Erster Test: VW T-Roc Cabriolet

13. Mai 2020
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Aktuelles

Bei dem ganzen Getrommel um die Transfor­mation von Volkswagen zur Elektro-Marke geht komplett unter, dass es auch noch VW-Modelle mit einem konventionellen Antrieb gibt. Und da wagt der niedersächsische Autobauer einen mutigen Schritt: Das T-Roc Cabriolet soll im Lifestyle-Segment reüssieren. Eine Aufgabe, an der Range Rover mit dem Evoque Cabrio gescheitert ist. Gleichzeitig muss damit der aufmachbare Golf ersetzt werden.

 

Das T-Roc Cabriolet beeindruckt mit einer schnellen Wandlungsfähigkeit: In nur neun Sekunden verschwindet die Stoffmütze hinter der Rückbank, und sollte es zu regnen beginnen, ist der große Schirm in elf Sekunden wieder aufgespannt. Wenn man allerdings schneller als 30 km/h unterwegs ist, verweigert die Elektronik den Dienst.

Also runter mit dem Verdeck und rauf auf die Landstraße. Auch wenn man sich hinter den großen Fenstern vorkommt wie in einem Aquarium, sperrt der offene Crossover die Elemente nicht aus. Ganz im Gegenteil: Das SUV-Cabrio ist etwas für Puristen, denn der Wind bläst ordentlich durch das Haar. Wer es noch stürmischer liebt, lässt die Seitenscheiben verschwinden.

Wenn man die Mütze wieder aufzieht, kehrt eine bemerkenswerte Ruhe ein. Auch bei höherem Tempo kann man sich im Stoffdach-SUV noch entspannt unterhalten, ohne sich anbrüllen zu müssen. Striegel im Dach sorgen dafür, dass sich die Kopf­bedeckung auch bei der Höchst­geschwin­digkeit von bis zu 205 km/h nicht aufbläht.

Überhaupt passt der bekannte 1500er-Benziner mit seinen 150 PS gut zum 1,5-Tonner. Bei unserer flotten Ausfahrt ­spuckte der Bordcomputer einen Durchschnittsverbrauch von rund acht Litern aus.

Der Testwagen war mit dem R-Line Fahrwerk ausgestattet, was eine Tieferlegung der Karosserie um zehn Millimeter und ­eine sportliche Abstimmung bedeutet. Wer jetzt einen prügelharten Sportler erwartet, wird enttäuscht. Das T-Roc Cabriolet bleibt auch in der athletischen Ausführung ein Lifestyle-Cruiser, den man dank der variablen Dämpfer nach seinem Gusto einstellen kann.

Die Fahr-Modi Eco und Comfort schonen die Bandscheiben, aber selbst im Dynamik-Programm fallen einem nicht die Zahnfüllungen aus dem Mund. Die Stärke des 4,27 Meter langen VW ist das Gleiten über kurvige Landstraßen. Wenn es einmal flott um die Ecken geht, untersteuert der Fronttriebler gutmütig.

 

Der Vierzylinder (als Alternative gäbe es noch einen Dreizylinder mit 115 PS) verrichtet seine Aufgabe unaufgeregt, gestattet im Zusammenspiel mit der manuellen Sechsgang-Schaltung (DSG als Option) auch flotte Überholvorgänge. Und wenn man es gemächlicher angehen lässt, verabschieden sich zwei der vier Töpfe unmerklich vom Arbeitseinsatz. 

Dass wahre Schönheit von innen kommt, trifft beim T-Roc Cabrio nur bedingt zu. Trotz (auf Wunsch) farbiger Applikationen und genarbter Oberflächen dominiert im Cockpit Hartplastik. Immerhin ist das Infotainment VW-typisch zeitgemäß: Der acht Zoll große Touchscreen dient als Kommandozentrale und ermöglicht eine einfache Bedienung. Das Einbinden des Smartphones per Apple CarPlay klappt auch ohne Kabel, wenn das Gerät in der induktiven Ladebuchse liegt. Als Alternative stehen vorne zwei USB-C-Anschlüsse zur Verfügung.

Dass auch die ­VW-Ingenieure nicht zaubern können, merkt man, wenn man den Kofferraum öffnet. Wie bei einem Cabrio üblich, ist das Gepäckabteil ziemlich zerklüftet, und die Luke, durch die man seine Utensilien wuchtet, ziemlich schmal. Immerhin kann man die Lehnen der Rückbank umlegen und so die Skier unterbringen. So viel zum Thema Ganzjahrestauglichkeit. 

Daten & Fakten

Basispreis in € 30.190,–
Zyl./Ventile pro Zyl. 3/4
Hubraum in ccm 999
PS/kW bei U/min 115/85 bei 5000–5500
Nm bei U/min 200 bei 2000–3500
Getriebe 6-Gang-Getriebe
L/B/H, Radst. in mm 4268/1811/1522, 2630
Kofferraum/Tank in l 280 / 50
Leergewicht in kg 1487
0–100 km/h in sec 11,7
Spitze in km/h 187
WLTP-Normverbrauch in l (kombiniert) 6,3–6,8
CO2-Ausstoß in g/km 143–154

Serienausstattung Style: Front-, vordere Seitenairbags, Adaptiv-Tempomat, Spurhalte-Assistent, City-Notbremsassistent mit Fußgänger-Erkennung, Müdigkeitserkennung, Einparkhilfe v/h, Licht- und Regensensor, Klimaanlage, 6,5- Zoll-Touchscreen, Audiosystem mit 6 LS, Bluetooth, Android Auto/Apple CarPlay, vier E-Fensterheber, Multifunktionslederlenkrad, schlüsselloser Start, heizbare E-Außenspiegel, Fahrersitz höhenverstellbar, Fondlehnen 1:1 umklappbar, 17- Zoll-Aluräder etc.; R-Line zusätzlich: Querverkehrs-, und Toterwinkel-Assistent,  LED-Scheinwerfer, Fernlicht-Assistent, volldigitalisierte Instrumente, Zweizonen-Klimaautomatik, 8 Zoll-Touchscreen, Navigation, „R-Line“-spezifische Stoßfänger, heizb. Sportsitze, Progressivlenkung, Fahrprofil-Auswahl, etc.

Extras: Fahrerassistenz-Paket (el. klappbare Außenspiegel, Querverkehrs-, und Toterwinkel-Warner), Fahrerassistenz-Paket „Plus“ (zusätzlich LED-Scheinwerfer inklusive Fernlicht-Automatik), Komfort-Paket (Zweizonen-Klimaanlage, Winterpaket etc.), LED-Scheinwerfer, volldigitalisierte Instrumente, Navigationssystem, DAB-Tuner, Lederpolsterung, schlüsselloser Zugang, Parklenk-Assistent inkl. Rückfahrkamera, Standheizung und -lüftung, 18/19 Zoll-Aluräder, Windschott etc. 

Basispreis in € 32.350,– (34.850,–)
Zyl./Ventile pro Zyl. 4/4
Hubraum in ccm 1498
PS/kW bei U/min 150/110 bei 5000–6000
Nm bei U/min 250 bei 1500–3500
Getriebe 6-Gang-Getriebe (7-Gang-Doppelkupplung)
L/B/H, Radst. in mm 4268/1811/1522, 2630
Kofferraum/Tank in l 280 / 50
Leergewicht in kg 1524 (1540)
0–100 km/h in sec 9,6
Spitze in km/h 205
WLTP-Normverbrauch in l (kombiniert) 6,4–7,0 (6,7–7,3)
CO2-Ausstoß in g/km 145–159 (153–165)

(Werte in Klammer für Version mit 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe)

Serienausstattung Style: Front-, vordere Seitenairbags, Adaptiv-Tempomat, Spurhalte-Assistent, City-Notbremsassistent mit Fußgänger-Erkennung, Müdigkeitserkennung, Einparkhilfe v/h, Licht- und Regensensor, Klimaanlage, 6,5- Zoll-Touchscreen, Audiosystem mit 6 LS, Bluetooth, Android Auto/Apple CarPlay, vier E-Fensterheber, Multifunktionslederlenkrad, schlüsselloser Start, heizbare E-Außenspiegel, Fahrersitz höhenverstellbar, Fondlehnen 1:1 umklappbar, 17- Zoll-Aluräder etc.; R-Line zusätzlich: Querverkehrs-, und Toterwinkel-Assistent,  LED-Scheinwerfer, Fernlicht-Assistent, volldigitalisierte Instrumente, Zweizonen-Klimaautomatik, 8 Zoll-Touchscreen, Navigation, „R-Line“-spezifische Stoßfänger, heizb. Sportsitze, Progressivlenkung, Fahrprofil-Auswahl, etc.

Extras: Fahrerassistenz-Paket (el. klappbare Außenspiegel, Querverkehrs-, und Toterwinkel-Warner), Fahrerassistenz-Paket „Plus“ (zusätzlich LED-Scheinwerfer inklusive Fernlicht-Automatik), Komfort-Paket (Zweizonen-Klimaanlage, Winterpaket etc.), LED-Scheinwerfer, volldigitalisierte Instrumente, Navigationssystem, DAB-Tuner, Lederpolsterung, schlüsselloser Zugang, Parklenk-Assistent inkl. Rückfahrkamera, Standheizung und -lüftung, 18/19 Zoll-Aluräder, Windschott etc. 

Wir haben mittlerweile die Cabrio-Version des VW T-Roc auch schon hierzulande ausgiebig testen können. Den Bericht gibt’s im nächsten Heft! Ab 27. Mai im Handel!

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