Autofarben im Wandel: Eine spannende Zeitreise von den 80ern bis heute

15. Januar 2018
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Österreichs Autofahrer und unsere Nachbarn in Europa haben Ihre ganz persönlichen Favoriten, wenn es um die Lieblingsfarbe des eigenen Autos geht. Nicht nur die bevorzugte Marke, sondern vor allem die Farbtönungen setzen seit den 80er Jahren immer wieder neue Trends, die den automobilen Zeitgeist perfekt widerspiegeln. Wir nehmen euch mit auf eine spannende Zeitreise durch 40 Jahre „Trendfarben auf vier Rädern“.

Die 1980er: Das bunte Jahrzehnt mit Autolacken in Weiß und Rot

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In den 1980er Jahren begann in vielen Bereichen des Lebens eine neue Ära: weltpolitisch, musikalisch und auch beim Autokauf wollte einfach jeder absolut „Farbe“ bekennen. Umso überraschender fiel damals die Farbwahl des eigenen Fahrzeugs aus: Nicht nur im deutschsprachigen Raum standen Weiß, Rot und Blau auf der Hitliste der Autolacke ganz vorn.

Die 1990er: Alle fahren jetzt auf Blau, Silber und Grau ab

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Alle Automobilhersteller erweiterten jetzt Ihre Modellprogramme. Was zählte war der unbedingt sichtbare technische Fortschritt – vom designerisch perfekt gestalteten Cabrio über den kompakt gezeichneten Kleinwagen bis zum leistungsstarken SUV für die Offroad-Piste oder den alltäglichen Stadtdschungel. Das offenbarte sich selbstverständlich auch bei der persönlichen Farbwahl. Die beliebtesten Autofarben in Österreich und Deutschland waren nun Blau und Silber sowie Rot. In Frankreich, Belgien und Spanien zeigten sich die Geschmäcker ähnlich, allerdings mit einem überraschenden Unterschied: hier eroberte Grün souverän den dritten Platz hinter den gedeckten Blau-, Silber- oder Grautönen.

Die 2000er: Einfach besser ankommen in Schwarz oder Grau

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Farbenfroh war gestern – wer in diesem Jahrzehnt sehr guten Stil fürs eigene Automobil beweisen wollte, kam an Schwarz als absolut unverzichtbarem Lackfavorit nicht mehr vorbei. Ein unverkennbarer Trend, der übrigens zunächst im deutschsprachigen Raum Europas begann und innerhalb kürzester Zeit auch alle Nachbarländer zu wahren Fans der schwarzen Kolorierung machte. Das Motto „Black is beautiful“ zeigte sich auch bei den beeindruckenden Absatzzahlen: Nahezu ein Drittel der europäischen Neuwagenkäufer orderte den individuellen Traumwagen nun in der dunkelsten aller möglichen Lackvarianten.

Die 2010er: Das überraschend rasante Comeback für Weiß

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Wer hätte das gedacht? Plötzlich und irgendwie auch völlig unerwartet überholte in diesem Jahrzehnt Weiß ganz lässig viele andere bisherige Lieblingsfarben und fuhr europaweit auf eine der vordersten Positionen. Allerdings dominierten weiterhin Schwarz und Grau das Gesamtbild. Und das in immer mehr variierenden und kundenindividuell abgestuften Farbtönungen – der fortschrittlichen Lacktechnologie sei Dank. Fast 30 % der Käufer wählten bei der Auslieferung Schwarz als Ihren persönlichen Farbton. Nahezu ein Viertel der heutigen Fahrerinnen und Fahrer steigt zudem übrigens am liebsten weiterhin in das eigene Auto im elegant, zeitlos und designstark wirkenden Grau. Seien wir also schon jetzt gespannt, wohin uns der farbliche Weg künftiger Pkw-Generationen führen wird.

4 Kommentare

  1. Irgendwie ein Spiegel der Gesellschaft: fröhliche helle Farben wie gelb, lindgrün, ocker, himmelblau oder orange sind praktisch ausgestorben und nur mehr bei einzelnen „Jugendmodellen“ wie Fiat 500 oder Opel Adam noch teilweise erhältlich. So wie die Menschen uniformer werden, weil sie bei einem politisch nicht korrekten Wort der Inquisition anheimfallen oder bei etwas unkonformer Lebensweise als Idiot (früher nannte man solche Menschen exzentrisch oder spleenig) gestempelt werden. Da passt das Einheitsgrau im Erscheinungsbild zur inneren Einstellung.
    Wie schön, wenn man bei Oldtimertreffen einen Mercedes in hellblau metallic, eine Alfetta in Alfarot oder einen Jaguar in British Racing Green sieht. Womit bewiesen ist, dass auch große Limousinen in hellen Farbtönen ihre Formen vorteilhaft zur Geltung bringen können.

    • Das mit den Farben ist so eine Sache. Die Trends ändern sich halt. Schau dir nur Fotos von dir oder deinen Eltern aus den 70er-Jahren an, wie bunt wir damals herumgelaufen sind. Bei den kleineren Autos gibt es durchaus noch fröhliche Farben. Beim Honda Jazz etwa ist Orange die einzige Farbe ohne Aufpreis. Bei den Limousinen ist es freilich ein Drama.

  2. Nun, ob Weiß, Grau, Schwarz und Silber wirklich die „Lieblingsfarben“ sind, mag ich nicht beurteilen, aber wenn man bei der Neuwagenkonfiguration die zur Auswahl stehenden „Farben“ sieht, werden meist 2 Schwarz-, 2 Weiß-, 3 Grau-, 3 Silber- und vielleicht noch 2 (dunkel)Blautöne angeboten. Mit viel Glück gibt es ein oder zwei andere Farben (bei den eher „spleenigen“
    oder „jungen“ Marken). Helle Farben sind so gut wie keine im Angebot (wenige Ausnahmen – eher im Kleinwagensektor –
    bestätigen die Regel)!
    Schaut leider bei den Felgen auch nicht anders aus. Von 5 verschiedenen Felgen sind 4 silber in 3 Größen und eine in Schwarz in 2 Größen…
    Alles in Allem einfach nur ein fades Angebot – was soll man da viel auswählen?

    • Ein schwarzes Auto schließe ich für mich persönlich vollkommen aus, mit einem solchen werden wir alle noch früh genug fahren (gefahren werden).
      Auch bei Silber und Weiss hält sich meine Begeisterung auch in Grenzen, würde ich aber, wenn es der einzige Weg ist, einen guten Preis zu lukrieren, akzeptieren.
      Meine Lieblings-Autofarbe ist grundsätzlich blau. Natürlich gibt es Ausnahmen, den Altea hätte ich mir in einer anderen Farbe als in Rot nicht vostellen können und auch ein Alfa darf keine andere Farbe als Alfarot haben.
      MfGJ

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