Leser-Service: ALLES AUTO hilft (April 2024)

19. April 2024
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Aktuelles

ALLES AUTO hilft April! Regelmäßig wenden sich Leserinnen und Leser mit Fragen oder Bitten um Problemlösung rund ums Thema Auto an uns. Wir helfen und schaffen Klarheit bei komplexen Sachverhalten. Hier die Fälle aus dem April 2024:

Hybrid-Rechnung

Gibt es eine Formel für Hybrid-Fahrzeuge, um damit zumindest annäherungsweise von den Daten des Benzin- und des Elektromotors auf die Systemleistung zu kommen? Dass das reine Addieren falsch ist, ist mir technisch klar, die Systemleistung liegt hier deutlich darunter, aber um wie viel? „Vergleichende Studien“ meinerseits anhand verschiedener Modelle bzw. Hersteller brachten kein klares Ergebnis. Können Sie mir weiterhelfen?

R. Sandrieser
E-Mail

Es gibt keine Formel, die aus den Daten der Einzelleistungen die Systemleistung eines Hy­­brid-Fahrzeugs errechnet, letztere lässt sich nur auf dem Prüfstand messen. Bei Hybrid-Fahrzeugen ist normalerweise keine maximal hohe Gesamtleistung das Ziel, sondern der Elektromotor soll seine höchste Leistung und vor allem sein höchstes Drehmoment zu ei-nem Zeitpunkt bringen, an dem sich der Verbrenner noch in ei-nem niedrigen Drehzahl­bereich mit entsprechend geringem Drehmoment bewegt. 

So sorgt der Stromer für druckvolle Beschleunigung vom Stillstand weg. Elektromotor und Verbrenner sollen also einen geschmeidigen Staffellauf liefern und nicht ihre Höchstleistungen gleichzeitig erreichen. Weshalb die Systemleistung auch nie, wie Sie korrekt erwähnen, die Summe aus beiden Einzelleistungen ergibt.

Elektro-Fragen

Zwei Fragen habe ich an Sie:

1. Warum verbaut man in einem Elektroauto eigentlich kein Getriebe, würde das den Verbrauch nicht deutlich reduzieren? 

2. Wie viel kostet der Strom an öffentlichen Ladestationen? Nur so kann ich mir ausrechnen, wie viel der Betrieb eines E-Autos kosten würde.

Johann Götsch
E-Mail

Ad 1: Elektromotoren benötigen kein mehrgängiges Getriebe aufgrund ihres außergewöhnlich hohen Drehmoments, das ab der ersten Umdrehung an­­liegt. Während ein Verbrenner z. B. eine Achtgang-Automatik eingebaut hat, reicht dem Elektromotor aufgrund seiner Zugkraft ein Gang, der der höchsten Übersetzung des Verbrenner-Getriebes entspricht. Mehr als einen Gang gibt es bestenfalls bei elektrischen Sport-Modellen, die schneller als 250 km/h fahren können.

2: Das ist leider eine hochkomplexe Frage, es gibt dafür nämlich nicht den einen Preis. Grundsätzlich fährt man am günstigsten, wenn man über eine private Lademög­lichkeit (etwa in der eigenen Garage) verfügt, ohne Hilfe einer Photovoltaik-Anlage kostet die Kilowattstunde dann rund 25 Cent – Netzgebühren etc. nicht eingerechnet.

Bei öffentlichen Ladestationen wird teils nach konsumierten Kilowattstunden, teils nach Ladedauer abgerechnet. Bei letzterer Variante bezahlt man den Tarif der maximalen Leistung der Ladesäule, auch wenn das Auto deutlich weniger Strom aufnimmt – zumal der Vorgang mit zunehmendem Ladestand langsamer wird. Auch andere Faktoren wie eine aktuell höhere Auslastung des Stromnetzes können die La-dung verlangsamen.

Des Weiteren gibt es bei den Lade-Anbietern mehrere unterschiedliche Tarife. Etwa jenen für Wenig-Lader, bei dem man keine Grundgebühr, dafür hohe Lade-Gebühren bezahlt, bei Viel-Ladern ist es genau um­­gekehrt. Außerdem gibt es auch noch die Roaming-Kosten: Wenn Sie z.B. eine Ladekarte der Wien-Energie besitzen, aber bei einer Smatrics-Station laden, dann bezahlen Sie ­Roaming-Gebühren in teils beträchtlicher Höhe.

Und schließlich können auch noch Kurzpark-Gebühren in den Tarif mit einfließen, wie das etwa in Wien der Fall ist. Wie man es auch dreht und wendet, das Laden an öffent­lichen Ladesäulen ist einerseits nicht günstig (oft sogar teurer als das Benzin-Äquivalent), und andererseits ist der Preis pro kWh im Vorhinein unberechenbar. Er kann von circa 30 Cent bis zu einem Euro oder noch mehr reichen.

Winterreifen im Sommer?

Kürzlich habe ich die Profil­tiefe meiner Winterreifen ge-messen und festgestellt, dass diese nur noch rund fünf Millimeter beträgt. Meines Wissens darf man Winterreifen nur bis zu einem Limit von vier Millimetern herunterfahren. Theoretisch spräche aber nichts da-gegen, diese im Sommer bis zu einer Profiltiefe von 1,6 Millimetern „fertigzufahren“ und im nächsten Herbst gleich auf neue Winterreifen umzusteigen – sehe ich das richtig?

Allerdings ist es auch eine Sicherheitsfrage, da Winterreifen im Sommer aufgrund der für sie zu hohen Temperaturen weniger gute Haft-Eigenschaften aufweisen. Könnte ich da­­her im Fall eines Unfalls Pro­bleme bekommen, wenn die Unfallursache auf meine Winterreifen (längerer Bremsweg etc.) zurückzuführen ist?

Martin Seif
E-Mail

Dazu D.A.S.-Juristin Mag. Claudia Bobrich, Juristin der D.A.S. Rechtsberatung der ERGO Versicherung:

Winterreifen und Sommerreifen haben grundsätzlich unterschiedliche Materialzusammensetzungen und sind für unterschiedliche Temperaturen bzw. Witterungsverhältnisse konzipiert. Dennoch: Sofern Winterreifen die für den Sommer nötige Profiltiefe aufweisen und sie auch sonst in gutem Zustand sind, darf man sie als Sommerreifen verwenden. 

Man muss dann zwar mit einer Verschlechterung von Brems- und Fahrverhalten rechnen, doch nur wenn man mit ungeeigneten (z. B. verschlissenen oder beschädigten) Reifen einen Unfall verursacht, kann man für die Unfallfolgen haftbar gemacht werden. 

Schiefe Anhängekupplung

Seit 2019 fahre ich einen damals neu gekauften Skoda Karoq. Gleich beim Kauf habe ich die werkseitige, elektrisch ausklappende, Anhängerkupplung mitbestellt, da ich hin und wieder einen Anhänger benötige, und auch den Kauf eines Radträgers hatte ich dabei im Hinterkopf. Letzteren habe ich heuer erworben, beim Montieren aber festgestellt, dass der Kupplungs-Kopf nicht senkrecht ausgerichtet ist und daher der Radträger schief auf der Kupplung sitzt.

Von Porsche Oberlaa wurde die Kupplung demontiert und überprüft, mir wurde dann bestätigt, dass die Kupplung nicht senkrecht ausgerichtet ist. Die Kupplung lässt sich nur in einer Position montieren, ein Einstellen ist nicht möglich, auch kann ich die Schieflage nicht mit dem Radträger ausgleichen. Dennoch weigert sich Skoda, die Kupplung gegen eine solche mit korrekt ausgerichtetem Kopf zu tauschen. Laut Werk ist das der einzige bekannte Fall bei Skoda. Ich bitte deshalb um Ihre Hilfe.

Manfred Fandl
1100 Wien

Nach Intervention von ALLES AUTO beim österrei­chischen Skoda-Importeur berichtete uns Herr Fandl:

„Soeben wurde die Anhängerkupplung getauscht. Wie Sie am beiliegenden Bild (siehe Foto) sehen können, ist die neue Kupplung fast völlig senkrecht ausgerichtet, die Position des darauf montierten Radträger folglich korrekt. Ganz herzlichen Dank für Ihre Intervention!“