Erster Test: Audi Q3 Sportback

10. Dezember 2019
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Aktuelles

Neben SUV in immer kleineren Größen erfreuen sich neuerdings kompakte Hochbau-Coupés rasant wachsender Beliebtheit. Die sind natürlich keine Zweitürer, aber Autos mit dynamisch-coupéhafter Dachlinie, die zugunsten feschen Aussehens Raumangebots-Abstriche machen. Das stört potenzielle Kunden nicht, sind sie doch primär im fortgeschrittenen Alter, daher nur noch selten zu viert oder zu fünft unterwegs. Und in der Lage, für gutes Design ein paar Euro mehr hinzulegen.

 

In genau diese Kerbe schlägt der neue Audi Q3 Sportback, der ursprünglich Q4 ­heißen hätte sollen. Damit der kommende Elektro-SUV Q4 e-tron aber auch in Sachen Nomenklatur ein Alleinstellungsmerkmal hat, entschied man sich kurzfristig, beim Q3-Coupé auf die ohnehin gut eingeführte Zusatzbezeichnung Sportback zurückzugreifen.

Da das Design eines der wichtigsten Argumente für das SUV-Coupé ist, hat sich Audi dies­bezüglich ordentlich ins Zeug gelegt: Die breiten Backen über den Radhäusern kommen aufgrund der flachen, nach hinten stark abfallenden Dachlinie im Vergleich zum herkömmlichen Q3 nochmals stärker zur Geltung. Das Auto wirkt deutlich gestreckter – obwohl es tatsächlich nur läppische 16 Millimeter länger ist –, und schafft es souverän gleichzeitig Dynamik und Eleganz auszustrahlen.

Monströse Motorisierungen sind weniger ein Thema als zahlreiche Individualisierungs-Möglichkeiten. Wie schon beim Q3 kann man Alu-Elemente durch hochglänzendes Schwarz ersetzen, zusätzlich lassen sich die vier Audi-Ringe in finsterer Farbe bestellen. Ganz Mutige können auch noch Stoßfänger, Radlaufblenden und Schwellerleisten in Kontrastlackierung ordern.

Einzige Motorneuheit ist ein 48 Volt-Mildhybrid für den 150 PS starken Einstiegsbenziner, der bringt zehn Elektro-PS und vor allem mehr Drehmoment von unten raus. Außerdem ermöglicht er häufiges Segeln und stellt den Motor schon bei rund 20 km/h ab, wenn der Radar vor einem stehende oder langsam rollende Autos erkennt. Der 230 PS-Benziner und die beiden ­Diesel mit 150 und 190 PS sind dagegen bekannte Ware.

Der Q3 Sportback fährt sich durchaus so, wie es die Optik suggeriert: Er kommt serienmäßig mit Progressivlenkung (wird mit zunehmendem Einschlag immer direkter), Sportfahrwerk und Fahrprogramm-Wahlschalter „drive select“. Damit geht es agil und präzise dahin, aber selbst mit 20-Zöllern frei von unangenehmer Härte.

 

Preislich verlangt Audi für den Sportback naturgemäß einen Aufschlag, der geriet mit rund 2000 Euro gegenüber dem Q3 wenigstens halbwegs mo­derat, obwohl man natürlich auf ein paar Zentimeter Kopfraum im Fond verzichten muss – nicht aber auf die verschiebbare Rückbank mit verstellbaren Lehnen, die ist auch für den Sportback erhältlich. Und sogar das Grundvolumen des Gepäckabteils blieb mit 530 Litern gleich.

Daten & Fakten

Basispreis in € ca. 38.000,– (ca. 40.500,–)
Zyl./Ventile pro Zyl. 4/4
Hubraum in ccm 1498
PS/kW bei U/min 150/110 bei 5000–6000
Nm bei U/min 250 bei 1500–3500
Getriebe 6-Gang, man. (7-Gang-DSG)
L/B/H, Radst. in mm 4500/1843/1567, 2680
Kofferraum/Tank in l 530–1400 / 60
Leergewicht in kg 1535 (1570)
0–100 km/h in sec 9,6 (9,2)
Spitze in km/h 204
Normverbrauch in l (Mix) 5,7 (5,4)
CO2-Ausstoß in g/km 130 (124)
Basispreis in € 50.282,–
Zyl./Ventile pro Zyl. 4/4
Hubraum in ccm 1984
PS/kW bei U/min 230/169 bei 5000–6200
Nm bei U/min 350 bei 1500–4300
Getriebe 7-Gang-DSG
L/B/H, Radst. in mm 4500/1843/1567, 2680
Kofferraum/Tank in l 530–1400 / 60
Leergewicht in kg 1700
0–100 km/h in sec 6,5
Spitze in km/h 233
Normverbrauch in l (Mix) 7,3
CO2-Ausstoß in g/km 166
Basispreis in € 42.001,– (43.331,–)
Zyl./Ventile pro Zyl. 4/4
Hubraum in ccm 1968
PS/kW bei U/min 150/110 bei 3500–4000
Nm bei U/min 340 bei 1750–3000
Getriebe 7-Gang-DSG (6-Gang, man.)
L/B/H, Radst. in mm 4500/1843/1567, 2680
Kofferraum/Tank in l 530–1400 / 60
Leergewicht in kg 1655 (1710)
0–100 km/h in sec 9,3
Spitze in km/h 205 (203)
Normverbrauch in l (Mix) 4,7 (5,5)
CO2-Ausstoß in g/km 123 (144)
Basispreis in € 48.023,–
Zyl./Ventile pro Zyl. 4/4
Hubraum in ccm 1968
PS/kW bei U/min 190/140 bei 3500–4000
Nm bei U/min 400 bei 1900–3300
Getriebe 7-Gang-DSG
L/B/H, Radst. in mm 4500/1843/1567, 2680
Kofferraum/Tank in l 530–1400 / 60
Leergewicht in kg 1770
0–100 km/h in sec 8,3
Spitze in km/h 217
Normverbrauch in l (Mix) 5,5
CO2-Ausstoß in g/km 144

2 Kommentare

  1. Altes Fahrschul- und Sicherheitstrainingsdogma: beim starken (Not)Bremsen (mit Schaltgetriebe) gleichzeitig auf die Kupplung treten, damit der Motor nicht abgewürgt wird und damit die Bremsservounterstützung verloren geht.
    Wie ist das beim angeführten Segeln, wenn der Motor sich bei 20 km/h abstellt? Gibt es da noch ausreichende Servounterstützung?
    Danke in Voraus für erklärende Worte.

    • Hallo Weuzi,

      sämtliche Systeme werden von der Elektonik überwacht, so auch das Segeln. Die Servounterstützungen für Lenkung und Bremse sind daher selbstverständlich immer aktiv. Da es einen zusätzlichen 48-Volt-Akku gibt, reicht der Strom auch für sehr langes Segeln. Und sollte der sehr unwahrscheinliche Fall eintreten, dass es doch nicht reicht, springt eben der Motor blitzschnell wieder an. Das tut er ja auch schon seit Jahren beim Start/Stopp-System. Bewegt man während der Stopp-Phase die Lenkung, springt auch hier der Motor sofort an, obwohl er es aufgrund der sonstigen Parameter (kein Von-der-Bremse-Gehen, Temperatur im Innenraum OK) nicht tun müsste.

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