Ölwechsel? Was man wissen muss

26. März 2022
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Regelmäßiger Ölwechsel schützt den Motor vor Verschleiß, indem es die beweglichen Komponenten schmiert, den Motor von Verschmutzungen reinigt, ihn vor Korrosion schützt und heiß gelaufene Komponenten kühlt. Im Laufe der Zeit nutzen sich diese Motorflüssigkeiten ab und müssen ausgetauscht werden. Wird Motoröl zu lang genutzt oder lediglich nachgefüllt, leidet dessen Schmierfähigkeit. Darüber hinaus droht der Abriss des Schmierfilms mit der Konsequenz kostenintensiver Folgeschäden. Doch welches Öl das beste ist und wie oft es gewechselt werden muss, scheidet die Geister.

Welches Motoröl ist das richtige?

In der Betriebsanleitung oder im Serviceheft des Fahrzeugs finden Fahrzeughalter Informationen dazu, welches Motoröl für das Fahrzeug verwendet werden sollte, welche Klassifikation und Spezifikation die richtigen sind.

Üblich ist die Einteilung nach SAE-Klassen bezüglich der Fließeigenschaften, die als zwei Zahlen angegeben werden, z. B. SAE 5W-30. Die Zahl vor dem „W“ steht für die Fließeigenschaften der Motorflüssigkeit bei Kälte. Je geringer die Zahl ist, desto besser fließt das Motoröl bei niedrigen Temperaturen, und desto schneller erreicht es die zu schmierenden Stellen. Die Ziffer nach dem „W“ steht für die Viskosität bei 100 °C. Je höher die Zahl ist, desto besser bleibt bei übermäßiger Wärme die Schmierfähigkeit des Motoröls erhalten. Daher ist es wichtig, dass sich Fahrzeughalter an die vom Hersteller vorgegebenen Anforderungen halten.

Wie oft sollte Motoröl gewechselt werden?

Auch die Intervalle des Motorölwechsels schreibt der Hersteller in der Betriebsanleitung vor. Die Zeiträume können je nach Hersteller oder nach Motor variieren, auch gibt es bei vielen modernen Modellen variable Intervalle, die vom jeweiligen Verschleiß (zahlreiche Kurzstreckenfahrten etc.) abhängen. Auf keinen Fall sollten Fahrzeughalter mit dem Wechsel des Motoröls warten, bis die Warnlampe für zu niedrigen Ölstand aufleuchtet.

Doch Vorsicht: Bei Fahrzeugen, die über keine verschleißabhängige Anzeige verfügen und die überwiegend in der Stadt unterwegs sind, sollte das Motoröl häufiger gewechselt werden, da der Motor häufig nicht die optimale Betriebstemperatur erreicht und dadurch das Öl schneller altert.

Muss immer auch der Ölfilter gewechselt werden?

Die offizielle Empfehlung lautet, dass bei einem Motorölwechsel auch der Ölfilter gewechselt werden sollte. Nicht grundlos, denn im Ölfilter sammeln sich Verbrennungsrückstände und Staub. Wird der Ölfilter länger betrieben, kann er aufgrund dieser Rückstände verstopfen. In diesem Fall wird zwar der Motor weiterhin geschmiert, das Öl kommt aber ungereinigt an. Durch die Partikel kann es zu Schäden kommen. Um diese Schäden zu vermeiden, empfiehlt es sich, Filter und Dichtung gemeinsam mit dem Motoröl zu wechseln.

Ein Wechsel des Motoröls in der Fachwerkstatt ist während des Garantiezeitraums unumgänglich. Darüber hinaus gilt: Wer in der heimischen Garage Hebebühne, Absauggeräte und Auffangwanne besitzt, kann den Wechsel in Eigenregie durchführen. Da Altöl zum Sondermüll gehört, muss dieser nach dem Wechsel ordnungsgemäß entsorgt werden. In allen anderen Fällen sollte auch bei älteren Fahrzeugen der Motorölwechsel besser in der Werkstatt durchgeführt werden. Das gilt auch für Autos, bei denen die Ölablassschraube nur schwer zugänglich ist und Spezialwerkzeug notwendig ist.

Foto: Tim Mossholder/unsplash.com

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