Test: Kia XCeed 1,4 T-GDI DCT Platin

12. November 2019
1.147 Views
Tests

FAHRZEUGDATEN

Marke:Kia
Klasse:Kompaktwagen
Antrieb:Vorderrad
Treibstoff:Benzin
Leistung:140 PS
Testverbrauch:6,8 l/100km
Modelljahr:2019
Grundpreis:34.190 Euro

In der vierten Generation wächst die Ceed-Familie kontinuierlich, neben den klassischen und schon vom Vorgänger bekannten Versionen Hatchback und Kombi gibt es seit dem Vorjahr noch den feschen Shooting Brake namens ProCeed und jetzt auch diesen Crossover hier namens XCeed.

Optisch und von der Außenlänge her liegt der Neue ziemlich exakt zwischen dem normalen, fast neun Zentimeter kürzeren Hatchback-Ceed und dem klassischen Kompakt-SUV des Hauses, dem Sportage. Durch die rund vier Zentimeter höher positionierten Sitze gestaltet sich der Einstieg in den XCeed bequemer als bei der Bau-Basis, der Verkehrs-Überblick ist freilich nicht ganz so gut wie im „echten“ SUV der Koreaner. 

Allrad so wie beim Sportage gibt es beim XCeed auch nicht, die drei Benziner von 120 bis 204 PS und die beiden Diesel zu 116 bzw. 136 PS schicken ihre Power wie im Segment üblich an die Vorderräder, gegen Aufpreis von einem siebengängigen Doppelkupplungsgetriebe verwaltet – nur der schwächste Otto, ein Dreizylinder, wird ausschließlich mit Handschaltung gereicht.

In unserem Testwagen werkte der mittlere Benziner – eine gute Wahl für alle, die nicht oft auf der Langstrecke unterwegs sind. Der kultivierte und ­bullige 1400er kann da natürlich auch überzeugen, doch für Vielfahrer macht wohl eher der ähnlich starke, wenn auch 2100 Euro teurere Diesel Sinn. 

Abgestimmt ist der XCeed etwas komfortabler als seine Bau-Basis, dennoch wankt er nicht in schnellen Kurven, das Handling ist ähnlich knackig wie im konventionellen Fünftürer. Auch das Platzangebot rangiert auf demselben Niveau, lediglich der Kofferraum konnte zulegen, wenn auch nur um bescheidene 31 Liter. Die Lehnen sind zudem hier 2:1:2 geteilt, dafür liegt die Ladekante im Möchtegern-SUV satte zehn Zentimeter höher.

Innen halten sich die Unterschiede zu den normalen Ceed-Brüdern in Grenzen – allerdings kommt im X schon das neue große Multimediasystem mit 10,25 Zoll-Bildschirm zum Einsatz, und das bereits ab der dritten von vier Ausstattungsstufen. Über eine ab Jahresende erhältliche App kann der Besitzer aus der Ferne mit dem Auto kommunizieren, Stichwort Ortung, Stichwort Naviziel-Übertragung, Stichwort Vorklimatisierung.

Im Falle unserer Motorisierung kostet der XCeed 2600 Euro mehr als der herkömmliche Bruder, im Vergleich zum deutlich geräumigeren Kombi liegt der Unterschied immer noch bei 1400 Euro. Dennoch soll der trendige Crossover etwa die Hälfte aller Ceed-Kunden in Europa überzeugen, in Österreich rund ein Drittel.

Motor & Getriebe – Der kultivierte Vierzylinder liefert trotz wenig Hubraum satten Punch schon von unten, die Siebengang-Doppelkupplungsautomatik schaltet sanft & schnell sowie früh hoch – und bei norma­lem Tritt aufs Gaspedal nicht nervös zurück.

Fahrwerk & Traktion – Durchaus komfortabel abgestimmt, aber keineswegs schwammig oder wankend. Agiles Handling über direkt-präzise und im richtigen Maß Servo-unterstützte Lenkung. Im Grenzbereich harmlose, weil zarte Lastwechsel-Reaktionen. Traktion auf trockener Fahrbahn ohne Tadel. Bremsleistung absolut in Ordnung.

Cockpit & Bedienung – Sehr gute Sitzposition, 1A-Ergonomie, einfache Bedienung – schon die beiden Drehregler des Multimediasystems (für Lautstärke und Navi-Zoom) mit großem und optimal platziertem Touchscreen sind ein Hit, dazu gibt es für die wichtigsten Funktionen eigene echte Tasten. Digitale Instrumente gut abzulesen, im (recht gelungenen) Sport-Modus anderes, gleichfalls unaufdringliches Design – sonst kaum Konfigurationsmöglichkeiten. Genug Ablagen. Zum Glück an Bord: eine Rückfahrkamera.

Innen- & Kofferraum – Gegenüber dem normalen Ceed praktisch unverändertes, damit ganz gutes Passagier-Platzangebot – man sitzt natürlich etwas höher als im konventionellen Kompakten. Deutlich höher liegt leider auch die Ladekante, der Kofferraum wuchs trotz neun Zentimeter mehr Außenlänger nur um 31 Liter, ist aber gut nutz­bar und beim XCeed über 2:1:2-Umlege-Lehnen ­erweiterbar – dank doppeltem Boden gibt‘s dann keine Stufe zum Innenraum und eine fast ebene Fläche.

Dran & Drin – In der besten der vier Ausstattungsstufen wirklich lückenlos bestückt, wer unter anderem auf Radar-Tempomat, Echtleder, Klima-Sitze, Parksensoren, Sitzheizung hinten und E-Fahrersitz verzichten kann, fährt mit dem 4000 Euro billigeren „Gold“ auch recht luxuriös. Klapperfreie Verarbeitung, angenehm anzu­sehende und anzugreifende Materialien. Mit Schaltgetriebe 2200 Euro billiger.

Schutz & Sicherheit – Klassenübliches Airbag-Aufkommen, dazu volle Hütte in Sachen Assistenzsysteme – wobei die aktive Spurhalte-Hilfe besser funktionierte als bei den ersten Ceed-Testwagen der neuen Generation.

Preis & Kosten – Absolut gesehen keine Okkasion, PS-Leistung, Automatik und vor allem die tolle Ausstattung relativieren den Tarif freilich, nicht nur gegenüber deutschen Mitbewerbern. Ebenfalls ein Kia-Plus: die siebenjährige Garantie – die wirkt sich natürlich auch positiv auf die Werthaltung aus. Ein Werkstatt-Besuch im Jahr Pflicht.

Kia-Cockpit: jede Menge weiche Kunststoffe, sehr gute Sitzposition, vorbildhafte Bedienbarkeit.

[vc_row][vc_column][vc_column_text]In der vierten Generation wächst die Ceed-Familie kontinuierlich, neben den klassischen und schon vom Vorgänger bekannten Versionen Hatchback und Kombi gibt es seit dem Vorjahr noch den feschen Shooting Brake namens ProCeed und jetzt auch diesen Crossover hier namens XCeed. Optisch und von der Außenlänge her liegt der Neue ziemlich exakt zwischen dem normalen, fast neun Zentimeter kürzeren Hatchback-Ceed und dem klassischen Kompakt-SUV des Hauses, dem Sportage. Durch die rund vier Zentimeter höher positionierten Sitze gestaltet sich der Einstieg in den XCeed bequemer als bei der Bau-Basis, der Verkehrs-Überblick ist freilich nicht ganz so gut wie im „echten“ SUV der Koreaner.  Allrad so wie beim Sportage gibt es beim XCeed auch nicht, die drei Benziner von 120 bis 204 PS und die beiden Diesel zu 116 bzw. 136 PS schicken ihre Power wie im Segment üblich an die Vorderräder, gegen Aufpreis von einem siebengängigen Doppelkupplungsgetriebe verwaltet – nur der schwächste Otto, ein Dreizylinder, wird ausschließlich mit Handschaltung gereicht. In unserem Testwagen werkte der mittlere Benziner – eine gute Wahl für alle, die nicht oft auf der Langstrecke unterwegs sind. Der kultivierte und ­bullige 1400er kann da natürlich auch überzeugen, doch für Vielfahrer macht wohl eher der ähnlich starke, wenn auch 2100 Euro teurere Diesel Sinn.  Abgestimmt ist der XCeed etwas komfortabler als seine Bau-Basis, dennoch wankt er nicht in schnellen Kurven, das Handling ist ähnlich knackig wie im konventionellen Fünftürer. Auch das Platzangebot rangiert auf demselben Niveau, lediglich der Kofferraum konnte zulegen, wenn auch nur um bescheidene 31 Liter. Die Lehnen sind zudem hier 2:1:2 geteilt, dafür liegt die Ladekante im Möchtegern-SUV satte zehn Zentimeter höher. Innen halten sich die Unterschiede zu den normalen Ceed-Brüdern in Grenzen – allerdings kommt im X schon das neue große Multimediasystem mit 10,25 Zoll-Bildschirm zum Einsatz, und das bereits ab der dritten von vier Ausstattungsstufen. Über eine ab Jahresende erhältliche App kann der Besitzer aus der Ferne mit dem Auto kommunizieren, Stichwort Ortung, Stichwort Naviziel-Übertragung, Stichwort Vorklimatisierung. Im Falle unserer Motorisierung kostet der XCeed 2600 Euro mehr als der herkömmliche Bruder, im Vergleich zum deutlich geräumigeren Kombi liegt der Unterschied immer noch bei 1400 Euro. Dennoch soll der trendige Crossover etwa die Hälfte aller Ceed-Kunden in Europa überzeugen, in Österreich rund ein Drittel. [/vc_column_text][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column width="1/2" css=".vc_custom_1446571503268{padding-top: 5px !important;}"][vc_column_text el_class="testkategorien"]Motor & Getriebe - Der kultivierte Vierzylinder liefert trotz wenig Hubraum satten Punch schon von unten, die Siebengang-Doppelkupplungsautomatik schaltet sanft & schnell sowie früh hoch – und bei norma­lem Tritt aufs Gaspedal nicht nervös zurück. Fahrwerk & Traktion - Durchaus komfortabel abgestimmt, aber keineswegs schwammig oder wankend. Agiles Handling über direkt-präzise und im richtigen Maß Servo-unterstützte Lenkung. Im Grenzbereich harmlose, weil zarte Lastwechsel-Reaktionen. Traktion auf trockener Fahrbahn ohne Tadel. Bremsleistung absolut in Ordnung. Cockpit & Bedienung - Sehr gute Sitzposition, 1A-Ergonomie, einfache Bedienung – schon die beiden Drehregler des Multimediasystems (für Lautstärke und Navi-Zoom) mit großem und optimal platziertem Touchscreen sind ein Hit, dazu gibt es für die wichtigsten Funktionen eigene echte Tasten. Digitale Instrumente gut abzulesen, im (recht gelungenen) Sport-Modus anderes, gleichfalls unaufdringliches Design – sonst kaum Konfigurationsmöglichkeiten. Genug…

8.6

FAZIT

Kompaktklasse trendig-fesch inszeniert – und überdurchschnittlich luxuriös.

Motor & Getriebe
Fahrwerk & Traktion
Cockpit & Bedienung
Innen- & Kofferraum
Dran & Drin
Schutz & Sicherheit
Preis & Kosten
User-Wertung : Keine Bewertungen bisher!
9

R4, 16V, Turbo, 1353 ccm, 140 PS (103 kW) bei 6000/min, max. Drehmoment 242 Nm bei 1500–3200/min, Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe, Vorderradantrieb, Scheibenbremsen v/h (v bel.), L/B/H 4395/1826/1483 mm, Radstand 2650 mm, 4 Sitze, Wendekreis 10,8 m, Reifendimension 235/45 R 18 (Testwagen-Bereifung Continental SportContact 5), Tankinhalt 50 l, Reichweite 735 km, Kofferraumvol. 426–1378 l, Leergewicht 1426 kg, zul. Gesamtgewicht 1860 kg, max. Anh.-Last 1410 kg, 0–100 km/h 9,5 sec, Spitze 200 km/h, Steuer (jährl.) € 594,–, Werkstätten in Österreich 113, Service alle 30.000 km (alle 2 Jahre, zur Hälfte jeweils ein Ölwechsel), Normverbrauch (Stadt/außerorts/Mix) 6,9/5,3/5,9 l, Testverbr. 6,8 l ROZ 95, CO2 (Norm/Test) 135/156 g/km

Front-, vordere Seiten- und durchgehende Kopfairbags, aktiver Spurhalte-Assistent, autonomes Notbremssystem, Toterwinkel-, Querverkehrs- und Aufmerksamkeits-Warner, Verkehrszeichen-Erkennung, Abstandsregel-Tempomat mit Stop & Go-Funktion, LED-Scheinwerfer mit Fernlicht-Automatik, Rückfahrkamera, Einparkhilfe v+h plus Einpark-Automatik, Navigation mit 10,25 Zoll-Touchscreen, Audiosystem mit JBL-Sound (8 LS) und USB-Slots sowie DAB-Tuner, Apple CarPlay & Android Audio, induktives Handyladen, Bluetooth für Telefon und Audio, Klimaautomatik, Außenspiegel elektr. klappbar, aut. abblend. Innenspiegel, Licht- und Regensensor, getönte Fond-Scheiben, Multifunktions-Lederlenkrad, elektr. Parkbremse, Lederpolsterung, E-Fahrersitz mit Memory, digitale Instrumente, Sitzlüftung v, Sitzheizung v+h, Lenkrad-Heizung, Aluräder 18 Zoll etc.

Metallic/Pearl-Lack € 500,–/600,–, E-Glas-Hub/Schiebedach plus sensorgesteuerte E-Heckklappe € 1700,–

1 Kommentare

  1. Mir persönlich hätte es besser gefallen, wenn man als Basis den Ceed Kombi genommen hätte, statt eine „lifestyligere“ zusätzlichen Karosserieform zu kreieren.
    Automatik (bzw. DKG) auch für den 120 PS-Motor wäre auch schön.
    MfG J

Kommentar abgeben