Ratgeber: Praktische Familienvans

1. März 2024
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Es gibt sie noch, die praktischen Familienvans, mit denen Vater, Mutter und bis zu fünf Kinder am Wochenende auf großer Fahrt an die Küste, in die Berge oder zum Familientreff reisen können. Das Angebot an neuen Modellen ist mittlerweile recht überschaubar und gerade mit einem elektrifizierten Antrieb gibt es kaum interessante Neuwagen zu günstigen Preisen. Doch für unter 10.000 Euro gibt es ein paar echte Schnäppchen, die nicht nur praktisch sind, sondern auch noch echten Fahrspaß für Vater und Mutter bereiten.

VW Touran

Wer an einen Van denkt, der gute Qualität und viel Platz auf wenig Raum bietet, kommt um den VW Touran kaum herum. Der Wolfsburger ist ebenso praktisch wie langweilig und erlaubt sich auch nach vielen Jahren im harten Familieneinsatz kaum nennenswerte Schwächen. Die meisten Modelle auf dem Markt werden von effizienten Dieselmotoren angetrieben und bieten auf Wunsch so echten Langstreckenkomfort zu überschaubaren Betriebskosten. Ein sparsamer VW Touran aus dem Jahre 2015 / 2016 als 115 PS starke Bluemotion-Dieselvariante kostet mit einer Laufleistung von rund 100.000 Kilometern aktuell zwischen 8.500 und 12.000 Euro. Wer betont auf kurzen Strecken unterwegs ist, für den dürfte unter Umständen auch der 1,2 Liter große Benziner mit 105 PS etwas sein. Er tut sich mit größerer (Personen-) Beladung auf der Autobahn jedoch spürbar schwerer als die Selbstzünder, die auch mit 140 und 170 PS angeboten werden. Besonders beliebt: die Versionen mit dem automatisierten Doppelkupplungsgetriebe. Je nach Laufleistung sollte der Interessent nicht nur die Wartung der Steuerkette, sondern gerade auch das Fahrwerk mit Federn und Dämpfern im Blick haben.

 

Innen gibt es trotz überschaubarer Abmessungen im VW Touran zahllose Ablagen und Platz für fünf bis sieben Personen und Halterungen für Kindersitze. Von der Komfortausstattung darf man in dieser Liga jedoch nicht zu viel erwarten. Sitzheizung, Klimaanlage (manuell oder automatisch), Bluetooth und Navigation bieten einige – viel mehr dagegen nur wenige. Gut ausgesattete Modelle mit Xenonlicht, Standheizung, Anhängerkupplung, Bildschirmnavigation oder gar den robusten Ledersitzen sind rar gesät. Gegen Aufpreis wurden einige der Modelle sogar als Siebensitzer ausgeliefert, wobei man sich von den beiden ausklappbaren Sitzen, die sich aus dem Laderaum nach oben ziehen lassen, nicht zu viel erwarten sollte. Da ist der große Laderaum mit seiner flachen Ladekante praktischer.

Renault Scenic

Mindestens genauso beliebt wie der VW Touran ist in vielen europäischen Staaten der Renault Scenic. Die Rahmendaten des Touran-Konkurrenten sind ganz ähnlich, denn auch er bietet viel Raum für die ganze Familie, war gerade als Diesel sehr beliebt und ist bis heute ein recht begehrtes Modell in den Gebrauchtwagenbörsen. Preislich sortiert sich der Renault Scenic – verfügbar mit normalem und langem Radstand (Grand Scenic) knapp unter dem deutschen Wettbewerber ein. Für unter 8.500 Euro gibt es bereits einen 150 PS starken Scenic-Diesel mit rund 100.000 gefahrenen Kilometern. Im Unterschied zu Touran und anderen Modellen bieten die Scenic-Modelle oftmals nicht nur mehr Leistung, sondern auch eine deutlich bessere Ausstattung. Im Fond gibt es unter andere, Klapptische und eine getrennte Temperaturregelung.

Klimaautomatik, Xenonlicht, Navigation, Alufelgen und Panoramadach bieten viele der angebotenen Modelle. Der Verbrauch der Selbstzünder im Alltag ist besonders sparsam und auch die Benziner dem soliden 132-PS-Benziner sind eine gute Wahl, die auch auf längeren Strecken ausreichend Reserven haben. Ebenfalls eine solide Wahl: der ältere 1,6-Liter-Benziner mit 81 kW / 110 PS. Die Verarbeitungsqualität ist ebenso gut wie die Sicherheitsausstattung. Jedoch kann die Elektrik / Elektronik Probleme bereiten und auch auf das Fahrwerk sollte der potenzielle Käufer neben einer Wartungshistorie achten.

Opel Meriva

Darf es auch etwas kleiner sein? Wer nicht die Dimensionen eines VW Touran oder Renault Grand Scenic mit bis zu sieben Sitzgelegenheiten benötigt, der dürfte durchaus interessiert zu einem Modell wie dem Opel Meriva herüberschielen. Der kompakte Rüsselsheimer aus Saragossa bietet ein gefälliges Äußeres, zeitgemäße Antriebe und viel Flexibilität. Der Opel Meriva bietet zwei ungewöhnliche Clous, denn nicht nur die gegenläufig öffnenden Türen sind eine Schau, sondern auch der optional aus der Heckschürze ausziehbare Fahrradträger. Im Unterschied zu einem Renault Scenic oder dem VW Touran bietet ein Opel Meriva aus dem Jahre 2016 / 2017 zumeist eine deutlich geringere Laufleistung. Für unter 10.000 Euro bietet der kleine Bruder des Zafira 40.000 bis 80.000 Kilometer und ist oftmals mit einem aufgeladenen Vierzylinderbenziner unterwegs, der wahlweise 120 oder 140 PS leistet.

 

Die Ausstattung liegt oftmals auf dem Niveau eines VW Touran und so sind Details wie Sitz- und Lenkradheizung, Klimaautomatik, Soundsystem und Alufelgen an Bord. Das zentrale Monochrom-Display wirkt wie aus einer längst vergessenen Zeit, doch viele Kunden dürften die Mittelkonsole mit den zahlreichen Tastern zu schätzen wissen oder eben als überfrachtet ansehen. Wenig verbreitet ist auf dem Markt die Getriebeautomatik. Neben einer guten Wartungshistorie sollte der Interessent auf Achsgelenke und einen entsprechenden Ölverlust achten. Probleme können sonst die Schläuche von Kühlung und Heizung sowie die Batterie bereiten.