Großer Test Kia EV9 GT-Line

4. März 2024
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Tests

FAHRZEUGDATEN

Marke:Kia
Klasse:Geländewagen/SUV
Antrieb:Allrad
Treibstoff:Elektro
Leistung:385 PS
Testverbrauch:23,0 kWh/100km
Modelljahr:2024
Grundpreis:85.590 Euro

Test Kia EV9: Ein Auto wie mit koreanischen Handkantenschlägen modelliert: Das markante Design des neuen Elektro-SUV Kia EV9 fällt auf und wird von der Mehrheit der von uns Befragten als markant, interessant und ziemlich einzigartig beschrieben. Lediglich das Heck erinnert manche an Volvo. 

Die schiere Fahrzeug-Größe – knapp über fünf Meter Länge, fast zwei Meter Breite und 1,80 Meter Höhe – behagt dagegen nicht jedem. Wuchtig dimensionierte 2,7-Tonner stehen heutzutage wohl eher im Ruf der Umweltfeindlichkeit, Elektroantrieb hin oder her. 

Koloss mit nachhaltigen Materialien

Dabei setzt der Koloss zu einem guten Teil auf nachhaltige bzw. rezyklierte Materialien und lässt sich erstaunlich sparsam bewegen. Selbst in der getesteten 384 PS-Version samt Allradantrieb kamen wir in Stadt und Speckgürtel mit einem Verbrauch von 20 kWh durch – sensationell für ein solches Dickschiff. Auf der Autobahn bei 130 km/h steigt der Verbrauch dagegen in Bereiche von 27 kWh oder mehr. Auf Langstreckenfahrten empfiehlt sich daher eine Reisegeschwindigkeit von maximal 120 km/h.

Langstrecke bedeutet bei ­einem Elektroauto derzeit bestenfalls 400 Kilometer zwischen Ladestopps, bequem verbringt man die im EV9 aber auf jeden Fall. Sieben Sitze sind serienmäßig, und selbst ganz hinten lässt es sich vergleichsweise kommod reisen. Gegen Aufpreis kann man den Dicken in der Topausstattung „GT-Line“ als Sechssitzer ordern, dann ist auch das Gestühl in Reihe zwei elektrifiziert und lässt sich auf Knopfdruck in eine bequeme „Relax“-Position bringen.

Wer auf solchen Luxus verzichten kann, steigt mit Hinterradantrieb, 203 PS und der Ausstattung „Earth Baseline“ für 69.090 Euro ins EV9-Geschehen ein. Wobei: Wirklichen Verzicht muss man hier nicht üben, selbst die Basisausstattung ist überdurchschnittlich üppig. 

Beim „Earth“ kann man zwischen diesem Antrieb und 394 PS-Allrad wählen, erhält unter anderem zusätzlich Toter­winkel-Assistent, Headup-Display, E-Vordersitze, E-Lenkrad plus HiFi-Sound und bezahlt 76.590 bzw. 80.590 Euro. Den getesteten „GT-Line“ gibt es nur als starken Allradler mit 21-Zöllern und ein paar weiteren Optik-Features für satte 85.590 Euro.

Thema Assistenzsysteme

Die Assistenzsysteme arbeiten recht zuverlässig, er­innern aber an asiatische Großstädte: Alles leuchtet, blinkt, piepst und trällert – bei kleinsten Übertretungen von Geschwindigkeits­limits oder Fahrspuren. Womit ­eine defensive Fahrweise nicht nur vom komfortablen Fahrwerk und den mächtigen Dimensionen, sondern auch von der Assistenz-Elektronik nahegelegt wird. 

Ein bisserl Big Brother, aber durchaus sicherheitsdienlich ist dabei die Fahrer-Überwachung, bei der eine Kamera prüft, ob die Augen auch brav auf die Straße gerichtet sind. Wenn nicht, wird gepiepst. Was so manchem das Versenden von WhatsApp-Nachrichten oder Ähnlichem während der Fahrt vergällen könnte – recht so.

Die genaue Bewertung des Test Kia EV9 lesen Sie unten. Dieser Test erschien übrigens mit vielen weiteren in der Ausgabe Dezember 2023 von Alles Auto, hier online zu bestellen.

Foto: Robert May

Motor & Getriebe

Die beiden Elektromotoren schieben kräftig, aber nicht ruckartig an. Künstlicher Motorsound in drei Stufen aktivierbar – klingt unpeinlich, aber auch nicht anregend. Feine adaptive Rekuperation, auch manuell regelbar.  

Fahrwerk & Traktion

Hoher Federungskomfort, auch dadurch deutliche Wankneigung, Wendigkeit ist nicht die Stärke des EV9 – indirekte Lenkung, großer Wendekreis, deutliche Untersteuer-Neigung (ESP greift dabei sanft ein). Souveräne Traktion dank Allrad und schneller Regelsysteme. Die Bremsen haben den schweren Koloss gut im Griff.

Bedienung & Multimedia

Die beiden 12 Zoll-Bildschirme für Armaturen und Multimedia sind übersichtlich und logisch bedienbar, mittelgute Sprachsteuerung. Volle Smartphone-Anbindung (kabellos). Feines Vorder-Gestühl mit komfortabler „Relax“-Position und Massage-Funktion für den Fahrer. Elektrisch aufstell- und versenkbare Sitze in der dritten Reihe. Dank „Vehicle-to-Load“ kann der Akku elektrische Geräte mit Strom (230 Volt) versorgen.

Innen- & Kofferraum

Großzügiges Platzangebot in allen drei Sitzreihen. Selbst nach ganz hinten gelangt man menschenwürdig. Großer Kofferraum mit ­einem Minuspunkt: die hohe Ladekante. Das flache Kellerfach eignet sich für Stromkabel, vorne gibt es zusätzlich einen kleinen „Frunk“.

Dran & Drin

Die Ausstattung ist in der Top-Variante GT-Line überkomplett, angesichts dessen könnte man eventuell eine Vierzonen-Klimaautomatik vermissen (es gibt „nur“ zwei Zonen). Klarerweise kaum ­Extras erhältlich. Die Kunstlederpolsterung gibt es aufpreisfrei in Hellgrau/Schwarz oder in Blau/Dunkelgrau.

Schutz & Sicherheit

Sechs Standard-Airbags plus zentraler Luftsack zwischen den Vordersitzen. Komplettes Programm an Assistenzsystemen, diese unter­malen ihre an sich gute Arbeit durch heftige Pieps-Attacken. Praktisch: Beim Blinken wird der tote Winkel in den digitalen ­Armaturen sichtbar gemacht.

Reichweite & Laden

Im städtischen Umland erfreut der 2,7-Tonner mit Verbräuchen um die 20 kWh, bei 130 km/h muss man mit gut 27 kWh rechnen. Im Schnitt kamen wir auf 23 kWh und eine brauchbare Reichweite von 435 Kilometern. Hohe Gleichstrom-Ladeleistung von 240 kW. 

Preis & Kosten

Viel Auto für viel Geld. Immerhin günstiger als Volvo EX90 und Tesla Model X (beide jedoch deutlich leistungsstärker), der BMW iX xDrive40 ist bei ähnlichem Preis kleiner. Recht dichtes Werkstattnetz, lange Service-Intervalle. Top: sieben Jahre Fahrzeug­garantie.

Kia-Cockpit: gut ablesbare Bildschirme, die Softtouch-Tasten darunter sprechen nicht immer zuverlässig an.

[vc_row][vc_column][vc_column_text]Test Kia EV9: Ein Auto wie mit koreanischen Handkantenschlägen modelliert: Das markante Design des neuen Elektro-SUV Kia EV9 fällt auf und wird von der Mehrheit der von uns Befragten als markant, interessant und ziemlich einzigartig beschrieben. Lediglich das Heck erinnert manche an Volvo.  Die schiere Fahrzeug-Größe – knapp über fünf Meter Länge, fast zwei Meter Breite und 1,80 Meter Höhe – behagt dagegen nicht jedem. Wuchtig dimensionierte 2,7-Tonner stehen heutzutage wohl eher im Ruf der Umweltfeindlichkeit, Elektroantrieb hin oder her.  Koloss mit nachhaltigen Materialien Dabei setzt der Koloss zu einem guten Teil auf nachhaltige bzw. rezyklierte Materialien und lässt sich erstaunlich sparsam bewegen. Selbst in der getesteten 384 PS-Version samt Allradantrieb kamen wir in Stadt und Speckgürtel mit einem Verbrauch von 20 kWh durch – sensationell für ein solches Dickschiff. Auf der Autobahn bei 130 km/h steigt der Verbrauch dagegen in Bereiche von 27 kWh oder mehr. Auf Langstreckenfahrten empfiehlt sich daher eine Reisegeschwindigkeit von maximal 120 km/h. Langstrecke bedeutet bei ­einem Elektroauto derzeit bestenfalls 400 Kilometer zwischen Ladestopps, bequem verbringt man die im EV9 aber auf jeden Fall. Sieben Sitze sind serienmäßig, und selbst ganz hinten lässt es sich vergleichsweise kommod reisen. Gegen Aufpreis kann man den Dicken in der Topausstattung „GT-Line“ als Sechssitzer ordern, dann ist auch das Gestühl in Reihe zwei elektrifiziert und lässt sich auf Knopfdruck in eine bequeme „Relax“-Position bringen. Wer auf solchen Luxus verzichten kann, steigt mit Hinterradantrieb, 203 PS und der Ausstattung „Earth Baseline“ für 69.090 Euro ins EV9-Geschehen ein. Wobei: Wirklichen Verzicht muss man hier nicht üben, selbst die Basisausstattung ist überdurchschnittlich üppig.  Beim „Earth“ kann man zwischen diesem Antrieb und 394 PS-Allrad wählen, erhält unter anderem zusätzlich Toter­winkel-Assistent, Headup-Display, E-Vordersitze, E-Lenkrad plus HiFi-Sound und bezahlt 76.590 bzw. 80.590 Euro. Den getesteten „GT-Line“ gibt es nur als starken Allradler mit 21-Zöllern und ein paar weiteren Optik-Features für satte 85.590 Euro. Thema Assistenzsysteme Die Assistenzsysteme arbeiten recht zuverlässig, er­innern aber an asiatische Großstädte: Alles leuchtet, blinkt, piepst und trällert – bei kleinsten Übertretungen von Geschwindigkeits­limits oder Fahrspuren. Womit ­eine defensive Fahrweise nicht nur vom komfortablen Fahrwerk und den mächtigen Dimensionen, sondern auch von der Assistenz-Elektronik nahegelegt wird.  Ein bisserl Big Brother, aber durchaus sicherheitsdienlich ist dabei die Fahrer-Überwachung, bei der eine Kamera prüft, ob die Augen auch brav auf die Straße gerichtet sind. Wenn nicht, wird gepiepst. Was so manchem das Versenden von WhatsApp-Nachrichten oder Ähnlichem während der Fahrt vergällen könnte – recht so. Die genaue Bewertung des Test Kia EV9 lesen Sie unten. Dieser Test erschien übrigens mit vielen weiteren in der Ausgabe Dezember 2023 von Alles Auto, hier online zu bestellen. Foto: Robert May [/vc_column_text][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column width="1/2" css=".vc_custom_1446571503268{padding-top: 5px !important;}"][vc_column_text el_class="testkategorien"] Motor & Getriebe Die beiden Elektromotoren schieben kräftig, aber nicht ruckartig an. Künstlicher Motorsound in drei Stufen aktivierbar – klingt unpeinlich, aber auch nicht anregend. Feine adaptive Rekuperation, auch manuell regelbar.   Fahrwerk & Traktion Hoher Federungskomfort, auch dadurch deutliche Wankneigung, Wendigkeit ist nicht die Stärke des EV9 – indirekte Lenkung, großer Wendekreis, deutliche Untersteuer-Neigung (ESP greift dabei sanft ein). Souveräne…

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FAZIT

Wer so viel SUV zu brauchen glaubt, ist mit dem praktischen & luxuriösen Kia-Topmodell gut bedient.

Motor & Getriebe
Fahrwerk & Traktion
Bedienung & Multimedia
Innen- & Kofferraum
Dran & Drin
Schutz & Sicherheit
Reichweite & Laden
Preis & Kosten
User-Wertung : Keine Bewertungen bisher!
8

2 Synchronmotoren, Spitzenleistung 385 PS (283 kW), Dauerleistung 154 PS (113 kW), max. Drehmoment 700 Nm, Akku (netto) 99,8 kWh, Allradantrieb mit fixer Übersetzung, Scheibenbremsen v/h (bel.)

L/B/H 5015/ 1980/1780 mm, Radstand 3100 mm, 7 (6) Sitze, Wendekreis 12,4 m, Reifendimension 285/45 R 21, Kofferraumvolumen v/h 52/333–2393 l, Leergewicht (EU) 2664 kg, zul. Gesamtgewicht 3240 kg, max. Anh.-Last 2500 kg

0–100 km/h 6,0 sec, 60–100 km/h 3,2 sec, Spitze 200 km/h, Steuer (jährl.) keine, Werkstätten in Österreich 106, Service alle 30.000 km (mind. alle 2 Jahre), WLTP-Normverbrauch kombiniert 22,8 kWh, Testverbrauch 23,0 kWh, Reichweite Norm/Test 497/435 km, Ladedauer bei 11 kW (100%) 9:05 Std, bei 240 kW Gleichstrom (80%) 24 Min

sechs Airbags, Zen­tralairbag, Notbrems-, Spurhalte-, Spurführungs-, Spurwechsel-, Auspark-, Toterwinkel- und Querverkehrs-Assistent, Adaptiv-Tempomat, Verkehrszeichenerkennung, Headup-Display, LED-Scheinwerfer mit Fernlicht-Sensor, Licht- und Regensensor, Einparkassistent, akustische Einparkhilfe v+h, Rückfahrkamera, Rundum-Kameras, Zweizonen-Klimaautomatik, Multimediasystem mit 12,3 Zoll-Touchscreen, div. Online-Dienste, Navigation, Android Auto & Apple CarPlay, induktives Handyladen, DAB-Tuner, Meridian-Soundsystem mit 14 LS, 6x USB-C-Slots, Kunstlederpolsterung, digitaler Innenspiegel, el. klappbare Außenspiegel, alle Spiegel aut. abblendend, el. Sitzverstellung v (Fahrersitz mit Memory) und in 3. Reihe, Sitzklimatisierung in 1. und 2. Reihe, Lenkrad el. einstell- u. heizbar, abgedunkelte Fondscheiben, schlüsselloser Zugang, E-Heckklappe mit Sensorsteuerung, Wärmepumpe, Typ 2- und Schuko-Ladekabel, Vehicle-to-Load-Funktion, 21 Zoll-Alufelgen, Metallic-Lack (Rot) etc.

E-Glas-Hub/Schiebedach € 2000,–, kamera-basierte Außenspiegel € 1500,–, 6-Sitzer mit E-Verstellung und „Relax“-Funktion für Einzelsitze der 2. Reihe oder 6-Sitzer mit drehbaren Einzelsitzen in 2. Reihe je € 1500,–, Metallic-Lack (diverse Farben) ab € 1000,–