Großer Test: Audi A3 Sportback 35 TFSI

18. Juli 2020
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Tests

FAHRZEUGDATEN

Marke:Audi
Klasse:Kompaktwagen
Antrieb:Vorderrad
Treibstoff:Benzin
Leistung:150 PS
Testverbrauch:6,6 l/100km
Modelljahr:2020
Grundpreis:31.340 Euro

Stell dir vor, du fährst den neuen Audi A3, und keiner schaut hin. Ob die Unfarbe Schwarz der Grund dafür ist? Mit Sicherheit liegt es auch daran, dass Audi bei der Neuauflage seines Kompakten stets behutsam vorgeht in Sachen Optik.

Am besten identifiziert man die vierte A3-Generation am deutlich breiteren Grill und an den großen seitlichen Lufteinlässen in der massiven Frontschürze.  Schmäler sind jetzt jedenfalls die Rückleuchten, obwohl sie serienmäßig nicht von LEDs erhellt werden.

Rundherum wuchs der ­noble Golf-Bruder gegenüber dem Vorgänger um rund drei Zentimeter, der Radstand blieb unverändert – genauso wie das Kofferraumvolumen. Und das Passa­gier-Platzangebot? Das konnte nirgends zulegen, wie unsere Messungen ergaben, im Fond wurde die Bewegungsfreiheit sogar etwas schlechter.

In Sachen Cockpit-Design gestaltete Audi den A3 ziemlich radikal um. Wie bei seinen modernen Brüdern ist der große Multimediaschirm nun ins Arma­­-
turenbrett integriert, dazu gibt es serienmäßig digitale Instrumente – die sich gegen Aufpreis noch weiter pimpen lassen.

Aufpreis – ein gutes Stichwort. Die Serienausstattung lässt zu wünschen übrig: automa­tische Klima, Tempomat, Berg­anfahrhilfe – trotz eines Basispreises von gut 30.000 Euro muss man hierfür extra zahlen. Jetzt noch ein paar standesgemäße Features in Sachen Optik (18-Zöller, Innen-Dekor, Lederpolsterung) und Connectivity (Navi, Smartphone-Integration, induktives Handyladen) sowie Assistenzsysteme (Abstands-
re­gel-Tempomat) dazubestellt, schon ist man den einen oder anderen Tausender zusätzlich los. 

Sparen kann man sich dagegen die Optionen adaptives Fahrwerk und Progressivlenkung – und das ist als Lob gedacht, denn die Serien-Abstimmung ist wirklich gelungen. Trotz gutem Federungskomfort lenkt der A3 willig ein, bleibt lange neutral und zeigt keine Tücken bei Lastwechseln. So muss Golfklasse!

Das Motorenangebot ist zum aktuell erfolgten Marktstart noch ziemlich überschaubar, der vorerst einzige Benziner – ein 150 PS starker 1500er – dennoch keine schlechte Wahl. Natürlich könnte man sich bisweilen etwas mehr Souveränität wünschen, mehr noch geht beim Testauto die optionale Dop­pel­kupplung ab, zumal sie ein Mildhybrid-System mit sich bringt. Das nötige ­Kleingeld voraus­gesetzt kann man sich bei Audi ­also einen wirklich tollen Golfklassler konfigurieren.

Motor & Getriebe – Der kultivierte Vierzylinder ist etwas verhalten bei tiefen Touren, entwickelt aber mit steigernder Drehzahl befriedigenden Vortrieb. Zylinder-Abschaltung nicht zu spüren. Exakt zu schaltendes und ökonomisch gestuftes Getriebe.

Fahrwerk & Traktion – Das Basis-Fahrwerk ist schon sehr ausgewogen, zu einem befriedigenden Federungskomfort gesellt sich ein agiles und sehr neutrales Handling ohne Tücken beim Gaswegnehmen in flotten Kurven. Ebenfalls ohne Tadel: Traktion und Bremsen. Die feinfühlige ­Lenkung ist im richtigen Maß servo-unterstützt.

Bedienung & Multimedia – Sehr gute Sitzposition, 1A-Ergonomie, großer Touchscreen mit Handschrift-Erkennung. Im Gegensatz zu den Plattform-Brüdern Golf & Leon gibt es im A3 noch eine erkleckliche Anzahl an echten Knöpfen und Schaltern – gefallen kann auch der (eher für den Beifahrer gedachte) neue Multifunktionsknopf des Audiosystems. Zeitgemäße Smartphone-Anbindung bzw. induktives Handyladen nur gegen Aufpreis, das gilt auch für die Audi-App, mit der man künftig auch das Fahrzeug ver- und entriegeln kann. Passable Sprachsteuerung, in Bälde ist Amazons Alexa zukaufbar – ebenso wie ein Headup-Display.

Innen- & Kofferraum – Vorne viel Platz, Fond-Raumangebot bestenfalls im Klassenschnitt. Großes und sehr gut nutzbares Kofferabteil mit variablem ­Ladeboden – in der höheren der beiden Stellungen keine Stufe zum Innenraum nach Umlegen der Fondlehnen (serienmäßig 2:1 geteilt, gegen 236 Euro Aufpreis 2:1:2). Das Ablage- und Gepäckraum-Paket um ebenfalls 236 Euro extra sollte man sich auch gönnen, es bringt unter anderem ein Netz und eine 12V-Steckose fürs Ladeabteil.

Dran & Drin – Angesichts des Kaufpreises und für ein Premium-Produkt ziemlich magere Serien-Mitgift, alle standesgemäßen Features sind freilich zukaufbar – teilweise in Paketen, wobei die zwei wichtigsten („Business“ und „Komfort“) zurzeit 30 Prozent billiger angeboten werden. Empfehlung: Doppelkupplungsgetriebe samt Mildhybrid gegen lediglich 1970 Euro extra. Wirklich top: Material- und Verarbeitungsqualität.

Schutz & Sicherheit – Die wichtigsten Airbags sind serienmäßig, dazu auch ein paar Assistenzsysteme – alles Klassenübliche ist zukaufbar, dann ist sogar teilautonomes Fahren möglich, was im ersten Test gut funktionierte. Fein: optional sogar Seitenairbags hinten.

Preis & Kosten – Der etwas schwächere 1er-BMW ist etwas günstiger, der etwas stärkere Mercedes A schon deutlich teurer. Der VW Golf kostet mit demselben Motor fast 6000 Euro mehr, weil nur in wesentlich besserer Grundausstattung zu haben. Deutlich billiger bilanziert der zweite Plattform-Bruder, der Seat Leon. Praxis-Verbrauch absolut im Rahmen. Lange Inspektions-Intervalle, dichtes Servicenetz, gute Werthaltung. Die mittelmäßige Neuwagengarantie kann man gegen 440 Euro Aufpreis auf fünf Jahre verlängern.

Fahrerorientiertes Cockpit, der zehn Zoll große Touchscreen ist ebenso serienmäßig wie die digitalen Instrumente – ein dreispeichiges Volant kostet freilich 141 Euro extra.

[vc_row][vc_column][vc_column_text]Stell dir vor, du fährst den neuen Audi A3, und keiner schaut hin. Ob die Unfarbe Schwarz der Grund dafür ist? Mit Sicherheit liegt es auch daran, dass Audi bei der Neuauflage seines Kompakten stets behutsam vorgeht in Sachen Optik. Am besten identifiziert man die vierte A3-Generation am deutlich breiteren Grill und an den großen seitlichen Lufteinlässen in der massiven Frontschürze.  Schmäler sind jetzt jedenfalls die Rückleuchten, obwohl sie serienmäßig nicht von LEDs erhellt werden. Rundherum wuchs der ­noble Golf-Bruder gegenüber dem Vorgänger um rund drei Zentimeter, der Radstand blieb unverändert – genauso wie das Kofferraumvolumen. Und das Passa­gier-Platzangebot? Das konnte nirgends zulegen, wie unsere Messungen ergaben, im Fond wurde die Bewegungsfreiheit sogar etwas schlechter. In Sachen Cockpit-Design gestaltete Audi den A3 ziemlich radikal um. Wie bei seinen modernen Brüdern ist der große Multimediaschirm nun ins Arma­­- turenbrett integriert, dazu gibt es serienmäßig digitale Instrumente – die sich gegen Aufpreis noch weiter pimpen lassen. Aufpreis – ein gutes Stichwort. Die Serienausstattung lässt zu wünschen übrig: automa­tische Klima, Tempomat, Berg­anfahrhilfe – trotz eines Basispreises von gut 30.000 Euro muss man hierfür extra zahlen. Jetzt noch ein paar standesgemäße Features in Sachen Optik (18-Zöller, Innen-Dekor, Lederpolsterung) und Connectivity (Navi, Smartphone-Integration, induktives Handyladen) sowie Assistenzsysteme (Abstands- re­gel-Tempomat) dazubestellt, schon ist man den einen oder anderen Tausender zusätzlich los.  Sparen kann man sich dagegen die Optionen adaptives Fahrwerk und Progressivlenkung – und das ist als Lob gedacht, denn die Serien-Abstimmung ist wirklich gelungen. Trotz gutem Federungskomfort lenkt der A3 willig ein, bleibt lange neutral und zeigt keine Tücken bei Lastwechseln. So muss Golfklasse! Das Motorenangebot ist zum aktuell erfolgten Marktstart noch ziemlich überschaubar, der vorerst einzige Benziner – ein 150 PS starker 1500er – dennoch keine schlechte Wahl. Natürlich könnte man sich bisweilen etwas mehr Souveränität wünschen, mehr noch geht beim Testauto die optionale Dop­pel­kupplung ab, zumal sie ein Mildhybrid-System mit sich bringt. Das nötige ­Kleingeld voraus­gesetzt kann man sich bei Audi ­also einen wirklich tollen Golfklassler konfigurieren.[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column width="1/2" css=".vc_custom_1446571503268{padding-top: 5px !important;}"][vc_column_text el_class="testkategorien"]Motor & Getriebe - Der kultivierte Vierzylinder ist etwas verhalten bei tiefen Touren, entwickelt aber mit steigernder Drehzahl befriedigenden Vortrieb. Zylinder-Abschaltung nicht zu spüren. Exakt zu schaltendes und ökonomisch gestuftes Getriebe. Fahrwerk & Traktion - Das Basis-Fahrwerk ist schon sehr ausgewogen, zu einem befriedigenden Federungskomfort gesellt sich ein agiles und sehr neutrales Handling ohne Tücken beim Gaswegnehmen in flotten Kurven. Ebenfalls ohne Tadel: Traktion und Bremsen. Die feinfühlige ­Lenkung ist im richtigen Maß servo-unterstützt. Bedienung & Multimedia - Sehr gute Sitzposition, 1A-Ergonomie, großer Touchscreen mit Handschrift-Erkennung. Im Gegensatz zu den Plattform-Brüdern Golf & Leon gibt es im A3 noch eine erkleckliche Anzahl an echten Knöpfen und Schaltern – gefallen kann auch der (eher für den Beifahrer gedachte) neue Multifunktionsknopf des Audiosystems. Zeitgemäße Smartphone-Anbindung bzw. induktives Handyladen nur gegen Aufpreis, das gilt auch für die Audi-App, mit der man künftig auch das Fahrzeug ver- und entriegeln kann. Passable Sprachsteuerung, in Bälde ist Amazons Alexa zukaufbar – ebenso wie ein Headup-Display. Innen- & Kofferraum - Vorne viel Platz, Fond-Raumangebot bestenfalls im Klassenschnitt. Großes und sehr gut nutzbares Kofferabteil…

7.4

FAZIT

Hochwertiger und fein zu fahrender Golfklassler ums teure Geld.

Motor & Getriebe
Fahrwerk & Traktion
Bedienung & Multimedia
Innen- & Kofferraum
Dran & Drin
Schutz & Sicherheit
Preis & Kosten
User-Wertung : Keine Bewertungen bisher!
7

R4, 16V, Turbo, 1498 ccm, 150 PS (110 kW) bei 5000/min, max. Drehmoment 250 Nm bei 1500/min, Sechsgang-Getriebe, Vorderradantrieb, Scheibenbremsen v/h (v bel.), L/B/H 4343/1816/1449 mm, Radstand 2636 mm, 5 Sitze, Wendekreis 11,1 m, Reifendimension 225/45 R 17 (Testwagen-Bereifung Pirelli Cinturato P7), Tankinhalt 50 l, Reichweite 760 km, Kofferraumvolumen 380–1200 l, Leergewicht 1355 kg, zul. Gesamtgewicht 1830 kg, max. Anh.-Last 1500 kg, 0–100 km/h 8,4 sec, 60– 100 km/h (im 4./5. Gang) 8,5/10,8 sec, Spitze 224 km/h, Steuer (jährl.) € 649,44, Werkstätten in Österreich 215, Service alle 30.000 km (mind. alle 2 Jahre), WLTP-Normverbrauch (kombiniert) 6,0 l, Testverbrauch 6,6 l ROZ 95, CO2 (Norm/Test) 136/152 g/km

Sechs Airbags, Auffahr-Warner mit Fußgänger/Radfahrer-Erkennung, Spurverlassenswarner, LED-Scheinwerfer, Licht- und Regensensor, Klimaanlage, heizbare E- Außenspiegel, 10,1 Zoll-Touchscreen-Multimediasystem mit 6 LS, DAB-Tuner, Blueetooth für Telefon & Audio, 17 Zoll-Aluräder, Multifunktions-Lederlekrad, digitale Instrumente, E-Parkbrem­se, Licht- und Regensensor, FB-Zentralsperre etc.

Matrix-LED-Licht € 1876,–, adaptiver Tempomat € 684,– (teilautonomes Fahren dazu 283,–), Fernlicht-Assistent € 117,–, Verkehrszeichen-Erkennung € 296,–, Seitenairbags h € 414,–, Spurwechsel-Warnung € 625,–, Business-Paket (Navigation, Smartphone-Anbindung plus induktives Handyladen, erweiterte digitale Instrumente etc.) € 2683,–, Komfort-Paket (Sitzheizung v, Zweizonen-Klimaautomatik, Einparkhilfe h, Tempomat etc.) € 1709,–, Zwei-/Dreizonen-Klimaautomatik € 696,–/1050,–, Sitzheizung v € 401,–, induktives Handyladen € 177,–, Smartphone-Integration € 353,–, Einparkhilfe h/v+h mit Einparkautomatik € 532,–/€ 944,– (Rundumkameras dazu 944,–), Rückfahrkamera € 484,–, Lederpolsterung ab € 1122,–, sensorge­steuerte E-Heckklappe € 425,–, E-Fahrersitz € 454,– (E-Vordersitze € 826,–), Sportsitze € 425,–, HiFi-Sound € 342,– (von B&O € 932,–), adaptives Fahrwerk € 1156,–, Progressiv-Lenkung € 296,–, Aluräder 18 Zoll ab € 1240,– (19 Zoll samt Sportfahrwerk € 2595,–), ­Metallic-Lack € 826,– etc.

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