Großer Test: Hyundai Bayon 1.0 T-GDI DCT 48V Trend Line

22. Oktober 2021
862 Views
Tests

FAHRZEUGDATEN

Marke:Hyundai
Klasse:Geländewagen/SUV
Antrieb:Vorderrad
Treibstoff:Benzin
Leistung:120 PS
Testverbrauch:6,5 l/100km
Modelljahr:2021
Grundpreis:24.990 Euro

Zunächst eine theoretischer Frage: Kann man beim Hyundai Bayon aufgrund der kompakten Außenabmessungen überhaupt von einem SUV reden? Der kleine Koreaner ist exakt gleich breit wie seine Bau-Basis i20, bietet nur geringfügig größere Dimensionen in Höhe wie Länge und etwas mehr Kopffreiheit in beiden Sitzreihen, dazu einen 50 Liter größeren Kofferraum.

Die Zeiten, in denen Geländegängigkeit und Anhängelast die SUV-Klassen definiert haben, sind vorbei – heute zählt Nutzwert gepaart mit einer leicht erhöhten Sitzposition. Im Gegensatz zum etwas größeren Bruder Kona gibt es den Bayon übrigens weder als Stromer noch als Diesel noch mit Allrad – also mehr „City“ als „SUV“.

Angetrieben wird der kleinste Korea-„Kraxler“ ausschließlich von Benzinern, der stärkste wird von einem Mildhybrid-System zart unterstützt. Bei ebendiesem prangt eine 48V-Plakette auf den vorderen Schwellern, was natürlich kein Hinweis auf die Anzahl der Ventile ist, sondern auf die Spannung des Elektro-Boosts. 

In der Praxis merkt man die elektrische Unterstützung kaum, am ehesten noch beim ausgedehnten Segeln, was übrigens auch der Handschalter beherrscht. In Sachen Verbrauch macht sich das System sehr wohl bemerkbar, im Test genehmigte sich unser Bayon um bis zu einen halben Liter weniger als der konventionelle i20 mit 100 PS.

Unterm Strich handelt es sich beim Bayon jedenfalls um eine erfrischende Neuerscheinung: Zum positiven Gesamtbild trägt nicht nur die eigenständige und auffällige, dabei aber nicht zu experimentelle Optik bei, sondern auch der hohe Nutzwert, dazu die feine Mischung aus bewährter Bedienung sowie moderner Technik. Und last but not least beim Testwagen die Top-Ausstattung. Ungewöhnlich dabei, zumal bei einem Koreaner: Wer etwa ein Navi oder ein Pano­­ramadach will, muss selbst beim „Trend Line“ aufzahlen. 

Im Gegenzug wird man dann aber mit Luxus belohnt, der in dieser Klasse seinesgleichen sucht. Einziger Nachteil im Vergleich zur Konkurrenz: Eine induktive Ladeschale fürs Handy wird zurzeit nicht angeboten.

Das Preisniveau ist breit gefächert, der Einstieg gelingt beim Bayon schon für unter 18.000 Euro, unser voll ausgestatteter Testwagen kostet da­gegen etwas unter 30.000 Euro. Herr und Frau Österreicher werden sich laut Importeur am häufigsten für die goldene Mitte entscheiden, heißt für die mittlere Motorisierung (100 PS) gepaart mit Handschaltung und der mittleren Ausstattungslinie „i Line Plus“ – eine Kombination, die für 20.990 Euro zu haben ist.   

Motor & Getriebe – Etwas brummiger, aber ausreichend kultivierter Dreizylinder-­Benziner, erst bei mittleren Drehzahlen richtig kräftig. Das ­Getriebe leistet sich keine groben Fehltritte, agiert jedoch etwas behäbig – außerdem dauert es ab und an recht lang, bis beim Rangieren der Retourgang eingelegt ist. Der Mildhybrid-Antrieb sorgt für einen leichten Drehmoment-Boost, gesegelt wird hauptsächlich im standardmäßig vorgewählten Eco-Modus.

Fahrwerk & Traktion – Grundsolide Fahrwerksabstimmung, heißt: komfortables Abrollverhalten, in Kurven jedoch niemals schwammig – der Aufbau wankt kaum mehr als bei einem Kleinwagen. Somit auch stets sicheres Fahrverhalten, sanft einsetzendes ESP. Keine Traktions-Probleme, ausreichend feinfühlige, wenn auch recht indirekte Lenkung. Bremsen ohne Tadel.

Bedienung & Multimedia – Das bequeme Gestühl geizt etwas mit Seitenhalt, die Sitzhöhe ist jedoch ideal zum Einsteigen. In Sachen Ergonomie 1A, dasselbe gilt auch für die Bedienung: Touchscreen plus (relativ große) Knöpfe und Drehregler in idealer Griff-Distanz. Simple Sprachsteuerung. Genügend Ablagen, Smartphone-Integration Serie, induktives Handyladen ist nicht verfügbar. Die Rundumsicht geht in Ordnung, die Rückfahrkamera ist bereits ab der mittleren Ausstattungslinie an Bord.

Innen- & Kofferraum – Die Platzverhältnisse in beiden Sitzreihen liegen im Klassenschnitt, hinten können auch Erwachsene gut sitzen. Großer, gut nutzbarer Kofferraum, der Ladeboden bleibt nach Umlegen der 2:1-Fondlehnen eben. Wenn die Laderaum-Abdeckung nicht gebraucht wird, lässt sie sich bei praktisch hinter der Rückbank verstauen. Spar-Bemühung: Das Kellerfach ist groß, aber unverkleidet.

Dran & Drin – Im Top-Trimm „Trend Line” schon sehr gut ausgestattet (17 Zoll-Aluräder, Rückfahrkamera, Zweizonen-Klimaautomatik etc.), für ein koreanisches Produkt unüblich müssen jedoch einige Features (Navi, Bose-Sound und schlüsselloser Zugang oder Pano-ramadach) separat bestellt werden. Einwandfreie Material-Wahl, solide Verarbeitung.

Schutz & Sicherheit – Nicht schlecht: Mittels Technik-Paket steht das volle Assistenz-Angebot inklusive Spurführungs-Assistent parat, in der Basis-Ausstat­tung sind immerhin schon Spurhalte-Assistent, Tempomat und automatisches Fernlicht an Bord. Bei der „Trend Line“ kommen LED-Scheinwerfer dazu. Ebenfalls mit von der Partie: die klassenübliche Airbag-Armada.

Preis & Kosten – Der beliebte VW T-Cross und der Skoda Kamiq sind teurer, der Seat Arona liegt ebenso wie Hyundais Konzern-Bruder Kia Stonic preislich gleichauf. Fein: fünf Jahre Garantie ohne Kilometerbegren­zung. Eine der zahlreichen Werkstätten muss zumindest einmal pro Jahr angesteuert werden. Solide Werthaltung ­prognostizierbar. Der Test-Verbrauch geht in Ordnung.  

Rundum gelungene Fahrerumgebung im Hyundai Bayon. Das große Vierspeichen-Lenkrad würde auch zu einem dickeren SUV passen

[vc_row][vc_column][vc_column_text]Zunächst eine theoretischer Frage: Kann man beim Hyundai Bayon aufgrund der kompakten Außenabmessungen überhaupt von einem SUV reden? Der kleine Koreaner ist exakt gleich breit wie seine Bau-Basis i20, bietet nur geringfügig größere Dimensionen in Höhe wie Länge und etwas mehr Kopffreiheit in beiden Sitzreihen, dazu einen 50 Liter größeren Kofferraum. Die Zeiten, in denen Geländegängigkeit und Anhängelast die SUV-Klassen definiert haben, sind vorbei – heute zählt Nutzwert gepaart mit einer leicht erhöhten Sitzposition. Im Gegensatz zum etwas größeren Bruder Kona gibt es den Bayon übrigens weder als Stromer noch als Diesel noch mit Allrad – also mehr „City“ als „SUV“. Angetrieben wird der kleinste Korea-„Kraxler“ ausschließlich von Benzinern, der stärkste wird von einem Mildhybrid-System zart unterstützt. Bei ebendiesem prangt eine 48V-Plakette auf den vorderen Schwellern, was natürlich kein Hinweis auf die Anzahl der Ventile ist, sondern auf die Spannung des Elektro-Boosts.  In der Praxis merkt man die elektrische Unterstützung kaum, am ehesten noch beim ausgedehnten Segeln, was übrigens auch der Handschalter beherrscht. In Sachen Verbrauch macht sich das System sehr wohl bemerkbar, im Test genehmigte sich unser Bayon um bis zu einen halben Liter weniger als der konventionelle i20 mit 100 PS. Unterm Strich handelt es sich beim Bayon jedenfalls um eine erfrischende Neuerscheinung: Zum positiven Gesamtbild trägt nicht nur die eigenständige und auffällige, dabei aber nicht zu experimentelle Optik bei, sondern auch der hohe Nutzwert, dazu die feine Mischung aus bewährter Bedienung sowie moderner Technik. Und last but not least beim Testwagen die Top-Ausstattung. Ungewöhnlich dabei, zumal bei einem Koreaner: Wer etwa ein Navi oder ein Pano­­ramadach will, muss selbst beim „Trend Line“ aufzahlen.  Im Gegenzug wird man dann aber mit Luxus belohnt, der in dieser Klasse seinesgleichen sucht. Einziger Nachteil im Vergleich zur Konkurrenz: Eine induktive Ladeschale fürs Handy wird zurzeit nicht angeboten. Das Preisniveau ist breit gefächert, der Einstieg gelingt beim Bayon schon für unter 18.000 Euro, unser voll ausgestatteter Testwagen kostet da­gegen etwas unter 30.000 Euro. Herr und Frau Österreicher werden sich laut Importeur am häufigsten für die goldene Mitte entscheiden, heißt für die mittlere Motorisierung (100 PS) gepaart mit Handschaltung und der mittleren Ausstattungslinie „i Line Plus“ – eine Kombination, die für 20.990 Euro zu haben ist.   [/vc_column_text][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column width="1/2" css=".vc_custom_1446571503268{padding-top: 5px !important;}"][vc_column_text el_class="testkategorien"]Motor & Getriebe - Etwas brummiger, aber ausreichend kultivierter Dreizylinder-­Benziner, erst bei mittleren Drehzahlen richtig kräftig. Das ­Getriebe leistet sich keine groben Fehltritte, agiert jedoch etwas behäbig – außerdem dauert es ab und an recht lang, bis beim Rangieren der Retourgang eingelegt ist. Der Mildhybrid-Antrieb sorgt für einen leichten Drehmoment-Boost, gesegelt wird hauptsächlich im standardmäßig vorgewählten Eco-Modus. Fahrwerk & Traktion - Grundsolide Fahrwerksabstimmung, heißt: komfortables Abrollverhalten, in Kurven jedoch niemals schwammig – der Aufbau wankt kaum mehr als bei einem Kleinwagen. Somit auch stets sicheres Fahrverhalten, sanft einsetzendes ESP. Keine Traktions-Probleme, ausreichend feinfühlige, wenn auch recht indirekte Lenkung. Bremsen ohne Tadel. Bedienung & Multimedia - Das bequeme Gestühl geizt etwas mit Seitenhalt, die Sitzhöhe ist jedoch ideal zum Einsteigen. In Sachen Ergonomie 1A, dasselbe gilt auch für die Bedienung: Touchscreen plus (relativ große) Knöpfe und…

8.3

FAZIT

Auffallender City-SUV, gleichermaßen modern wie praktisch.

Motor & Getriebe
Fahrwerk & Traktion
Bedienung & Multimedia
Innen- & Kofferraum
Dran & Drin
Schutz & Sicherheit
Preis & Kosten
User-Wertung : Keine Bewertungen bisher!
8

R3, 12V, Turbo, 998 ccm, 120 PS (88 kW) bei 6000/min, max. Drehmoment 200 Nm bei 2000/min, 48V-Mildhybrid, E-Motor 16,6 PS (12,2 kW), Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe, Vorderradantrieb, Scheibenbremsen v/h (v bel.), L/B/H 4180/1775/1500 mm, Radstand 2580 mm, 5 Sitze, Wendekreis 10,4 m, Reifendimension 205/55 R 17, Tankinhalt 40 l, Reichweite 615 km, Kofferraumvolumen 401–1205 l, Leergewicht (EU) 1255 kg, zul. Gesamtgewicht 1680 kg, 0–100 km/h 10,4 sec, Spitze 185 km/h, Steuer (jährl.) € 311,04, Werkstätten in Österreich 130, Service alle 15.000 km (mind. 1x/Jahr), WLTP-Normverbrauch kombiniert 5,5 l, Testverbrauch 6,5 l ROZ 91, CO2 (Norm/Test) 124/150 g/km 

Front- und vordere Seiten­airbags, durchgehende Kopfairbag-Vorhänge, Spurhalte-Assistent, Brems-Assistent mit Auffahr-Warner und Fußgänger-Erkennung, Berganfahrhilfe, Tempomat, LED-Scheinwerfer (inkl. autom. Fernlicht), Licht- und Regensensor, Einparkhilfe h, Rückfahrkamera, el. klappb. Außenspiegel, vier E-Fensterheber, 8 Zoll Touchscreen-Multimediasystem mit USB-Slot und 6 LS, Android Audio & Apple CarPlay, DAB-Tuner, 17 Zoll-Aluräder, Klimaautomatik, induktives Handyladen, heizbares Lederlenkrad, Sitzheizung vorne, abgedunkelte Fondscheiben etc.

Technik-Paket (Abstandsregel-Tempomat, Spurführungs-Assistent, Toterwinkel-Warner, Einparkhilfe v+h, Sitzheizung h, schlüsselloser Zugang etc.) € 1390,–, Infotainment-Paket (Navigationssystem, 10,25 Zoll-Touchscreen, Bose-Sound etc.) € 1490,–, E-Schiebedach € 790,–, Metallic-Lack € 500,–, Zweifarben-Lackierung € 500,–

Kommentar abgeben