Schweizer erforscht neues Testverfahren für Autosensoren

5. Mai 2021
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Aktuelles

Geht es um das Service eines Autos, stehen vor allem Motor, Getriebe, Fahrwerk und Elektrik im Vordergrund. Werden diese Teile regelmäßig gewartet, wird ein Fahrzeug in der Regel als funktionstüchtig erklärt. Elektronische Komponenten wie Sensoren und Kameras sind jedoch ebenfalls wichtig, bekommen aber selten die gleiche oder zumindest ähnliche Aufmerksamkeit. Das Schweizer Unternehmen Empa arbeitet nun an einer Testmethode, welche die Sensorik von Autos einer ebenso genauen Prüfung unterzieht.

Eine Methodik für die Zukunft

Mit jenem Innovationsprojekt, das von der Schweizer Forschungsinstitution ins Leben gerufen wurde, geht es jedoch nicht nur um die Verbesserung von gegenwärtigen Autos. Ein nennenswertes Beispiel ist etwa der Lexus RX 450h. Das Fahrzeug ist mit einer Kamera in der Frontscheibe, Lidar-Lasersensoren und einem Radar ausgestattet, der die Erstellung eines dreidimensionalen Bildes ermöglicht. So ist das Auto in der Lage, sich in der Umgebung selbst zu orientieren.

Auto jener Art, die im Rahmen des Forschungsprojekts unter die Lupe genommen werden, sollen es möglich machen, unterwegs auch zu lesen, Filme zu sehen oder gar zu schlafen. Speziell in letzterem Fall könnte eine besondere Gefahr in Zusammenhang mit dem Autofahren wesentlich verringert werden. Arne Wildbach, Redakteur zum Thema „Schlaf“ auf fitforbeach.de erläutert: „Auto fahren ohne ausreichend vorher geschlafen zu haben, bewirkt in etwa die gleiche Beeinträchtigung von bis zu 0,5 Promille Alkohol im Blut. In Extremfällen, die ab 22 Stunden eintreten, erhöht sich der Vergleichswert sogar auf 1,0 Promille“. Um einen solchen Ausgleich direkt im Fahrzeug schaffen zu können, wird es laut Experten jedoch noch 15 bis 20 Jahre dauern. An der notwendigen Technologie wird jedoch bereits heute gearbeitet – abgesehen von Tech-Giganten wie Apple oder Google arbeitet eben nun auch die Schweizer Einrichtung „Empa“ daran.

Zulassung ohne Sicherheit ist nicht gestattet

Um die Zuverlässigkeit solcher eingesetzten Sensoren zu überprüfen hat Miriam Elsner, Leiterin der Fahrzeugsysteme bei Empa, einen besonderen Maßstab angesetzt: „Wir untersuchen, wie die jeweiligen Sensoren bei unterschiedlichen Umgebungsbedingungen arbeiten und welche Daten dabei gesammelt werden. Außerdem wollen wir feststellen, wann sie Fehler machen oder zur Gänze ausfallen“. Dabei soll ein Verfahren, welches einem „Sehtest“ für autonome Fahrzeuge gleicht, entwickelt werden; so soll auch nach mehreren Jahren noch Vertrauen in die Technik vorhanden sein.

Im Rahmen jenes Testverfahren soll außerdem festgestellt werden, ob die genutzten Sensoren auch im Falle von trübem Wetter oder Niederschlag Zuverlässigkeit ausstrahlen. Die Radartempomate vieler Fahrzeuge setzen beispielsweise noch aus, wenn der Regen eine gewisse Stärke erreicht hat. Im Falle von Fahrzeugen, die mit solchen Assistenzsystemen ausgestattet sind, wird jene Problematik jedoch gegenwärtig nur in etwa 0,2 Prozent aller wissenschaftlichen Studien zu selbstfahrenden Autos behandelt. „Dieser Aspekt wird jedoch eine entscheidende Rolle spielen, damit Autos dieser Art in Österreich, in der Schweiz und in anderen Ländern der Welt für den Straßenverkehr zugelassen werden“, führt Elsner dazu aus.

Foto: Pixabay / qimono

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