Faraday Future vor dem Aus?

13. November 2017
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Szene

Nach dem Problemen von Tesla redet so mancher Skeptiker schon länger von einer großen E-Mobilitäts-Blase, die quasi jeden Moment zu platzen droht. Geht es nach den neusten Berichten, steht die Firma von Elon Musk aber im Vergleich mit Faraday Future – bei der ja schon vor einem Jahr Probleme bekannt wurden – sogar noch richtig gut da. Bei dem chinesisch-amerikanischen Startup verlassen immer mehr der Top-Leute das Unternehmen. Im Laufe der letzten Wochen und Monate haben beispielsweise der von Ford gekommene Produktionschef Bill Strickland ebenso das Unternehmen verlassen wie der Einkaufs-Verantwortliche Tom Wessner und Interior-Design-Chef Pontus Fontaeus.

Es sind aber die jüngsten zwei Abgänge, die besonders alarmierend sind – auch wegen der Art und Weise der Trennung. Wie heute bekannte wurde sind der ehemalige BMW i-Chef Ulrich Kranz, ebenso wie der frühere Deutsche-Bank-Vorstand und ebenfalls BMW-Manager Stefan Krause nicht mehr bei Faraday Future beschäftigt. Gerade bei letzterem gehen dabei die Wogen hoch. Faraday selbst lässt in seiner Pressemeldung kein gutes Haar an Krause – wirft ihm darin gar Pflichtverletzung und rechtswidriges Verhalten vor – und meint, man habe sich mit sofortiger Wirkung von ihm getrennt. Krause selbst hingegen bezeichnet diese Anschuldigungen in einem Interview mit dem Manager-Magazin als „haltlos und verleumderisch“. Er habe bereits am 14. Oktober aus eigenen Stücken gekündigt. Grund dafür waren wohl unter anderem die dermaßen gravierenden Finanzprobleme des Unternehmens, die ihn sogar befürchten ließen wegen Insolvenzverschleppung belangt werden zu können.

Das wiederum liegt wohl vor allem an Faraday Future CEO Jia Yueting, der trotz starkem Drängen der Investoren nicht abtreten wollte und will. Dabei scheint auch er persönlich in großen Problemen zu stecken. Die chinesische Regierung hat bereits vor einiger Zeit 180 Millionen Dollar seines Privatvermögens eingefroren – vermeintlich weil er Kreditzinsen nicht bezahlt haben soll.

Jedenfalls wurden bereits Pläne ausgearbeitet, um Faraday Future nach dem amerikanischen Chapter 11 in Insolvenz zu schicken. Die Pläne und Träume, noch 2018 mit der Produktion der revolutionären E-Autos beginnen zu können scheinen also unerfüllt zu bleiben.

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