Großer Test: Seat Leon Kombi Xcellence 1,5 TSI Act 150

12. Oktober 2020
1.767 Views
Tests

FAHRZEUGDATEN

Marke:Seat
Klasse:Kombi
Antrieb:Vorderrad
Treibstoff:Benzin
Leistung:150 PS
Testverbrauch:6,7 l/100km
Modelljahr:2020
Grundpreis:29.190 Euro

Beim ausgelaufenen Leon betrug der Kombi-Anteil noch knapp über 50 Prozent, mit der neuen Generation möchte man hier zu Lande auf mindestens 60 Prozent kommen, so Österreich-Chef Wolfgang Wurm – mehr Businesskunden sollen das ermöglichen.

Doch auch für Private wirkt die frische Rucksack-Version, die bei uns übrigens nicht mehr ST, sondern schlicht Kombi heißt, attraktiv. Gegenüber dem Vorgänger liegt das Längen-Plus bei satten neun, gegenüber der Bau-Basis, also dem Leon Fünftürer, bei ebenso beeindruckenden 27 Zentimetern – und das bei unverändertem Radstand.

Profiteur ist also das Gepäckabteil, das 30 Liter zulegte und damit ziemlich nahe an den Plattform-Bruder Octavia he­rankommt. Beim Maximal-Volumen ist der (längere) Skoda mit 100 Litern mehr jedoch nicht zu schlagen – hier macht sich auch dessen steiler Heckabschluss bezahlt. Dafür ist der Skoda-Bestseller etwas teurer und etwas weniger gut bestückt – wenn auch etwas komfortabler. Wer es also lieber dynamischer angeht, greift zum Spanier, der auch optisch jugendlicher wirkt als der vergleichsweise konservative Tscheche. 

Der Preisaufschlag vom ­Leon Fünftürer zum Kombi ist übrigens je nach Motorisierung unterschiedlich, bei den Basismodellen beläuft er sich auf 1000 Euro, hier beim vorläufigen Top-Benziner beträgt er exakt 1272 Euro. Stichwort Top-Benziner: Der bekannte 1500er mit Zylinderabschaltung ist ein kultiviertes Aggregat, übertrieben sportlich agiert er freilich nicht.

Nachdem es den 1,5 TSI in der 150 PS-Variante nur mit den beiden Top-Ausstattungen gibt, sind bei ihm die digitalen Instrumente serienmäßig – kein Nachteil, man kann zwischen verschiedenen Layouts wählen, gestochen scharf sind die Infos stets aufbereitet.

Dafür nerven mitunter unnötige Warnmeldungen hinterm Lenkrad, etwa ein permanent leuchtendes Dreieck mit Rufzeichen, wenn man die fallweise störrische Spurhalte-Hilfe deaktiviert hat. Auch sind die immer wieder eingeblendeten (wenn auch deaktivierbaren) Spritspar-Tipps bisweilen wenig sinnvoll (etwa „Auskuppeln erst unter 1300 Umdrehungen“ oder „Fenster schließen bei ­eingeschalteter Klimaanlage“), viel brauchbarer ist da schon der Hinweis vom Gas zu gehen, wenn das Navi ein niedrigeres Speedlimit unmittelbar voraus ermittelt hat.

In Österreich hat Seat seinen zweiten Platz in der Neuzulassungs-Statistik offensichtlich zementiert. Die Kombi-Version des Leon wird diese Position  untermauern. 

Motor & Getriebe – Sehr kultivierter Benziner, die Zylinder-Abschaltung spürt man überhaupt nicht. Kein Turboloch, kein Turboschub – von der Leistungsabgabe ähnelt der 1500er einem viel großvolumigerem Sauger. Leichtgängig-exakte Schaltung, gut gestuft.

Fahrwerk & Traktion – Straffe Grundabstimmung, dabei nicht ungemütlich beim Stöße Filtern. Agiles Kurvenfahrverhalten, im Grenzbereich sicher untersteuernd und ohne nervöses Heck beim Gaswegnehmen. Auf trockener Piste selten Traktions-Probleme. Feinfühlige Lenkung, sehr gut dosier­bare, wirkungsvolle Bremsen.

Bedienung & Multimedia – Tadellose Sitzposition, auf den Vorderstühlen selbst reist man sehr gut, der Seitenhalt passt, ohne einzuengen. Gut ablesbare und recht vielfältig konfigurierbare Digital-Instrumente. Bedienung selbsterklärend, doch viele Features (Klima, Lautstärke, Navi-Zoom, Sitzheizung) sind über Soft-Tasten oder Touchscreen eher mühsam anzusteuern. Genug brauchbare Ablagen. Gegen Aufpreis: induktives Handyladen (234 Euro) und Smartphone-Spiegelung (193 Euro). Passable Rundumsicht. Fein: E-Parkbremse mit Auto Hold-Funktion.

Innen- & Kofferraum – Vorne viel Platz, im Fond dieselbe gute Kniefreiheit wie beim Fünftürer plus etwas mehr Luft nach oben. Großer Grundkofferraum, das Maximal-Volumen leidet etwas unter dem schrägen Heck. Dank doppeltem Boden keine Stufe zum Innenraum und nahezu komplett ebene Fläche nach Umlegen der 2:1-Fondlehne (von vorne wie ­hinten entriegelbar), zusätzlich dazu Ski-Durchreiche. Praktisch: niedrige Ladekante, Abdeckung rollt sich durch ­kurzes Antippen auf. Kleinzeugfächer, Spanngurt, Netz, Ösen, 12V-Steckdose – alles da im Lade­abteil. Sensorgesteuerte E-Heckklappe um 569 Euro extra.

Dran & Drin – In der nobleren der beiden Top-Ausstattungen einigermaßen gut bestückt – unter anderem Serie: Dreizonen-Klima, 17-Zöller, Einparkhilfe hinten, elektrisch klappbare Spiegel, schlüsselloser Zugang. Genug Extra-Auswahl zu fairen Preisen, teilweise in attraktiven ­Paketen. Doppelkupplungs-Getriebe um satte 3000 Euro extra, weil inklusive Mildhybrid-System. Ansprechende Materialien (Sitzbezüge, Holz-­Dekor), saubere Verarbeitung.

Schutz & Sicherheit – Klassenübliches Luftpolster-Aufkommen – aufrüstbar um Seitenairbags hinten plus Knieairbag für den Fahrer. Mit dem ebenfalls optio­nalen „Assistenzpaket L“ ist man in Sachen elektronische Helferlein bestens gerüstet. Nicht immer störungsfreie (aktive) Spurhalte-Hilfe.

Preis & Kosten – Im Konkurrenz-Vergleich gut aufgestellt, der Skoda Octavia ist etwas teurer, ebenso der mit Automatik versehene Ford Focus (und beide sind nicht ganz so gut ausgestattet). Billiger und etwas schwächer gäbe es den besser bestückten Kia Ceed sowie den etwas ärmlicher ausstaffierten Opel Astra. Praxis-Verbrauch absolut im Rahmen. Fein: fünf Jahre Neuwagen-Garantie, erstes Service erst nach zwei Jahren oder 30.000 Kilometern, dichtes Werkstatt-Netz. Vermutlich gute Werthaltung. 

Hochwertig anmutende Materialien im Leon-Cockpit. Knöpfe und Drehregler findet man eigentlich nur am Lenkrad – das wirkt aufgeräumt, erleichtert die Bedienung aber nicht zwingend.

[vc_row][vc_column][vc_column_text]Beim ausgelaufenen Leon betrug der Kombi-Anteil noch knapp über 50 Prozent, mit der neuen Generation möchte man hier zu Lande auf mindestens 60 Prozent kommen, so Österreich-Chef Wolfgang Wurm – mehr Businesskunden sollen das ermöglichen. Doch auch für Private wirkt die frische Rucksack-Version, die bei uns übrigens nicht mehr ST, sondern schlicht Kombi heißt, attraktiv. Gegenüber dem Vorgänger liegt das Längen-Plus bei satten neun, gegenüber der Bau-Basis, also dem Leon Fünftürer, bei ebenso beeindruckenden 27 Zentimetern – und das bei unverändertem Radstand. Profiteur ist also das Gepäckabteil, das 30 Liter zulegte und damit ziemlich nahe an den Plattform-Bruder Octavia he­rankommt. Beim Maximal-Volumen ist der (längere) Skoda mit 100 Litern mehr jedoch nicht zu schlagen – hier macht sich auch dessen steiler Heckabschluss bezahlt. Dafür ist der Skoda-Bestseller etwas teurer und etwas weniger gut bestückt – wenn auch etwas komfortabler. Wer es also lieber dynamischer angeht, greift zum Spanier, der auch optisch jugendlicher wirkt als der vergleichsweise konservative Tscheche.  Der Preisaufschlag vom ­Leon Fünftürer zum Kombi ist übrigens je nach Motorisierung unterschiedlich, bei den Basismodellen beläuft er sich auf 1000 Euro, hier beim vorläufigen Top-Benziner beträgt er exakt 1272 Euro. Stichwort Top-Benziner: Der bekannte 1500er mit Zylinderabschaltung ist ein kultiviertes Aggregat, übertrieben sportlich agiert er freilich nicht. Nachdem es den 1,5 TSI in der 150 PS-Variante nur mit den beiden Top-Ausstattungen gibt, sind bei ihm die digitalen Instrumente serienmäßig – kein Nachteil, man kann zwischen verschiedenen Layouts wählen, gestochen scharf sind die Infos stets aufbereitet. Dafür nerven mitunter unnötige Warnmeldungen hinterm Lenkrad, etwa ein permanent leuchtendes Dreieck mit Rufzeichen, wenn man die fallweise störrische Spurhalte-Hilfe deaktiviert hat. Auch sind die immer wieder eingeblendeten (wenn auch deaktivierbaren) Spritspar-Tipps bisweilen wenig sinnvoll (etwa „Auskuppeln erst unter 1300 Umdrehungen“ oder „Fenster schließen bei ­eingeschalteter Klimaanlage“), viel brauchbarer ist da schon der Hinweis vom Gas zu gehen, wenn das Navi ein niedrigeres Speedlimit unmittelbar voraus ermittelt hat. In Österreich hat Seat seinen zweiten Platz in der Neuzulassungs-Statistik offensichtlich zementiert. Die Kombi-Version des Leon wird diese Position  untermauern. [/vc_column_text][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column width="1/2" css=".vc_custom_1446571503268{padding-top: 5px !important;}"][vc_column_text el_class="testkategorien"]Motor & Getriebe - Sehr kultivierter Benziner, die Zylinder-Abschaltung spürt man überhaupt nicht. Kein Turboloch, kein Turboschub – von der Leistungsabgabe ähnelt der 1500er einem viel großvolumigerem Sauger. Leichtgängig-exakte Schaltung, gut gestuft. Fahrwerk & Traktion - Straffe Grundabstimmung, dabei nicht ungemütlich beim Stöße Filtern. Agiles Kurvenfahrverhalten, im Grenzbereich sicher untersteuernd und ohne nervöses Heck beim Gaswegnehmen. Auf trockener Piste selten Traktions-Probleme. Feinfühlige Lenkung, sehr gut dosier­bare, wirkungsvolle Bremsen. Bedienung & Multimedia - Tadellose Sitzposition, auf den Vorderstühlen selbst reist man sehr gut, der Seitenhalt passt, ohne einzuengen. Gut ablesbare und recht vielfältig konfigurierbare Digital-Instrumente. Bedienung selbsterklärend, doch viele Features (Klima, Lautstärke, Navi-Zoom, Sitzheizung) sind über Soft-Tasten oder Touchscreen eher mühsam anzusteuern. Genug brauchbare Ablagen. Gegen Aufpreis: induktives Handyladen (234 Euro) und Smartphone-Spiegelung (193 Euro). Passable Rundumsicht. Fein: E-Parkbremse mit Auto Hold-Funktion. Innen- & Kofferraum - Vorne viel Platz, im Fond dieselbe gute Kniefreiheit wie beim Fünftürer plus etwas mehr Luft nach oben. Großer Grundkofferraum, das Maximal-Volumen leidet etwas unter dem schrägen Heck. Dank doppeltem Boden keine Stufe zum…

7.7

FAZIT

Sportlich anmutender Kompakt-Kombi, der aber auch bei Raum & Preis punktet.

Motor & Getriebe
Fahrwerk & Traktion
Bedienung & Multimedia
Innen- & Kofferraum
Dran & Drin
Schutz & Sicherheit
Preis & Kosten
User-Wertung : Keine Bewertungen bisher!
8

R4, 16V, Turbo, 1498 ccm, 150 PS (110 kW) bei 5000–6000/min, max. Drehmoment 250 Nm bei 1500–3500/min, Sechsgang-Getriebe, Allradantrieb, Scheibenbremsen v/h (v bel.), L/B/H 4642/1799/1448 mm, Radstand 2686 mm, 5 Sitze, Wendekreis 10,5 m, Reifendimension 225/45 R 17 (Testwagen-Bereifung Bridgestone Turanza S005 225/40 R 18), Tankinhalt 50 l, Reichweite 745 km, Kofferraumvolumen 620–1600 l, Leergewicht (EU) 1366 kg, zul. Gesamtgewicht 1940 kg, max. Anh.-Last 1500 kg, 0–100 km/h 8,7 sec, 60–100 km/h (im 4./5. Gang) 9,3/12,4 sec, Spitze 221 km/h, Steuer (jährl.) € 649,44, Werkstätten in Österreich 159, Service alle 30.000 km (erstmals nach zwei Jahren, danach jährlich), WLTP-Normverbrauch (kombiniert) 5,9 l, Testverbrauch 6,7 l ROZ 95, CO2 (Norm/Test) 134/154 g/km

Sechs Airbags, City-Notbremsassistent, Müdigkeitserkennung, Licht- und Regensensor, LED-Scheinwerfer, Spurhalte-Assistent, Innenspiegel aut. abblend., Außenspiegel el. verstell-, heiz- und klappbar, Dachreling, Dreizonen-Klimaautomatik, Einparkhilfe h, Vordersitze höhenverstellbar und mit Kreuzstütze ­fahrerseitig, digitale Instrumente, Audiosystem mit 8,25 Zoll-Touchscreen und 6 LS, USB/Bluetooth-Schnittstelle, Tempomat, Alufelgen 17 Zoll, abgedunkelte Fondscheiben, schlüsselloser Zugang etc.

Seitenairbags h plus Knieairbag Fahrer € 376,–, Pre Crash-System € 183,–, ­Assistenzpaket L (Verkehrszeichen-Erkennung, Abstandsregel- Tempomat, Fernlicht-Assistent, ­Toterwinkel-Warner, Auspark-Assistent) € 793,–, Technologie-Pa­ket (Assistenzpaket L plus Navigation inkl. 10,25 Zoll-Touchscreen und Sprachsteuerung etc.) € 1331,–,  Parklenk-Assistent € 437,–, Rückfahrkamera
€ 315,–, Navigation inkl. 10,25 Zoll-Touchscreen und Sprachsteuerung € 1159,–, DAB-Tuner € 244,–, HiFi-Sound „Beats“ € 661,–, Panorama-Glasdach € 1230,–, Winter-Paket (Sitz- und Lenkrad-Heizung) € 457,–, Österreich-Paket (Rückfahrkamera, Parklenk-Assistent, Winter-Paket etc.)  € 1006,–, Dynamik-Paket (adaptive Dämpfer, Progressivlenkung etc.) € 874,–,  Aluräder 18 Zoll € 752,–, Metallic-Lack ab € 671,– etc. 

Sei der Erste der abstimmt.

Kommentar abgeben