RANGE.

 

Das neue Fahrwerk entstand in Zusammenarbeit zwischen der Mercedes-Benz G GmbH und der Mercedes-AMG GmbH. Das Ergebnis ist eine Einzelradaufhängung mit Doppelquerlenker-Vorderachse in Kombination mit einer starren Hinterachse. Dabei galt es für die Ingenieure, um jeden Millimeter zu kämpfen, denn Geländegängigkeit heißt nicht zuletzt auch maximale Bodenfreiheit. Die Höherlegung der Achsen trägt entscheidend dazu bei und erfordert zur Erreichung der Robustheitsziele eine Domstrebe im Motorraum.

 

Die Komponenten der Doppelquerlenker-Vorderachse sind ohne Fahrschemel direkt am Leiterrahmen befestigt. Die Anbindungspunkte am Rahmen des unteren Querlenkers in Z-Richtung sind so weit wie möglich oben positioniert. Diese Anordnung garantiert gute Fahrbarkeit jenseits des Asphalts. Extra für die G-Klasse ist die neue Vorderachskonstruktion so robust ausgelegt, dass die Offroad-Performance und -Fähigkeiten des Vorgängers beibehalten und sogar teilweise übertroffen werden.

 

Derart gerüstet bietet die G-Klasse mit 270 Millimetern Bodenfreiheit zum Vorderachsgetriebe viel Potenzial für maximale Durchsetzungsfähigkeit und Fahrspaß im Gelände. Die Werte sprechen für sich:

 

o Steigfähigkeit bis zu 100 % bei entsprechendem Untergrund
o Bodenfreiheit zwischen den Achsen, plus 6 Millimeter, jetzt 24,1 cm
o maximale Wattiefe von jetzt 70 cm bei Wasser- und Schlammpassagen, ganze 10 Zentimeter zusätzlich
o Fahrstabil bei Schräglagen von 35°, plus 7°
o Böschungswinkel hinten: 30°, vorne: 31°, plus 1°
o Rampenwinkel: 26°, plus 1°

 

Dank der Einzelradaufhängung konnte die Steifigkeit des Karosserievorbaus verbessert werden. Eine Domstrebe, Federbeinbrücke genannt, verbindet jetzt die vorderen Federbeindome, was die Torsionssteifigkeit des Leiterrahmens erhöht.

 

Hinten wird im Unterschied zum Vorgänger die neue Starrachse mit vier Längslenkern auf jeder Seite und einem Panhardstab geführt. Das macht normale Straßenfahrten noch komfortabler. Im Gelände sorgen die 82/142 Millimeter Ein/Ausfederweg hinten und die Bodenfreiheit von 241 Millimetern zum Hinterachsgetriebe für Sicherheit auch in Extremsituationen.

Auch elektronisch hat die G-Klasse dazugelernt: Der neue G-Mode, der sich automatisch aktiviert sobald eine Sperre eingelegt oder auf LOW RANGE gegangen wird, passt die Verstelldämpfung des Fahrwerks und die Lenkung sowie die Gaspedalkennlinie an, vermeidet unnötige Schaltungen und sorgt damit für beste Kontrolle und maximale Geländegängigkeit … sagt Mercedes. Aber wir glauben ihnen das einfach mal.

Antriebstechnisch startet der G als G500 mit einem 4,0 Liter BiTurbo-V8 Benziner mit 422 PS und 610 Newtonmetern maximalem Drehmoment. Verwaltet wird diese Power durch ein 9-Gang-Wandlerautomatik-Getriebe. Später folgen noch Diesel (die neuen Reihensechser versteht sich) und eine AMG-Version (aber „nur noch“ mit V8, nicht mehr mit V12). Preise gibt es dafür noch nicht.

Anders beim G500: Der begeht im Juni seinen Marktstart und wird in Österreich bei 142.890,-Euro starten. Immerhin: LED-Scheinwerfer, Ledersitze und mehr sind hier schon enthalten.

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