Neue schon gefahren: Range Rover Evoque Cabriolet

11. April 2016
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Aktuelles

Ein SUV-Cabrio, das hat uns gerade noch gefehlt. Warum auch nicht? Wieso sollen die Hochsitzer auf den Oben-Ohne-Spaß verzichten? Range Rover hatte für diesen Tabubruch gute Karten: Den Status des Individualismus und den Vorteil, dass Entscheidungen per Chef-Handstreich erledigt werden und nicht als Ergebnis von drei Dutzend SAP-Protokollen. Nach über einer halben Million gebauten Evoques in viereinhalb Jahren kann man sich auch einmal entspannt etwas Verrücktes leisten.

Ungeachtet dessen ist der offene Lifestyler ein durchdachtes und bestens konzipiertes Auto geworden. Es erfüllt alle der Marke würdigen Offroad-Anforderungen um keinen Deut schlechter als seine Geschwister mit verlötetem Dach, legt aber eben den Blick in den Himmel als Zugabe drauf. Statt der Heckklappe hat der Zweitürer einen senkrecht stehenden Kofferraumdeckel, kommt natürlich ohne B-Säulen aus und verstaut sein Verdeck elektrisch vollständig hinter der hinteren Sitzbank. Die Beinfreiheit im Fond ist ident wie beim Dreitürer, die Kopffreiheit sogar wie beim Fünftürer – gemessen natürlich bei geschlossenem Stoffdach.

Weil man ihm zugesteht, dass er auch artgerecht auf Abwegen bewegt wird, war eine schlauere Crash-Software als üblich notwendig, die ein gewagtes Offroad-Manöver von einem Überschlag unterscheiden kann, damit sie nicht etwa grundlos die ausfahrenden Überrollbügel im Heck zündet.

Unterwegs mit geöffnetem Verdeck hält die flache Frontscheibe den Fahrtwind fast vollständig ab, selbst die Windgeräusche bleiben minimal. Für alle, die es ganz ruhig haben wollen, findet sich in der Optionenliste auch ein Windschott. Selbst beim Bewegen über knorrigstes Gelände gibt das Evoque Cabrio keinen Verspannungs-Mucks von sich, weder bei geöffnetem, noch bei geschlossenem Verdeck. In letzterem Fall ist die Dämmung dazu hervorragend und praktisch identisch mit einer Blechdach-Version, die Sicht nach hinten aber dafür ebenso bescheiden – die optionale 360 Grad-Kamera schafft Abhilfe.

Für den Oben-Ohne-Rangie sind mindestens 56.100 Euro einzuplanen, allerdings strengen sich die 150 PS des Basis-Diesel mit den gut zwei Tonnen Lebendgewicht gar sehr an – die 2800 Euro Aufpreis für die stärkeren Diesel sind gut investiert. Dafür ist die Ausstattung mit Neungang-Automatik, Allradantrieb, schönem Schuhwerk und Lederinterieur schon recht überkomplett. Der Vorverkauf läuft bereits, bei den Händlern werden die ersten Autos Anfang Juni eintreffen.

Daten & Fakten

Basispreis in € 56.100,–
Zyl./Ventile pro Zyl. 4/4
Hubraum in ccm 1999
PS/kW bei U/min 150/110 bei 4000
Nm bei U/min 380 bei 1750
Getriebe 9-Gang-Autom
L/B/H, Radst. in mm 4370/1980/1609, 2660
Kofferraum/Tank in l 251/54
Leergewicht in kg 1967
0–100 km/h in sec 12,0
Spitze in km/h 180
Normverbrauch in l (Mix) 6,7/5,1/5,7
CO2-Ausstoß in g/km 149
Basispreis in € 59.300,–
Zyl./Ventile pro Zyl. 4/4
Hubraum in ccm 1999
PS/kW bei U/min 180/132 bei 4000
Nm bei U/min 430 bei 1750
Getriebe 9-Gang-Autom
L/B/H, Radst. in mm 4370/1980/1609, 2660
Kofferraum/Tank in l 251/54
Leergewicht in kg 1967
0–100 km/h in sec 10,3
Spitze in km/h 195
Normverbrauch in l (Mix) 6,7/5,1/5,7
CO2-Ausstoß in g/km 149
Basispreis in € 64.900,–
Zyl./Ventile pro Zyl. 4/4
Hubraum in ccm 1999
PS/kW bei U/min 240/177 bei 5800
Nm bei U/min 340 bei 1750
Getriebe 9-Gang-Autom
L/B/H, Radst. in mm 4370/1980/1609, 2660
Kofferraum/Tank in l 251/68,5
Leergewicht in kg 1936
0–100 km/h in sec 8,6
Spitze in km/h 209
Normverbrauch in l (Mix) 11,4/70/8,6
CO2-Ausstoß in g/km 201

Serienausstattung SE Dynamic: Front-, Knie-, Kopf-, Schulter- und Seitenairbags, Spurhalte-Assistent, Einparkhilfe v+h, E-Parkbremse, Notfall-Bremsassistent, Bergab- und anfahrhilfe, Regensensor, Außenspiegel elektrisch verstell- , beheiz- und klappbar, Leichtmetallfelgen, Vordersitze 8-fach elektrisch verstellbar mit Memory, Lederausstattung, Multifunktions-Lederlenkrad, autom. abblendender Innenspiegel, Klimaautomatik, 10,2 Zoll Touchscreen, Soundsystem mit integriertem Subwoofer, Bluetooth, CD/DVD, USB etc.; HSE Dynamic zusätzlich: Xenon-Scheinwerfer mit LED-Signaturleuchten, Nebelscheinwerfer, Vordesitze 12-fach elektrisch verstellbar, Navigationssystem etc.

Extras: Winterpaket (Frontscheibe, Waschdüsen und Lenkrad beheizbar), Fahrerassistenz-Paket (360 Grad Einparkhilfe, Sourround-Kamerasystem, Toter Winkel-Assistent, Verkehrszeichen-Erkennung, autom. Abblende-Funktion), Technik-Paket (Keyless-Go, WLAN Hotspot, Anhänger-Assistent, Navigationssystem, adaptive LED-Scheinwerfer) etc.

3 Kommentare

  1. Also so abwegig finde ich die Idee gar nicht, ein SUV-Cabrio zu bauen, eher schon mutig. Die Urahnen der Geländewagen – Jeep und Landrover – gab – und im Falle von Jeep gibt – es schließlich auch vorwiegend „oben ohne“. Bei der nunmehrigen Softivariante SUV ist es lediglich dazu passend halt ein bequemes Elektrodach. Trotzdem schön, dass es sowas noch gibt.

  2. Stimmt schon, von den „echten“ Geländewagen gab (! Jeep Wrangler ist der letzte seiner Art!) es früher traditioinell offene Versionen, ich erinnere mich an Puch/Mercedes G, Landrover 90, Daihatsu Feroza, Suzuki Jimny/Samurai/J80 – legendäre Fetzenflieger allerdings (vom G abgesehen). Und auch frühere Versuche im SUV-Wesen gab es schon (Toyota RAV4 der ersten Generation, Suzuki X-90 oder wie der hieß) – allerdings mit sehr mäßigem Erfolg, weil auch von fragwürdiger Qualität.

    So gesehen ist der Schritt beim Evoque, das nicht als günstiges Fetzendach sondern als hochwertiges Premium-Cabrio zu lancieren, wohl der einzig richtige Ansatz – wenngleich ich die kostengünstigen Alternativen am Markt schon vermisse…
    lg
    Rolex

  3. So wie ein Coupé kein echter Sportwagen ist (aber sportlicher als eine Limousine), so ist ein SUV kein Geländewagen, aber schlechtwegetauglicher.
    Beides braucht man nicht unbedingt, aber schön ist es doch.

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