Neuvorstellung: Toyota GR Yaris

10. Januar 2020
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Aktuelles

Subaru Impreza WRX STi, Mitsubishi Lancer EVO: Namen, die bei Rallye-Fans die Herzen höher schlagen lassen. Beide werden heute nicht mehr zum Verkauf angeboten. Leider sind Autos mit echten Rallye-Genen rar geworden, Sonderedition mit Anlehnung an die WRC (Rallye-Weltmeisterschaft) kamen zwar immer wieder auf den Markt, doch Autos wie der VW Polo R WRC hatten einen entscheidenden Haken – der Wolfsburger etwa bekam keinen Allrad spendiert, die Polo-Plattform war dafür nicht vorgesehen.

War die Plattform des Toyota Yaris (GA-B) auch nicht. „Na und?“, dachten sich die japanischen Ingenieure, „dann spendieren wir dem kleinen Yaris eben das Heck der größeren Plattform GA-C und machen so den Allrad-Antrieb möglich.“ Im gleichen Atemzug entfällt so auch die Verbundlenker-Hinterachse des Standard-Yaris zugunsten der hochwertigeren MacPherson-Aufhängung. Kurzum: Beim neuen GR Yaris handelt es sich schon in der Basis um eine komplett eigenständiges Fahrzeug ohne Kompromisse.

 

Angetrieben wird der als Homologationsmodel dienende Nippon-Zwerg von einem weiter in die Fahrzeugmitte versetzen, 1,6 Liter großen Turbo-Dreizylinder mit 261 PS und 360 Newtonmeter Drehmoment. Da er leer nur 1280 Kilogramm auf die Wage bringt und das Gewicht optimal verteilt wurde (so wanderte zum Beispiel die Batterie ins Fahrzeug-Heck), beschleunigt er (stets handgerissen) in nur 5,5 Sekunden auf 100 km/h – recht flott für einen Yaris.

Ebenfalls hervorzuheben: Beim Allradantrieb handelt es sich nicht um ein System aus dem Toyota-Teile-Regal sondern um einen ernsthafte Sport-Variante: Theoretisch kann die ganze Kraft nur an die Hinter- oder an die Vorderachse abgegeben werden, in der Praxis kann der Pilot mittels Fahrmodi die Kraftverteilung bestimmen. Optional bringt das „Circuit-Pack“  Torsen-Sperrdifferenziale für Vorder- und Hinterachse, ein nochmals nachgeschärftes Fahrwerk und aggressive Sport-Reifen von Michelin auf 18-Zoll-BBS-Felgen. Immer mit an Bord: geschlitzte Bremsscheiben mit 365 Millimeter Durchmesser und Vier-Kolben-Bremssätteln.

 

Nicht nur technische sonder auch optisch ist der GR Yaris eigenständig: Die Dachlinie ist um 91 Millimeter abgesenkt, die Türen sind rahmenlos. Sportliche Details finden sich am ganzen Fahrzeug wieder, Schalensitze sind serienmäßig. Bei der Karosserie kommt sogar Karbonfaser zum Einsatz.

Nach Österreich soll der der Rallye-Yaris erst nach dem Sommer kommen, Preise stehen noch keine fest, über 30.000 Euro wird er aber sicher kosten.

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