Erster Test: Mercedes EQA

10. Mai 2021
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Aktuelles

Auf den ersten Blick sieht der EQA aus wie ein im wahrsten Sinne des Wortes gelifteter GLA: Das Gesicht ist glatter – was vor allem am geschlossenen Grill liegt (der ähnlich wie beim großen Bruder EQC schwarz ist und nahtlos in die Scheinwerfer übergeht). Tatsächlich basiert Mer­cedes’ zweites reines Elektroauto auf dem kleinsten SUV des Hauses, ist bei identischem Radstand bloß fünf Zentimeter länger.

Die Batterie sitzt als strukturelles Element im Unterboden, beim Premieren-Modell EQA 250 weist sie eine Kapazität 66,5 kWh aus – in Reichweite umgerechnet ergibt das laut Werk je nach Ausstattung knapp 400 bis rund 425 Kilometer (immerhin sind auch 20 Zoll-Räder möglich).

 

Geladen werden leere Akkus via Wechselstrom mit maximal 11 kW, was Durchschnitt ist, ­eine volle Füllung dauert da sechs Stunden. Dramatisch schneller geht’s an der ­Gleichstrom-Säule: Sofern diese 100 kW liefert, ist die Batterie in 30 Minuten wieder zu 80 Prozent geladen.

Befüllt wird der Onboard-Stromanbieter natürlich auch während der Fahrt durch Rekuperation, diese kann man via Lenkrad-Wipptasten variieren bzw. in einen Automatik-Modus versetzen – das vorausschauende Bremsen funktionierte bei unserer ersten Testfahrt ziemlich gut. Ebenso gefallen konnten die Geräuschdämmung und der Fahrkomfort, ausgestattet war unser Wagen mit den optio­nalen Adaptiv-Dämpfern.

Erstaunlich gut: die Traktion des 190 PS starken Fronttrieblers mit Asynchronmotor. Und bei nasser Fahrbahn regelt die Schlupfregelung sehr fein. Später werden noch Varianten mit Allrad nachgereicht, dann sitzt an der Hinterachse ein ­separater Synchronmotor. Die 4MATIC-Versionen werden auch mehr Leistung zu Verfügung stellen, von über 270 PS ist die Rede. Auch Modelle mit Reichweiten jenseits von 500 Kilometer sind geplant.

Was sonst noch aufgefallen ist beim ersten Beschnuppern: Der Kofferraum ist glattflächig, der Ladeboden bleibt auch nach Umlegen der serienmäßigen 2:1:2- Fondlehnen eben. Gegenüber ­einem Verbrenner-GLA muss man freilich mit 95 Liter ­weniger Grundvolumen auskommen.

Wie es sich für ein modernes E-Auto gehört, kann man über eine App mit dem Fahrzeug aus der Entfernung kommunizieren und interagieren, so ist etwa eine Vorklimatisierung möglich oder das Starten des Ladevorgangs. Das Mobiltelefon informiert einen aber auch, ob ein anderes Fahrzeug den EQA anrempelt und wo genau bzw. ob es abgeschleppt wird – samt anschließender Ortung.

 

Intelligent ist auch das Navi: Es berechnet bei eingestelltem Ziel die Lademöglichkeiten, sollte die Reichweite zu gering sein – und kalkuliert dabei auch Navi-Daten ein wie Autobahn-Abschnitte oder topographische Gegebenheiten. Fein: Mit der „Mercedes me Charge“-Karte kann man 170.000 Ladestationen in ganz Europa nutzen.

Preislich startet der EQA 250 bei 48.590 Euro, was nur auf den ersten Blick happig erscheint. Nach Abzug aller Förderungen bilanziert man spürbar unter dem gleich starken Diesel-GLA, dabei bietet der E-Bruder eine bessere Serienausstattung, etwa 18-Zöller, Navigationssystem, Fernlicht-Automatik oder elektrische Heckklappe.

Bestellbar ist der EQA ab sofort, die Lieferzeiten sollen nicht kritisch sein, obwohl es – wie bei Audi – Lieferengpässe bei Halbleitern gibt.

Daten & Fakten

Basispreis in € 48.590,–
Spitzenleistung PS/kW 190 (140)
Dauerleistung PS/kW 106 (78)
Drehmoment Nm 375
Batterie in kWh 66,5
Getriebe Eingang-Automatik
L/B/H, Radst. in mm 4463/1834/1620, 2729
Kofferraum 340–1320
Leergewicht in kg 2040
0–100 km/h in sec 8,9
Spitze in km/h 160
WLTP-Normverbrauch in kWh/100 km 17,7–19,1
WLTP-Reichweite 398–426

Ladedauer bei 11 kW (100%) 5:45 Std., bei 100 kW Gleichstrom (80%) 30 min

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