Hyundai Santa Fe 2,0 CRDi

6. September 2003
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Tests

FAHRZEUGDATEN

Marke:Hyundai
Klasse:Geländewagen/SUV
Antrieb:Allrad
Treibstoff:Diesel
Leistung:125 PS
Testverbrauch:7,5 l/100km
Modelljahr:2003
Grundpreis:30.800 Euro

Mit stärkerem Diesel und neuem Allrad-Konzept: modellgepflegter Hyundai Santa Fe

Im Lauf der Jahre haben die Koreaner erkannt, dass ein toller Preis zwar ein wichtiges, aber nicht immer das endgültige Kauf-Argument darstellt. Auch die richtige Positionierung auf dem Markt ist von Bedeutung. Dass Hyundai auf aktuelle Trends reagiert, wird anhand des Santa Fe deutlich: In der SUV-Klasse belegte er im vergangenen Jahr den dritten Platz bei den Neuzulassungen. Die sechs Prozent Segment-Anteil könnten durch die aktuelle Modell-Überarbeitung sogar noch gesteigert werden.
Optisch blieb alles beim Alten, man konzentrierte sich eher auf Motor und Antriebsstrang: So erstarkte der Diesel – mit 92 Prozent im Modell-Mix unangefochtener Leader vor dem V6-Benziner – auf 125 PS. Wesentliche Änderung am Commonrailer ist ein neuer Turbolader mit variabler Schaufel-Geometrie, weshalb auch das Drehmoment um zwölf Prozent auf 285 Nm anstieg. Unterstützt wird das Punch-Plus durch eine kürzere Getriebe-Abstufung.
Auch der Allradantrieb ist neu, er nennt sich T.O.D., was für torque on demand“ steht, und bedeutet, dass das Drehmoment nach Bedarf zwischen den Achsen verteilt wird. Dreht kein Rad durch, kommen 100 Prozent der Antriebskraft zu den Vorderrädern, im Extremfall gelangen 50 Prozent an die Hinterachse. Im Alltag fährt sich der Santa Fe so unkompliziert wie ein frontgetriebener PKW, Antriebs-Verspannungen sind kein Thema. Etwas schade nur, dass die billige Material-Anmutung im Innenraum den sonst tollen Gesamteindruck ein wenig trübt. Denn Platzangebot und Verarbeitung liegen ebenfalls voll im derzeitigen Auto-Trend.

TECHNIK
4-Zylinder-Reihe, 4-Ventil-Technik, Turbo, 1991 ccm, 92 kW (125 PS) bei 4000/ min, max. Drehmoment 285 Nm bei 1950/min, Fünfgang-Getriebe, Allradantrieb, vorne: Stabilisator, Federbeine, hinten: Mehrlenkerachse, Schraubenfedern, Teledämpfer, Scheibenbremsen v/h (v bel.), ABS, L/B/H 4500/1845/1730 mm, Radstand 2620 mm, 5 Sitze, Wendekreis 11,3 m, Servo, Reifendimension 225/70 R 16, Tankinhalt 65 l, Reichweite (bis Tankreserve) 775 km, Kofferraumvolumen 690-1445 l, Leergewicht 1760 kg, zul. Gesamtgew. 2520 kg, 0-100 km/h 13,0 sec, 60-100 km/h (im 4. Gang) 8,1 sec, Spitze 175 km/h, Steuer (jährl.) EUR 449,-, Normverbrauch (Stadt/außerorts/Mix) 7,5/9,4/6,4 l, Testverbrauch 7,5 l Diesel
Preis: EUR 30.800,-

FAHREN & FÜHLEN
Nach dominantem Turboloch bis 2000 Touren hängt der Commonrail-Diesel gut am Gas, im Stand und bei niedrigen Drehzahlen läuft der Zweiliter bis auf ein leichtes Brummen recht kultiviert. Die Bremsen sind fein zu dosieren, haben jedoch einen langen Pedalweg. Etwas hakelige Schaltung, schwergäng-indirekte Lenkung mit hohen Rückstellkräften. Wirkungsvoller, verspannungsfreier Allrad. Straff ausgelegte Federung, in schnellen Kurven starkes Untersteuern. Die Sitze sind zu klein und bieten wenig Seitenhalt, die Sitzposition ist durch nicht ausreichend verstellbare Sessel und nur in der Höhe verstellbares Lenkrad nicht optimal.

PLATZ & NUTZ
Klassenübliches Platzangebot, viel Kniefreiheit in Reihe zwei. Der Kofferraum hat eine ebene Ladefläche, vier Verzurrösen und ein Gepäcknetz. Durchschnittliche Variabilität durch 2:1 umklappbare Rücksitzbank. Aufgrund der Wagenhöhe weit öffnende Heckklappe, aber auch entsprechend hohe Ladekante. Praxis-Plus: Heckscheibe separat zu öffnen. Die Instrumente sind gut ablesbar, die Bedienelemente logisch angeordnet. Weniger gut: One-Touch-Funktion nur zum Absenken des Fahrer-Fensters. Übersichtlichkeit durch hohe Sitzposition und eckige Front gut, kleiner Wendekreis.

DRAN & DRIN
Als Executive komplett ausgestattet: Klimaautomatik, vier E-Fensterheber, Alufelgen, Metallic-Lack, Ledersitze (vorne beheizbar), Alarm, beheizbare E-Außenspiegel, Tempomat etc. Einzige Extras: Automatik-Getriebe und Sonderfarben. Die Verarbeitung ist tadellos, Anmutung und Farben der (kratzempfindlichen) Materialien wirken wie ein Überbleibsel aus den Achtzigern. Unruhiges Innen-Design, die Außenhaut wirkt durch bauchige Kotflügel und große Frontschürze wuchtig.

SICHER & GRÜN
Mäßige Sicherheitsausstattung: Front- und Seitenairbags, ABS, Traktionskontrolle, alle fünf Plätze mit Kopfstützen (vorne reichen sie bis über 1,90 m, hinten bis 1,75 m), nur vier Dreipunktgurte. ESP und Isofix-Halterungen nicht einmal gegen Aufpreis erhältlich. Verbrauch angesichts des hohen Gewichts OK.

PREIS & WERT
Dank guter Ausstattung ist der Santa Fe fast konkurrenzlos günstig, Kia Sorento und Nissan X-Trail etwa sind rund 1000 bzw. fast 2000 Euro teurer. Großzügig: drei Jahre Vollgarantie inklusive Mobilität. Nur sechs Jahre Antidurchrost-Versprechen. Gute Werthaltung, durchschnittlich dichtes Werkstatt-Netz. Inspektion und Ölwechsel alle 15.000 Kilometer.

ALLES-AUTO-TESTURTEIL :
Perfekt auf den Markt zugeschnittener SUV mit kultiviertem Diesel zum tollen Tarif.

Diesen Test finden Sie in ALLES AUTO 6/2003

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