Alles über Förderungen, Betriebskosten und den Wiederverkaufswert von Elektroautos

13. März 2024
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Aktuelles

Die Veränderungen in der Automobilindustrie sind nicht zu übersehen. Smart vernetzte Autos werden mehr, das autonome Fahren macht schön langsam Fortschritte und die Elektromobilität ist längst im Alltag angekommen. Besonders nah liegt in Zeiten hoher Strompreise die Frage, ob sich so ein E-Auto denn auch finanziell lohnt. Wie viel kostet so ein Stromer eigentlich – und wie viel von seinem Wert behält er?

Umweltbonus fällt weg: Der aktuelle Stand der Fördermittel

Elektrofahrzeuge sind teuer in der Anschaffung. Um die Käufer zu motivieren, wurde in Deutschland der Umweltbonus eingeführt, in Österreich die E-Mobilitätsförderung. Beide setzten sich aus einem Hersteller- und einem Bundesanteil zusammen und erleichterten Autofahrern die Finanzierung des E-Autos. Der Herstelleranteil wurde beim Kauf direkt mit dem Preis verrechnet. Der Bundesanteil mussten die Fahrzeughalter nach der Zulassung beantragen.

Inzwischen gibt es die österreicheische E-Mobilitätsförderung nur noch für Privatkunden, den deutschen Umweltbonus überhaupt nicht mehr. Im deutschen Klima- und Transformationsfonds fehlen 60 Milliarden Euro. Aus diesem Grund musste die Regierung für das Jahr 2024 kurzfristige Einsparungen im Haushalt vornehmen. Das Resultat: Seit dem 18. Dezember 2023 können keine Umweltboni für Elektroautos mehr beantragt werden.

Wer bereits eine Zusage für seinen Förderantrag erhalten hat, ist nicht betroffen. Die Prämie wird ihm trotz der Veränderung ausgezahlt. Haben Sie bis einschließlich zum 17. Dezember 2023 einen Antrag eingereicht, bearbeitet das deutsche Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) diesen noch. Erfüllen Sie alle Fördervoraussetzungen, können Sie den Umweltbonus dennoch erhalten. Auch das Nachreichen von Unterlagen für einen vorliegenden Antrag ist noch möglich.

Wie erhalte ich weiterhin Fördermittel?

Der plötzliche Verlust des Umweltbonus kommt sehr überraschend. Viele Menschen, die geplant hatten, bald ein E-Auto zu kaufen, hatten ihn in ihren Finanzierungsplan integriert. Sie müssen nun nach einer Alternative suchen. Kritisiert wurde die Entscheidung der Regierung unter Anderem von Karsten Schulze, dem Technikpräsidenten des ADAC. Doch auch die Autohersteller sind nicht zufrieden mit dem Vorgang.

Einige von ihnen reagieren deshalb mit eigenen Förderangeboten für Autokäufer. Manche Anbieter übernehmen den Bundesanteil selbst, sofern das Fahrzeug bis zum Ende des Jahres 2023 bestellt wurde. In anderen Fällen werden die Zusagen bis Mitte 2024 erweitert oder der Herstelleranteil wird auch 2024 weitergezahlt. Auch Preisnachlässe auf bestimmte Fahrzeugmodelle zählen zu den möglichen Reaktionen.

Laufende Kosten: So viel zahlen Sie für Ihr Elektroauto

Als Betriebskosten werden die Kosten bezeichnet, die für die Instandhaltung und Reparatur eines Fahrzeugs sowie den Kraftstoff anfallen. Auch die Wörter Unterhalts-, Neben- und Folgekosten sind im Gebrauch.

Im Vergleich mit dem Benziner haben Elektroautos meist geringere Betriebskosten. Zwar sind die Stromer für gewöhnlich teurer in der Anschaffung, doch sie glänzen mit geringem Wartungsaufwand durch fehlende Verschleißteile. Auch die Preise für den Strom fallen derzeit geringer aus als die für eine vergleichbare Menge Benzin. Jedenfalls, wenn man zu Hause laden kann und nicht auf die teuren öffentlichen Ladestationen angewiesen ist.

Mit diesen Unterhaltskosten müssen Sie rechnen

Zu den Betriebskosten eines Elektroautos zählen die folgenden:

  • Inspektion: Bei Elektrofahrzeugen sind die Intervalle, die der Hersteller für die Inspektionen festlegt, häufiger länger als bei Benzinern. Im Falle von Tesla gibt es überhaupt keine vorgeschriebenen Inspektionen mehr.
  • Wartung: Elektroautos haben kaum fest verbauten Verschleißteile. Die Motoren gelten als sehr langlebig und robust. Durch diese Vorteile sinken die Wartungskosten. Sie fallen durchschnittlich 35 Prozent niedriger aus als bei vergleichbaren Verbrennern.
  • Strom: Ein Elektroauto verbraucht auf 100 Kilometer ungefähr 15 bis 25 Kilowattstunden Strom. Bei privater Lademöglichkeit (ca. 25 Cent pro kWh) ergeben sich Stromkosten von 1000 Euro pro 20.000 gefahrene Kilometer. Dieser Wert liegt weit unter den Kosten, die auf die Fahrer benzin- und dieselbetriebener Wagen zukommen.
  • Neue Batterie: Kaputte Batterien sind ein seltener Fall. Tritt dieser dennoch auf, können hohe Kosten auf Sie zukommen. Müssen nur einzelne Module ausgetauscht werden, können Sie mit etwa 1000 Euro rechnen. Der Preis für den Austausch der gesamten Batterie kann im fünfstelligen Bereich liegen. Da die Herstellergarantien nahezu durchwegs bei acht Jahren liegen, ist bei entsprechend alten Fahrzeugen Vorsicht geboten. Manchmal können Sie den Akku auch leasen.
  • Versicherung: Auch die Kosten für die Kfz-Versicherung sollten eingerechnet werden. Elektrofahrzeuge werden vom Versicherer meist in eine niedrige oder mittlere Typklasse eingestuft. Das liegt daran, dass E-Autos noch vergleichsweise selten an Unfällen beteiligt sind. Bei manchen Anbietern können Sie die Versicherungskosten weiter reduzieren, indem Sie einen Ökotarif wählen.
  • Wertverlust: Auch der Wertverlust eines Elektroautos kann zu den Betriebskosten zählen. Zwar zahlen Sie hier nicht direkt, dennoch sollten Sie bedenken, dass der Wert Ihres Wagens in den ersten drei Nutzungsjahren um fast die Hälfte sinkt. Verkaufen Sie ihn danach zum entsprechenden Restwert weiter, haben Sie durchaus Geld verloren. Glücklicherweise können Sie mithilfe der unten beschriebenen Strategien auf den Wertverlust Einfluss nehmen.

Instabiler Gebrauchtmarkt: Welchen Wiederverkaufswert kann ich erwarten?

Eine große Rolle für den Restwert eines E-Autos spielt der Zustand des Akkus. Daneben bestimmen bekannte Faktoren wie Marke, Modell und Ausstattung den möglichen Wertverlust. Am wichtigsten ist jedoch das Alter des Gebrauchtwagens. Im ersten Jahr entsteht mit etwa 25 Prozent der größte Teil des Wertverlustes. Nach drei Jahren Nutzung liegt der Restwert bei etwa sechzig Prozent des Ursprungspreises.

Die größte Hürde beim Verkauf eines gebrauchten Wagens sind neue Elektroautos. Denn diese bieten aktuell besonders große Fortschritte, vor allem im Bereich der Akku-Technologie. Wer künftig ein gebrauchtes Elektroauto verkaufen möchten, steht also vor einem unberechenbaren Markt.

Einer der wichtigsten Faktoren für den Wiederverkaufswert ist die Lebensdauer des Akkus. Diesen können Sie schonen, indem Sie Hochleistungs-Ladesäulen und 100-Prozent-Vollladungen nach Möglichkeit vermeiden.

Fazit: Das Elektroauto im Finanzcheck

Weil Elektroautos kaum Verschleißteile haben, punkten sie mit vergleichsweise geringen Betriebskosten. Das gilt trotz gestiegener Stromkosten. Deutsche Autofahrer sollten beachten, dass seit dem 18.12.2023 keine Anträge mehr auf staatliche Fördermittel gestellt werden können. Das erschwert die Finanzierung. Es erhöht jedoch auch die Bereitschaft der Menschen für einen Gebrauchtkauf. Um sich darauf vorzubereiten, sollten Sie ein wertstabiles Modell erwerben und dieses gut pflegen.