Range Rover Velar: erste Eindrücke

21. April 2017
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Aktuelles

Vor rund zwei Monaten lüftete Jaguar Land Rover den Vorhang und stellte der Welt den Velar vor – laut ihren eigenen Worten den „avantgardistischen“ Range Rover. Zur Technik und Positionierung haben wir damals bereits berichtet (hier noch einmal nachzulesen). Nun aber wollen wir darüber plaudern, wie es sich denn so anfühlt im neuen Range – immerhin wurde gerade im Innenraum so manch Neues ausprobiert. Der Reihe nach:

Das Cockpit:

„Cleanen“ – was man sonst vor allem aus dem Tuning-Bereich kennt, wurde beim Velar quasi perfektioniert. Sowohl außen, vor allem aber auch innen. Viele ebene Flächen, gerade Linien, klare Formen und reduzierte Akzente bestimmen das Bild des Velar-Cockpits. Dieser Eindruck wird natürlich vor allem durch das Armaturenbrett gefördert, das dem Grundsatz „secret ´til lit“ folgt, wie uns der Head of Design, Gerry McGovern verriet: Statt feststehender Knöpfe sind so ziemlich alle Armaturen Touch-Displays. Ist der Wagen also aus, warten zwischen Fahrer und Beifahrer nur eine große, edle, schwarze Fläche. Erst mit eingeschaltener Zündung erwacht der Bereich zum Leben und verändert die gezeigten Informationen je nach gewähltem Menü. Dementsprechend ändern die beiden freistehenden Regler dann auch ihre Funktion – sehr clever.

Hübsch und gleichzeitig clever ist auch, dass der Hauptbildschirm aber dennoch möglichst weit oben angebracht wurde und beim „Hochfahren“ des Autos ausklappt. So muss man – ganz wie gewohnt und gewünscht – den Blick nie sonderlich weit von der Straße entfernen, möchte man die wichtigsten Infos wie etwa die Navigation ablesen, die nach wie vor dort oben dargestellt werden. Natürlich steht es einem aber auch frei, einfach durch das Lenkrad zu blicken – auch dort wartet ein LCD-Screen, auf dem wie gewohnt diverse Infos angezeigt werden können. Noch bequemer: das optionale Head-Up-Display, das wir aber noch nicht ausprobieren konnten. Wie intuitiv die Bedienung von alledem dann funktionieren wird – vor allem zumal auch die Lenkradtasten teilweise mit Screens hinterlegt sind und so unterschiedliche Funktionen haben können – muss erst ein ausführlicherer Praxistest zeigen.

Die Sitzposition hinterm mit seiner zweifärbigen, durch einen Alu-Ring geteilten Bespannung sehr schön anzusehenden (und anzugreifenden) Steuer ist jedenfalls gut. Die Übersicht aber durchschnittlich, was vor allem dem schnittigen Design samt hoher Schulterkante geschuldet ist. Natürlich warten aber diverse Kamera-Systeme in der Aufpreis-Liste, die dieses Manko leicht zu beheben wissen.

Die Materialien:

Bei dem Vorserienfahrzeug, in dem wir Platz nehmen durften, waren die für Range Rover-Verhältnisse schlank geschnittenen, aber dennoch sehr bequemen Sitze noch mit „ordinärem“ Leder bespannt. Range Rover selbst hat aber vor noch viel mehr als das zu bieten. Sie orientieren sich am Möbel-Markt, wo Leder schon lange nicht mehr als das Maß der Dinge gilt, wenn es um feine Materialien für edle Designer-Stücke gilt. So tat man sich mit Kvadrat – einem dänischen Produzenten eben solch feiner Stoffe – zusammen um diverse, neue Materialien für den Innenraum des neuen Avangard-Range zu entwickeln.

Die ersten Prototypen davon waren bunt gemischt auf einem Demo-Fahrzeug auf die Sessel gespannt und ergaben zumindest optisch äußerst schöne Anblicke, wurden sie doch mit Holz-Akzenten und schicken Alu-Elementen gemischt. Der Haken: Angefühlt haben sie sich noch weniger gut. Allerdings wurde die versammelte Range Rover Design-Elite nicht müde zu betonen, dass dies ja nur ein erster Ausblick darauf sei, was wir erwarten dürfen.

Ob die Verarbeitung schon die finale Qualität hatte, ist ebenfalls zu bezweifeln (von wegen Vorserie und so). Dennoch war sie bereits tadellos. Wie von Range Rover gewohnt war selbst die schnödeste Kunststoffoberfläche gut anzugreifen, das Leder fein vernäht und alles perfekt eingepasst. Auch der JLR-typische Drehregler für die Gangwahl der Automatik fühlt sich ebenso schwer und hochwertig an, wie eh und je.

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Der Platz:

Sobald die Heckklappe sich elektrisch geöffnet hat, ist der Blick auf 673 Liter Ladevolumen frei. Eine kleine Ladekante gilt es zu überwinden, dann wartet eine große, ebene Fläche, die über die 40:20:40 umlegbaren Rücksitzlehnen noch erweitert werden kann. So stehen dann bis zu 1.731 Liter Laderaum zur Verfügung. Zum Vergleich: Der X5 steht bei 650 – 1870 Litern, der Mercedes GLE bei 690 – 2010 und der Porsche Cayenne bei 618 – 1728 Litern … wobei jeder davon ein kleines bisschen größer ist als der ziemlich exakt 4,8 Meter lange Velar.

Die Rückbank gewährt theoretisch drei Leuten Platz. So richtig bequem sitzt man aber wohl nur zu zweit … dann aber sehr. Kopf- als auch Beinfreiheit sind gefühlt im guten, oberen Mittelfeld der Klasse. Etwas weiter unten in eben diesem bewegen sich die Ablagen.

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Zum Schluss noch ein paar abschließende Key-Facts: Der Velar wird mit Motoren zwischen 180 und 380 PS angeboten werden, hat immer Allradantrieb und der Verkaufsstart ist für Sommer 2017 geplant. Der Startpreis liegt in Österreich bei 61.300 Euro.

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